Peter Pan, der 1953 entstandene Zeichentrickfilm von Disney, fordert die Zuschauer auf, an Magie zu glauben, und zwar nicht nur einmal, sondern zweimal. Der erste Glaube ist einfach: dass ein Junge, der sich weigert erwachsen zu werden, durch die Luft fliegen und Piraten bekämpfen kann. Der zweite ist schwieriger. Er fordert Erwachsene auf, einen Zeichentrickfilm über Kinder anzusehen und ihn bewegend zu finden, obwohl der Film nie aufhört, sie wie Kinder zu behandeln. Diese Spannung zieht sich durch das gesamte Bild und erklärt, warum Peter Pan gleichermaßen ein geliebter Klassiker und ein Ziel von Kritikern bleibt.
Trailer, über Animation Compendia.
Der Haken
Der Film beginnt damit, dass die Darling-Familie sich zum Nachtruhen bereitmacht. Mr. und Mrs. Darling lassen ihre drei Kinder—Wendy, John und Michael—im Bett, während die Kinderputze Mary aus einem Buch über Peter Pan vorliest. Das Vorlesen wird zu einem Zauber, und bald finden sich die Kinder einlullend ein, als hätten sie den Schritt in die Geschichte selbst getan.
Die Eröffnungsszene setzt den Ton. Sie ist sanft, warm und voller Wunder und verspricht eine Welt, in der Vorstellungskraft mehr Gewicht hat als Logik. Dieses Versprechen gilt für den größten Teil des Films, obwohl die Behandlung der jungen Hauptfiguren im Laufe des Films seltsamer wird.
Wendys Geschichte
Wendy ist das Herz von Peter Pan. Sie ist das älteste der Darling-Kinder und träumt von Abenteuern, während ihre Brüder den Piraten und den verlorenen Jungen hinterherjagen. Ihr Wunsch zu fliegen ist kein Wunsch, der Verantwortung zu entgehen. Es ist ein Wunsch, dazuzugehören, von Bedeutung zu sein, Teil von etwas zu sein, das größer ist als ihr Kinderzimmer.
Der Film verbringt viel Zeit mit ihr. Er zeigt sie beim Nähen, ihre Mutter ruft ihren Namen, ihr Vater schenkt ihr ein liebevolles Lächeln. Diese kleinen Momente verleihen Wendy eine Menschlichkeit, die Peter mit seinem jugendlichen Charme oft vermisst. Sie ist diejenige, die wirklich an Peter Pan glaubt, und ihr Glaube trägt die Geschichte.
Peters Regeln
Peter Pan kommt zu den Darlings, um Wendy und ihre Brüder nach Nimmerland zu bringen. Er sagt ihnen, er werde ihnen das Fliegen beibringen, aber nur, wenn sie einer Reihe von Regeln zustimmen. Sie dürfen das Wort „Bett“ nicht sagen, sie dürfen ihn nicht vergessen und sie dürfen nicht zurückblicken.
Diese Regeln sollen die Kinder im Moment verankern. Sie sind auch eine Warnung. Peter möchte, dass Wendy und ihre Brüder für immer Kinder bleiben, und er lässt sie nicht erwachsen werden. Diese Warnung ist der Motor des Konflikts des Films und der Grund, warum Peter Pan bis heute frisch wirkt.
Die Piraten
Captain Hook und seine Crew sind die Schurken von Nimmerland. Sie sind grausam, feige und lustig, eine Mischung, die sie einprägsamer macht als die anderen Charaktere des Films. Ihr Schiff, der Jolly Roger, ist ein Piratenschiff, und ihr Plan ist einfach: Peter Pan fangen und ihn über die Planke gehen lassen.
Die Szenen zwischen Hook und seinen Männern sind einige der besten im Film. Die Animatoren geben jedem Piraten eine ausgeprägte Persönlichkeit, und ihre Witze treffen mit überraschender Wucht. Captain Hook selbst ist eine Studie in Eitelkeit und Angst. Er hat panische Angst vor Krokodilen, vor dem Verlust seiner Hand, vor der Überlegenheit von Peter Pan. Diese Angst macht ihn menschlicher als die Helden des Films jemals schaffen.
Die Verlorenen Jungs
Die verlorenen Jungs sind Peters Gefährten in Nimmerland. Sie leben in einem Baumhaus, sie spielen Spiele und sie kämpfen gegen Hooks Piraten. Sie sind tapfer, loyal und völlig kindlich, was sie leicht liebenswert, aber schwer verständlich macht. Sie sind keine Charaktere mit Innenleben, sondern eher lebende Symbole der Unschuld.
Der Film erklärt nicht, warum sie verloren sind. Er nimmt einfach an, dass sie es sind, und das genügt für die Geschichte. Die verlorenen Jungs sind da, um Peter zu unterstützen, ihn anzufeuern und einen Chor von Stimmen bereitzustellen, der seinen eigenen Widerhall findet. Sie sind nicht tiefgründig, aber das sind sie auch nicht. Sie sind Kinder, und sie verhalten sich wie Kinder.
Die Flugssequenz
Die Flugssequenz ist der Höhepunkt des Films. Wendy, John und Michael schweben über den Dächern von London und singen und lachen, während sie sich auf den Weg nach Nimmerland bewegen. Die Animation ist fließend, die Farben sind leuchtend, und das Gefühl der Freiheit ist echt.
Dies ist die Szene, auf die Kritiker zurückgreifen, wenn sie den Film loben. Es ist pure Fantasie, ausgeführt mit Geschick und Sorgfalt. Die Sequenz verdient ihren Ruf. Es ist ein Vergnügen, sie anzusehen, und sie lässt den Zuschauer mehr wollen.
Der Konflikt
Der Konflikt in „Peter Pan“ dreht sich um Wendys wachsende Zuneigung zu Peter und ihren Wunsch, nach Hause zurückzukehren. Sie liebt Neverland, vermisst aber ihre Eltern. Peter ist derweil zufrieden, für immer ein Junge zu bleiben. Er möchte nicht erwachsen werden und möchte nicht, dass Wendy das auch tut.
Diese Widersprüchlichkeit treibt den letzten Akt des Films an. Wendy wählt ihr Zuhause gegenüber dem Abenteuer, und Peter Pan akzeptiert diese Entscheidung. Der Film endet mit einer bittersüßen Note, die das Publikum seit Jahrzehnten begleitet.
Was funktioniert
- Die Eröffnungsszene schafft einen warmen, magischen Ton, den der Film weitestgehend ehrt.
- Die Piraten sind mit echter Persönlichkeit gezeichnet, besonders Kapitän Hook.
- Die Flugsequenz ist ein technischer und emotionaler Höhepunkt.
- Wendys Charakter verleiht dem Film einen emotionalen Schwerpunkt.
- Die letzte Szene verbindet die Fantasie mit der eigenen Erfahrung des Zuschauers.
Was nicht funktioniert
- Die verlorenen Jungen mangeln an Individualität und Tiefe.
- Peter Pan selbst ist charmant, aber oberflächlich, ein Junge, der niemals erwachsen wird.
- Die Botschaft des Films über die Kindheit ist sentimental und manchmal verwirrend.
- Einige Szenen wirken aufgebläht, besonders in der Mitte des Abenteuers.
Ein Blick auf die Reihenfolge
| Szene | Zeit |
|---|---|
| Eröffnungsszene | ~10 Minuten |
| Der Flug nach Nimmerland | ~15 Minuten |
| Der Piratenangriff | ~10 Minuten |
| Die Flugszenen | ~10 Minuten |
| Die letzte Schlacht ( | ~10 Minuten ( |
| Die letzte Szene ( | ~5 Minuten ( |
Das Urteil (
Peter Pan ist ein fehlerhafter, aber wichtiger Film. Seine Stärken – die Animation, die Musik, die schauspielerischen Leistungen – tragen ihn über seine schwächeren Punkte hinweg. Es ist eine Geschichte über das Glauben, und es fordert die Zuschauer auf, an der Magie der Kindheit zu glauben, selbst wenn es zeigt, dass diese Magie verblasst. (
Der Film ist nicht perfekt. Seine Botschaft über das Jungbleiben ist simpel, und seine Behandlung der jugendlichen Hauptdarsteller ist manchmal sonderbar. Aber es ist ein Vergnügen, ihn anzusehen, und er hat sich seinen Platz im Kanon großer animierter Filme verdient. (
Peter Pan verdient seinen Ruf, auch wenn er ihm nicht vollständig gerecht wird. Es ist ein Film, den man sehen sollte, eine Geschichte, die es wert ist, erzählt zu werden, und eine Erinnerung, die es wert ist, bewahrt zu werden. (
7,2 von 10. (
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