Der Präsident hat die Republikaner aufgefordert, per Post zu wählen, obwohl er weiterhin darauf beharrt, dass das System voller Betrug sei. Als er am Montag gefragt wurde, warum er die Postwahlung fördere, während er sie wiederholt als betrügerisch bezeichne, wies er die Frage zurück.
„Nein, per Post wählen oder persönlich wählen. Ich würde lieber persönlich wählen. Aber sie können per Post wählen, wenn sie wollen, denn wir scheinen keine Wahl zu haben“, sagte Trump während einer Weißhaus-Sitzung auf dem South Lawn, wo er sich auf den Weg nach Nebraska zu einer politischen Kundgebung machte. Danach behauptete er, ohne Beweise anzuführen, es gäbe weit verbreiteten Betrug in Systemen der Postwahl.
„Was uns Sorge bereitet, ist, dass es scheinbar eine Menge Betrug bei der Postwahl gibt“, sagte Trump. Er forderte Reporter auf, die Wahlen in Kalifornien zu prüfen.
„Trump lügt wieder über Kalifornien“, sagte das Büro von Gouverneur Gavin Newsom im Juni, nachdem Trump unbegründete Anschuldigungen über Wahlbetrug bei der Wahle des Bundesstaates in der Vorwahl erhoben hatte.
Der Aufruf zur Postwahl
Während des gesamten Wahlzyklus der Zwischenwahlen hat Trump die Wähler aufgefordert, ihre Stimmzettel per Post zu schicken, was entscheidend darüber entscheiden könnte, welche Partei den Kongress kontrolliert und den Verlauf seiner verbleibenden zwei Jahre als Präsident gestaltet. Seine Botschaft ist gleich geblieben: Holen Sie sich Ihre Stimme frühzeitig ab.
„Wählen Sie frühzeitig, per Post oder persönlich am Wahltag, dem 3. November, damit wir die radikale linke Dumokraten in einem Zwischenwahlsieg besiegen können, der zu groß ist, um ihn zu manipulieren“, sagte Trump in einem Video, das er am 3. Oktober in seinen sozialen Medien postete.
In diesem Jahr hat er bei zwei Wahlen in Florida per Post gewählt, zuletzt bei der Vorwahl des Bundesstaates. Er hat auch während seiner Amtszeit frühzeitig seine Stimme abgegeben, darunter bei der Florida Republican Primary, die 2024 stattfand.
Peters und der Colorado-Plan
Die Äußerungen fielen während eines Treffens im Weißen Haus mit Tina Peters zusammen, der Wahlbetrügerin und ehemaligen County Clerk von Mesa County, Colorado. Quellen bestätigten ABC News, dass das Treffen am Montag stattgefunden hatte.
Peters wurde wegen staatlicher Anklagen schuldig befunden, im Rahmen eines Plans, in die Wahlsysteme des Staates einzudringen, während sie im Jahr 2020 nach Beweisen für Wahlbetrug suchte. Der demokratische Gouverneur des Staates, Jared Polis, gewährte Peters dieses Jahr aufgrund wiederholter Forderungen des Präsidenten, den Staat sie freilassen sollte, die Möglichkeit der Begnadigung. Peters wurde im Juni aus dem Gefängnis entlassen.
Die rechtlichen Herausforderungen
Dieses Jahr hat sich die Regierung in rechtliche Streitigkeiten über per Postwahlvorschriften verwickelt. Allein letzten Monat unternahm das Weiße Haus den außergewöhnlichen Schritt, einen Notantrag beim Obersten Gerichtshof der USA einzureichen und bat den höchsten Gerichtshof des Landes, unverzüglich neue Regeln für die U.S. Postal Service für per Post versandte Stimmzettel bei der bevorstehenden Wahl im November durchzusetzen.
Der Oberste Gerichtshof lehnte es ab, diesen Fall zu behandeln, was den Bundesstaaten die Freiheit lässt, weiterhin per Postwahlzettel zu versenden, wie sie es vor den Zwischenwahlen getan hatten.
Der Fehler in Maricopa
Trump griff am Montag eine Meldung aus Maricopa County, Arizona, auf. Beamte berichteten am Sonntag, dass ein Auftragnehmer irrtümlicherweise 3.126 Wahllzettel sechs Tage vor dem geplanten Versandtermin verschickt hatte.
In einer Erklärung teilte das Büro des Wahlbeamten von Maricopa County mit, dass keine Wähler geschädigt wurden und „im Konsultationsgespräch mit dem Büro des Staatsanwalts von Maricopa County festgestellt wurde, dass die Wahllzettel gültig bleiben und nicht ungültig gemacht oder neu ausgestellt werden müssen.“
Trotz dieser Erklärung sagte Trump, das Land solle „sich selbst schämen“.
„Maricopa hat also tausende Wahllzettel irrtümlich verschickt. Maricopa County in Arizona. Und sie sollten sich selbst schämen“, sagte Trump. Er korrigierte sich dann: „Nein, es gab keine Fehler. Wissen Sie das, richtig?“
Er fügte hinzu: „Maricopa ist ein sehr, sehr unehrliches County.“
Der Widerspruch
Der Widerspruch ist offensichtlich. Im selben Nachrichtenzyklus bitten Trump Republicans, per Post zu wählen, während er gleichzeitig sagt, das System sei gegen ihn manipuliert. Er hat beides gleichzeitig getan.
Zweimal in diesem Jahr in Florida hat Trump per Postwahl gewählt, darunter bei der jüngsten Wahl des Bundesstaates.
Was das für die Zwischenwahlen bedeutet
Wochen bleiben bis zu den Zwischenwahlen, und die Kontrolle des Kongresses ist noch ungewiss.
Er behält seine Botschaft einfach: Wählen Sie, achten Sie aber gleichzeitig auf das System. Er rät dazu, frühzeitig zu wählen, per Postwahl oder persönlich am Wahltag. Letztendlich ist es egal, wie: Wählen Sie einfach.
Seine Warnungen schwächen seine eigene Ermutigung tatsächlich. Wenn Postwahlsysteme voller Betrug sind, macht es keinen Sinn, Menschen zu ermutigen, diese zu nutzen.
Faktenbox
- Trump wählte zweimal per Postwahl in Florida in diesem Jahr
- Peters wurde wegen staatlicher Anklage in einem Plan zum Einbruch in Colorados Wahlsystem verurteilt
- Polis gewährte Peters nach wiederholten Anfragen von Trump die Begnadigung
- Peters wurde im Juni aus dem Gefängnis entlassen
- Der Oberste Gerichtshof wies die Eilbeschwerde der Regierung des Weißen Hauses ab
- Maricopa County verschickte 3.126 Wahlunterlagen irrtümlicherweise
- Bei der Wahl wurden keine Wähler geschädigt, so das Standesamt.
- Das Standesamt teilte mit, dass die Wahlzettel weiterhin gültig sind und nicht ungültig erklärt oder neu ausgestellt werden müssen.
Es kommen zwei unterschiedliche Signale vom Präsidenten. Eines fordert Handeln an den Wahlurnen. Das andere erklärt das System selbst für gescheitert. Diese beiden Botschaften widersprechen einander, und er versteht diese Widersprüche vollständig.
Diese Konflikte sind nichts Neues, obwohl sie immer schwieriger zu übersehen sind. Der derzeitige Präsident fordert von den Republicans, dass sie dem System vertrauen und ihre Wahlzettel abgeben, während er seinen gesamten Amtszeit damit verbringt, es abzubauen. Eine solche Haltung von jemandem im Amt ist ungewöhnlich, und es gibt wenig Anzeichen dafür, dass sie sich vor der Wahl am 3. November ändern wird.
Quelle: „Trump sagt, Republikaner sollten ‚per Post wählen, wenn sie wollen‘, solange sie wählen“, ABC News.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

