F1-Fahrer haben jahrelang über die Komplexität moderner Autos geklagt, und ein Regenrennen in Malaysia hat ihnen ein frisches Beispiel geliefert. Der Start des Bahrain-GP wurde um 50 Minuten verschoben, nachdem ein Softwarefehler mehrere Autos in den Leerlauf versetzt hatte, wobei die betroffenen Autos nicht beschleunigen konnten.
Das Problem trat auf dem Sepang-Kurs auf, wo ein Fehler im Wettermodus des Power-Unit-Controllers ausgelöst wurde, als die Fahrer sehr langsam fuhren. Das führte dazu, dass eine große Anzahl von Autos in verschiedenen Phasen der beiden geplanten Formationrundfahrten in eine Leerlaufschleife geriet. Die FIA musste während der roten-Flag-Unterbrechung allen 11 Teams einen Software-Patch liefern, der die übliche Reduzierung der Leistung bei Nässe in den betroffenen Bereichen aufhob.
Norris nennt es schrecklich
Lando Norris, einer der wenigen von Problemen betroffenen Mercedes-Fahrer, bezeichnete die Fehler als „schrecklich“ und sagte, sie beweisen, dass die F1 ganz von Hybridsystemen wegkommen sollte.
„Es ist einfach schrecklich. Ich weiß nicht, es beweist einfach, dass wir diese Dinge nicht haben sollten, die elektronische Seite“, sagte Norris.
Piastri macht sich über die Verzögerung lustig
Piastri nahm die Verzögerung weniger ernst und wies auf die Ironie hin, dass ein Rennen durch ein Codeproblem verschoben wurde.
„Ich habe noch nie ein F1-Rennen durch einen Bug verzögert gesehen. Das war neu“, sagte Piastri spöttisch. „Ich war etwa eine Sekunde lang steckengeblieben. Wenn der Turbo bei diesen Dingen nicht funktioniert, könnte man genauso gut das Auto schieben, anstatt den Motor zu benutzen. Es war ziemlich bizarr. Es war kein schöner Anblick, aber ich denke, es wäre unfair, mit dem Finger zu zeigen, bevor es eine Erklärung gibt.“
Perez‘ Vergleich mit einem gemieteten Kart
Cadillacs Sergio Perez, der eines der mehreren von Problemen betroffenen Ferrari-Fahrer war, lieferte einen unversöhnlichen Vergleich.
„Es fühlte sich an, als wäre man in einem gemieteten Kart und man wäre die Zeit ausgegangen“, erklärte der Mexikaner. „Man trat aufs Gas und beschleunigte, aber nichts passierte.“ Er fügte hinzu: „Ich bin sicher, wir werden daraus als Sport lernen. Aber was heute passiert ist, ist für den Sport völlig inakzeptabel.“
Bearmans Gaspedal hörte auf zu funktionieren
Haas-Pilot Oliver Bearman beschrieb den Moment, als seine Gaspedal nicht mehr reagierte, als beängstigend.
„So etwas habe ich noch nie gesehen. Ich war schockiert“, sagte er. „Ich wusste gar nicht, dass die FIA unser Gaspedal steuern kann. Das war eigentlich ziemlich beängstigend. Mein Gaspedal hat aufgehört zu funktionieren, aber es sieht so aus, als ob auch alle anderen aufgehört haben. Der Motor lief einfach im Leerlauf.“
Alonso Spricht Sich Gegen Zu Viel Technik Aus
Aston Martins Fernando Alonso stimmte dieser Frustration zu und sagte, es gäbe nun „zu viel Technologie“ in der Serie.
„Zu viel Technologie“, sagte er.
Verstappen Löst den Fehler Aus
Rennsieger Max Verstappen löste den Fehler zuerst aus und beschrieb das Chaos in der Formationrunde mit einem Kinderfahrzeug.
„Das ist das Problem, das wir haben“, sagte der Niederländer. „Diese Motoren sind so kompliziert und es ist so viel Software implementiert. Ich habe es zuerst ausgelöst und dann habe ich in meinen Rückspiegel geschaut und dachte: ‚Warten sie auf mich oder was ist los?‘. Dann haben wir eine Runde gedreht und dann habe ich acht weitere Autos gesehen, die noch langsam fuhren. Was soll man dazu sagen? Ich meine, das ist nicht das, was man für den Sport möchte, oder?
Die Reaktionen der Fahrer
- Norris nannte es furchtbar und sagte, die F1 sollte von Hybrids wegkommen.
- Piastri verspottete die Verzögerung und beschrieb die Situation als bizarr.
- Perez verglich die Erfahrung mit einem gemieteten Kart, bei dem die Zeit abgelaufen ist.
- Bearman beschrieb seine Arbeit beim Abbremsen des Gaspedals als beängstigend.
- Alonso sagte, es gäbe zu viel Technologie.
- Verstappen verglich die Szene mit einem Lego-Kart-Rennen.
Ein Rennen verzögert durch einen Fehler
Die 50-minütige Verzögerung war ein erheblicher Makel für die Formel 1 vor einem ansonsten unterhaltsamen Rennen bei gemischtem Wetter. Der Vorfall trug wenig dazu bei, die aktuelle Formel bei den Fahrern beliebt zu machen, die bereits Bedenken hinsichtlich des batteriegesteuerten Rennsports und der alles bestimmenden Elektronik hegten.
Die Fahrer sind frustriert, und ihre Reaktionen reichen von Spott bis hin zu echter Besorgnis. Der Sport muss sich der Frage stellen, warum eine Formationrunde in ein Spektakel ausartete.
Quelle: „Stromlose Formel-1-Fahrer frustriert von Software-Fehler bei Bahrain F1“, motorsport.com.
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