Am Montag schlossen die Aktienkursen tiefer, da Bedenken hinsichtlich einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums durch künstliche Intelligenz Halbleiterhersteller belasteten und den Nasdaq 100 auf den niedrigsten Stand in sechs Wochen zwangen. Der Dow Jones Industrial Average sank um -0,29 %, der S&P 500 fiel um -0,48 % und der Nasdaq 100 verlor -0,82 %.
Der Druck entstand, nachdem die Führungskräfte der größten KI-Unternehmen eine Verlangsamung der Entwicklung der Technologie vorschlugen, was Bedenken auslöste, dass Bemühungen, KI einzudämmen, Milliarden von Dollar an Kapitalinvestitionen beeinträchtigen könnten, die für den Aufbau der Technologie benötigt werden. Diese Vorsicht von den führenden Köpfen der Branche ließ Halbleiter- und KI-Infrastrukturaktien deutlich fallen.
Halbleiterhersteller fallen stark
Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) fiel um mehr als -5 % auf den niedrigsten Stand seit einer Woche. Teradyne (TER) schloss mit einem Verlust von mehr als -13 %, was ihn zum größten Verlierer auf dem Nasdaq 100 machte. Auch Arm Holdings (ARM) schloss mit einem Verlust von mehr als -9 %.
Mehr als -8 % war der Verlust für Lam Research (LRCX), während ASML Holding NV (ASML) mit einem Verlust von mehr als -7 % schloss. Marvell Technology (MRVL), KLA Corp (KLAC) und Applied Materials (AMAT) fielen alle um mehr als -6 %. Intel (INTC), NXP Semiconductors NV (NXPI) und Micron Technology (MU) fielen alle um mehr als -5 %.
Fünf Unternehmen notierten einen Verlust von mehr als -4 %, darunter AMD, ADI, AVGO, SNDK und WDC. Zwei weitere Unternehmen fielen um mehr als -3 %, darunter NVDA und MCHP.
Softwareaktien steigen
Am Montag stiegen Softwareaktien, da die Aussicht auf eine Verlangsamung der Ausgaben für KI das Risiko von Turbulenzen für Softwareunternehmen verringerte. Dieser Gewinn folgte einer gemischten Sitzung bei Anleihen, bei der die Renditen einen anfänglichen Anstieg aufgaben und sanken, als die Ölpreise von ihren Höchstständen zurückfielen.
Der Präsident gab bekannt, dass die Ukraine und Russland vereinbart haben, darauf zu verzichten, die Energieinfrastruktur des jeweils anderen anzugreifen. Diese Ankündigung half, Bedenken hinsichtlich der Versorgung zu lindern, obwohl die Ölpreise bereits auf den höchsten Stand seit 3,75 Monaten gestiegen waren, was die Inflationserwartungen in die Höhe trieb und die globalen Zinssätze anhob.
Am Montag bewegten sich die Renditen von Anleihen in unterschiedliche Richtungen. Die Rendite der britischen Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit stieg auf einen 19-Jahres-Höchststand von 5,43 %. Gleichzeitig stieg die Rendite der deutschen 10-jährigen Bundesanleihe auf einen 17-Jahres-Höchststand von 3,56 %, und die Rendite der 10-jährigen T-Note stieg auf einen 2,75-Jahres-Höchststand von 5,01 %. Alle drei erreichten mehrjährige Höchststände.
„Ganz besorgnlich“
Isabel Schnabel, Mitglied des EZB-Vorstands, beschrieb die jüngsten Entwicklungen der Energiepreise, während Beamte zusätzliche Zinserhöhungen in Erwägung ziehen. Peter Kazimir, Mitglied des EZB-Governing Councils, sagte, die Inflationsrisiken seien „eindeutig nach oben geneigt“ und fügte hinzu, dass die Zentralbank die Zinsen gegebenenfalls weiter anheben werde.
Rohöl notiert Kurssprünge, dann Rückzug
Die Preise für Rohöl WTI mit Oktober-Fälligkeit (CLV26) stiegen am Montag um mehr als +1 % auf einen 3,75-Monats-Höchststand, da die Besorgnis besteht, dass die globalen Ölreserven noch weiter schrumpfen werden, nachdem Saudi-Arabien eine wichtige Pipeline nach Angriffen stillgelegt hatte. Die East-West-Pipeline transportiert 7 Millionen Barrel pro Tag und wurde am späten letzten Wochenende vorsorglich nach Angriffen der Houthi-Rebellen stillgelegt.
Am Donnerstag teilte Saudi-Arabien der OPEC mit, dass seine Rohölproduktion im August auf 6,238 Millionen Barrel pro Tag gesunken sei, den niedrigsten Wert seit 1990. Die Pipeline transportiert Öl vom Persischen Golf in Richtung des Roten Meeres, wo es auf Tanker verladen werden kann.
Nachdem Trump sich geäußert hatte, bewegten sich die Rohölpreise von ihrem Höchststand weg. Die Äußerungen des US-Energieministers verstärkten den Druck auf das Rohöl zusätzlich. Er wies darauf hin, dass am Sonntag 12 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormuz gelangten, was dazu beitrug, die Besorgnis über eine Verknappung der Versorgung zu mindern.
Banken treten zurück, während Händler hinterherhinken
Am Montag fielen Bankaktien, wobei Bank of America (BAC) den Abwärtstrend anführte, nachdem ihr CEO darauf hingewiesen hatte, dass Verkäufe und Handel im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr „relativ flach“ gewesen seien. Die Aktie fiel um 4 %. Goldman Sachs (GS) und Morgan Stanley (MS) fielen beide um mehr als 3 % und schlossen sich dem breiteren Rückzug an.
Alle vier großen Banken fielen am Tag um mindestens 1 %: Citigroup (C), JPMorgan Chase (JPM), Bank of New York Mellon (BNY) und Wells Fargo & Co (WFC).
Internationale Märkte folgen dem Abwärtstrend
Die Aktienmärkte im Ausland verzeichneten am Montag niedrigere Kurse. Der Euro Stoxx 50 fiel auf einen Sechs-Wochen-Tief und schloss mit -1,02 %. Der Shanghai Composite in China schloss mit -0,07 %. Der Nikkei-225-Aktienindex in Japan sank auf einen Sechs-Wochen-Tief und schloss mit -0,81 %.
Die Märkte gehen von einer Wahrscheinlichkeit von 92 % für eine +25-Basispunkte-Zinserhöhung der Fed bei der FOMC-Sitzung am Dienstag/Mittwoch aus. Die Märkte gehen außerdem von einer Wahrscheinlichkeit von 69 % für eine +25-Basispunkte-Zinserhöhung der EZB bei der nächsten EZB-Sitzung am 29. Oktober aus.
Zwei gegensätzliche Kräfte prägen derzeit die Entwicklung der Märkte. Der Anstieg der Rohölpreise hat die Inflationserwartungen und die globalen Zinssätze auf ein Niveau getrieben, das seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurde, was sich negativ auf Anleihen und Wachstumsaktien auswirkt. Gleichzeitig hat eine Verlangsamung der Ausgaben für KI Anleger über die Nachfrage beunruhigt, die die Halbleiterindustrie antreibt.
Am Montag erhielten Softwareaktien aufgrund der geminderten Aussicht auf Kürzungen der KI-Ausgaben etwas Luft zum Atmen, was die Gefahr für Softwareunternehmen verringert. Allerdings lasteten Chiphersteller und KI-Aktien die volle Verkaufsdruck auf sich.
Die Rendite der britischen Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit erreichte 5,43 %, den höchsten Stand seit 19 Jahren. Die deutsche Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit erreichte 3,56 %, den höchsten Stand seit 17 Jahren. Die Rendite der US-Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit erreichte 5,01 %, den höchsten Stand seit 2,75 Jahren.
T-Note-Kurse fielen am Montag, als Rohölpreise nach Äußerungen von Präsident Trump, dass die Ukraine und Russland vereinbart hätten, nicht mehr die Energieziele des jeweils anderen anzugreifen, von ihrem Höchststand zurückkamen. Der Rückgang der Ölpreise führte zu einer Short-Covering-Aktivität bei T-Note-Kursen. Gleichzeitig verstärkte der Rückgang der Technologieaktien die Nachfrage nach T-Notes als sicherer Hafen.
Die Renditen von Staatsanleihen stiegen insgesamt, wobei der deutsche kurzfristige Zinssatz seinen höchsten Stand in über einem Jahr erreichte und der britische mittelfristige Zinssatz einen eigenen Mehrjahreshöchststand erreichte. Die Rendite der deutschen Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit stieg auf einen 17-jährigen Höchststand von 3,555 % und schloss die Sitzung mit +1,3 Basispunkten bei 3,518 %. Die Rendite der britischen Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit erreichte einen 19-jährigen Höchststand von 5,434 % und beendete den Tag mit +2,4 Basispunkten bei 5,367 %.
Die Botschaft ist eindeutig: Händler setzen auf kräftige Züge von den Zentralbanken. Die Federal Reserve wird voraussichtlich bei ihrem Treffen am Dienstag/Mittwoch die Zinsen um 25 Basispunkte anheben, während die Europäische Zentralbank voraussieht, ihre eigenen Zinsen bei ihrer Sitzung am 29. Oktober um 25 Basispunkte anzuheben.
Die Belastung für Aktien ist erheblich. Eine Mischung aus höheren Zinskosten, eingeschränkten Rohölangeboten und Zweifeln an der Finanzierung künstlicher Intelligenz trägt wenig zu einem robusten Marktanstieg bei.
Kennzahlen im Überblick
- S&P 500: -0.48%
- Dow Jones Industrial Average: -0,29 %
- Nasdaq 100: -0,82 %
- SOXX (Semiconductor ETF): -5 % +
- Teradyne (TER): -13 % +
- Arm Holdings (ARM): -9 % +
- Oct WTI Rohöl (CLV26): +1 % auf den höchsten Stand seit 3,75 Monaten
- Rendite britischer Staatsanleihen (Gilt) mit 10-jähriger Laufzeit: 5,43 %, der höchste Stand seit 19 Jahren
- Rendite deutscher Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit: 3,56 %, der höchste Stand seit 17 Jahren
- Rendite US-Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit: 5,01 %, der höchste Stand seit 2,75 Jahren
- Erhöhungswahrscheinlichkeit: 92 % Chance (+25 Basispunkte bei der FOMC-Sitzung am Dienstag/Mittwoch)
- Erhöhungswahrscheinlichkeit: 69 % Chance (+25 Basispunkte am 29. Oktober)
Die Auswirkungen des Vorschlags zur Verlangsamung der KI-Entwicklung wirken sich weiterhin auf den Markt aus. Investoren sind besorgt, dass jede Bemühung, die Technologie einzuschränken, milliardenschwere Investitionen zurückhalten könnte, die für den Aufbau der Infrastruktur vorgesehen sind.
Der Nasdaq 100 notiert aktuell auf dem niedrigsten Stand seit sechs Wochen, und der Halbleitersektor steht unter Druck. Die Frage ist, ob der Vorschlag zur Verlangsamung der KI-Entwicklung zu einem dauerhaften Gegenwind oder einer vorübergehenden Sorge wird.
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