Toms McCarthys „A Statement“ ist ein Kongressraumdrama über Klimawissenschaft und sollte eigentlich langweilig sein. Stattdessen ist es ein bewegendes, humanistisch geprägtes Ensemble-Stück, das uns daran erinnert, was Fremde gemeinsam erreichen können, wenn sie sich zusammensetzen. Der Film folgt einer Konferenz in Florida im Jahr 1980, bei der Politiker, Akademiker, Wissenschaftler und Umweltaktivisten zusammenkommen, um eine gemeinsame Erklärung zu den Kohlendioxidemissionen zu verfassen. Das Drehbuch stützt sich stark auf tatsächliche Transkripte der Sitzung, adaptiert von McCarthy, Thomas Bidegan und Noé Debré aus Nathaniel Richs Buch „Losing Earth: A Recent History„. Das Ergebnis ist ein Film, der dringend, verschlagen und seltsam hoffnungsvoll wirkt.
Der Konferenzraum, der die Geschichte erzählt
Die gesamte Handlung spielt an einem großen Tisch im Konferenzraum des St. Pete Beach Ce Sar Hotels. Im Erdgeschoss findet eine Hochzeit statt, die im Laufe des Wochenendes auf amüsante Weise in die Geschichte einfließt. Menschen betreten den Raum, stellen sich vor und beginnen, über ernste Themen zu sprechen. Es gibt keine Hintergrundgeschichten zu ihnen, was bedeutet, dass der Film den Figuren vertraut, die das Gewicht des Raumes tragen.
Der Moderator ist Tom Jorling, gespielt von Paul Rudd. Er ist stets selbstbewusst und standhaft, unterstützt von Robert Cunningham, gespielt von Noah Robbins, einem Experten für Atmosphärenwissenschaften, der hilft, das Gespräch auf Kurs zu halten. Zu den anderen anwesenden Personen gehören Rafe Pomerance, ein engagierter Aktivist von Friends Of The Earth, gespielt von Evan Peters; Dr. David Slade, ein Carbon-Experte des Energieministeriums, gespielt von Paul Giamatti, der nach der Wahl möglicherweise seinen Job verliert; Dr. David Rose, ein didaktischer Kerntechnik-Ingenieur vom M.I.T., gespielt von John Turturro, mit vielen festen Meinungen; Anne Marie Crocetti, eine Expertin für öffentliche Gesundheit, gespielt von Amy Ryan, die nicht viel sagt, bis sie es doch tut; und Edith Brown Weiss, eine Rechtswissenschaftlerin von der Commission on Air Quality, gespielt von Tatiana Maslany, die möglicherweise nicht an Bord ist. Wir treffen und hören von vielen anderen, und der Film gibt ihnen allen einen Moment, um zu sprechen.
Eine Konferenz, die die Welt veränderte
Der Zeitpunkt der Konferenz ist entscheidend. Sie findet Ende Oktober 1980 statt, nur wenige Tage bevor Ronald Reagan Jimmy Carter besiegte und Präsident wurde. Die beginnende Auswirkung des Klimawandels trat gerade erst in Sichtbarkeit, und eine globale Klimakonferenz hatte diesem Treffen ein Jahr zuvor stattgefunden. Es war jedoch eine Zeit vor der Frage zu einer polarisierenden politischen Frage wurde.
Heute, unter der Präsidentschaft und der aktuellen Regierung, die die Vereinigten Staaten zweimal aus dem Pariser Klimaabkommen ausgetreten und die Rückkehr von fossilen Brennstoffen, Kohle, ohne Vorschriften und freier Hand für das amerikanische Unternehmen begrüßt hat, erhalten die einfachen Wahrheiten des Films eine neue Bedeutung. Das tatsächliche Ergebnis dieser Konferenz war zum damaligen Zeitpunkt vielleicht nicht ermutigend, aber McCarthy lässt uns durch den Fokus auf die Menschen und den Raum spüren, dass nicht alles verloren ist. Auch jetzt, wenn alles so düster erscheint.
McCarthys Regie lässt es in Bewegung bleiben
Eine Stellungnahme folgt keiner vertrauten Drei-Akt-Struktur. Es ist ein Film von Gesprächen, und McCarthy findet einen Weg, diese Gespräche filmisch wirken zu lassen. In mancherlei Hinsicht erinnert es an Sidney Lumets bahnbrechenden ersten Spielfilm, 12 Angry Men, McCarthy filmt diesen engen Raum, ohne dabei routiniert zu wirken. Er hält den Fokus auf die Menschen, nicht auf die Whiteboard.
Stuart Dryburghs Kameraarbeit hilft mit. McCarthy hat einen cleveren Weg gefunden, das tatsächliche Protokoll als menschliche Erfahrung darzustellen, und wenn man Schauspieler auf dem Niveau von Rudd, Giamatti, Turturro, Ryan und den anderen hat, die den Text liefern, ist man in guten Händen. Der Film entführt das Publikum zudem am Ende des ersten Tages aus dem Konferenzraum und erfindet Interaktionen zwischen der Gruppe in die Nacht. Dadurch können wir einige dieser Menschen kennenlernen, die sich wahrscheinlich nicht wiedersehen werden. Vieles davon ist recht amüsant. Wer hätte gedacht, dass der M.I.T.-Mann, den Turturro spielt, auch ein großartiger Hochzeitsgast sein könnte?
Warum Rudd und Giamatti hier wichtig sind
Paul Rudd verleiht Jorling, dem Mann, der den Raum beherrscht, eine stille Souveränität. Er ist derjenige, der den Rahmen festlegt, und er tut dies gut. Paul Giamatti spielt Dr. David Slade, den Energieexperten für Kohlenstoff des Energieministeriums, der nach der Wahl möglicherweise seinen Job verliert. Seine Leistung ist präzise und bodenständig und verleiht Slade ein Gefühl der Dringlichkeit, das durch den bürokratischen Nebel schneidet. Gemeinsam ankern sie einen Cast, der sich voll intakt anfühlt.
Die Hochzeitsgesellschaftskapser und andere herausragende Leistungen
Der Film bietet außerdem einen fantastischen Szenendieb in Noah Robbins als Robert Cunningham, den Experten für Atmosphärenwissenschaften. Er ist atmosphärisch, wie es der Titel fast verspricht. John Turturro spielt Dr. David Rose, den Kerningenieur des M.I.T., und die entschiedenen Meinungen seines Charakters sorgen für einige der witzigsten Momente des Films. Jason Clarke spielt John Perry, ein sympathischer, aber skeptischer Mitarbeiter, und sein Skeptizismus verleiht dem Film eine menschliche Dimension. Anne Marie Crocetti, gespielt von Amy Ryan, sagt nicht viel, bis sie es tut, und wenn sie spricht, wird der Film leiser.
Ein Feel-Good-Film über Klimawissenschaft
A Statement ist tatsächlich, seltsamerweise, auf seine eigene, eigentümliche Weise ein Feel-Good-Film. Es ist kein fröhlicher Film, aber er ist ein hoffnungsvoller. Die bescheidenen Ambitionen des Projekts kommen zur richtigen Zeit, um uns daran zu erinnern, dass wir trotz aller Spaltungen eine gemeinsame Menschlichkeit teilen – oder einmal teilten. Der Film legt nahe, dass selbst wenn das Ergebnis einer Konferenz zum damaligen Zeitpunkt nicht ermutigend war, der Versuch, zusammenzukommen, es wert war, in Erinnerung behalten zu werden.
| Rolle | Schauspieler | Figur |
|---|---|---|
| Tom Jorling | Paul Rudd | Moderator |
| Robert Cunningham | Noah Robbins | Experte für Atmosphärenwissenschaften |
| Rafe Pomerance | Evan Peters | Aktivist bei Friends Of The Earth |
| Dr. David Slade | Paul Giamatti | Kohlenstoffexperte des Energieministeriums |
| Dr. David Rose | John Turturro | Kerningenieur am M.I.T. |
| Anne Marie Crocetti | Amy Ryan | Wissenschaftlerin für öffentliche Gesundheit |
| Edith Brown Weiss | Tatiana Maslany | Juristin |
Was der Film von seinem Publikum verlangt
Der Film fordert uns auf, die Fakten zu akzeptieren. Er fordert uns auf, uns an eine Zeit zu erinnern, in der der Klimawandel ein Problem war, das zu lösen war, nicht eine Waffe, die man einsetzen konnte. Er fordert uns auf, die Menschen im Raum anzusehen und uns selbst darin zu erkennen. Es ist ein humanistischer Blick auf den Klimawandel, und er gelingt, weil McCarthy weiß, wie man Menschen echt wirken lässt.
Das Urteil über „A Statement“
„A Statement“ ist ein großartiger humanistischer Blick auf den Klimawandel, der durch herausragende Leistungen von Paul Rudd, Paul Giamatti, Amy Ryan und dem Rest eines außergewöhnlichen Ensembles verankert ist. Es ist ein Film, der seinem Stoff und seinen Darstellern vertraut und diese Vertrauen belohnt. Es ist keine dichte Agitation, obwohl es so beginnt. Es ist eine unterhaltsame, verschlagene, humorvolle, erhellende und sogar bewegende Geschichte über die Bemühungen einer Gruppe gewöhnlicher Menschen, die versuchen, zusammenzukommen, um das Wohl des Planeten zu fördern.
Es ist ein skurriles und unerwartetes Zeitdrama über eine Zeit, in der wir nicht so gespalten waren, dass es möglich war, eine zivilisierte Debatte zu führen, selbst über ein kontroverses Thema. Es ist ein Film, der uns daran erinnert, was wir einst zu leisten vermochten. Es ist ein Film, der uns hoffen lässt, dass wir es wieder können.
Quellenmaterial: „‘A Statement’ Review: Paul Rudd, Paul Giamatti And Superb Ensemble In Tom McCarthy’s Splendid Humanist Look At Climate Change – New York Film Festival,“ Deadline.
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