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Wissenschaftler messen erstmals die Bluttemperatur von T. rex – und sie war so hoch wie unsere (1)

Wissenschaftler messen die Körpertemperatur von T. rex mithilfe von Isotopen in Zähnen und stellen fest, dass es eine angenehme Temperatur von 36,3°C hatte – also warmblütig, wie wir.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A weathered T. rex skull half-buried in sand and rock, glowing under the sun.

Tyrannosaurus rex war ein warmblütiges Tier, und Wissenschaftler haben es nun genau bestimmen können. Eine neue Analyse von drei T. rex-Zähnen setzt die Körpertemperatur des Dinosaurierkönigs auf 97,3 Grad Fahrenheit, also etwa die gleiche Temperatur wie bei einem Menschen oder einem Elefanten.

Der Befund geht auf die Untersuchung der Bindungen zwischen seltenen Isotopen von Kohlenstoff und Sauerstoff in den Zähnen zurück. Diese Bindungen bilden sich unterschiedlich stark, je nach Temperatur, was es den Forschern ermöglichte, die Körperwärme direkt zu schätzen. Das Ergebnis, das am Mittwoch in der Zeitschrift Science Advances veröffentlicht wurde, bestätigt, was frühere Studien bereits vermuteten: T. rex war warmblütig und konnte seine eigene Temperatur regulieren, ohne sich wie die meisten modernen Reptilien in der Sonne aufwärmen zu müssen.

Zähne als Thermometer

Das Team untersuchte drei Zähne von Exemplaren, die in der Hell Creek Formation in Montana gefunden wurden. Durch das Auflösen winziger Proben und die Messung der Bindungen im freigesetzten Kohlendioxid konnten sie schätzen, wo auf der Temperaturskala T. rex lag.

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Kaltblütige Tiere, die auf ihre Umgebung angewiesen sind, um Wärme zu erhalten, haben mehr dieser Bindungen in ihren Zähnen. Warmblütige Tiere, die ihre Körpertemperatur durch interne Prozesse erhöhen können, haben weniger. Die Zähne von T. rex zeigten ein Muster, das mit einem warmblütigen Stoffwechsel übereinstimmt.

Die Temperatur entspricht dem, was man von einem aktiven Räuber oder Aasfresser erwarten würde. Kaltblütige Reptilien haben in der Regel eine Temperatur von etwa 82-86 F (28-30 C). Die meisten Vögel, die von T. rex‘ Zweig der Dinosaurier abstammen, liegen noch wärmer bei 104-109 F (40-43 C). T. rex liegt dazwischen, näher am menschlichen und elefantenartigen Bereich.

Was die Temperatur bedeutet

Ein warmblütiger T. rex wäre ein energiegeladenes, aktives Tier gewesen. Er jagte oder verfütterte Nahrung, um seinen schnellen Stoffwechsel zu befeuern, anstatt sich in der Sonne aufzuwärmen, um Energie zu gewinnen. Dieser Lebensstil erklärt viel über den Lebensraum des Dinosauriers.

Während der Kreidezeit, einer der wärmsten Perioden der Erdgeschichte, war der Planet etwa 11-25 F (6-14 C) wärmer als heute. Das bedeutete, dass T. rex über den größten Teil des nordamerikanischen Kontinents überleben konnte, von dem heutigen Mexiko bis zu kühlen Klimazonen, in denen kaltblütige Reptilien nicht überleben konnten.

Ein Beispiel sticht besonders hervor: In der Kikak-Tegoseak Quarry in Alaska ist ein Fossil eines Tyrannosaurus gefunden worden. Es gibt in der Region keine Spuren anderer Reptilien wie Eidechsen, Schildkröten oder Krokodile aus dieser Zeit. Der warmblütige T. rex konnte die Kälte tolerieren; die kälteblütigen konnten das nicht.

Die Fähigkeit, kühlere, hochgelegene Gebiete zu bewohnen, stimmt auch mit aktuellen Erkenntnissen überein, dass Tyrannosaurier die Bering-Landbrücke zwischen Asien und Nordamerika überquerten, so die Autoren.

Das Team hinter der Studie

Randon Flores, ein Geobiologe an der University of California, Los Angeles (UCLA), leitete die Forschung. Zu seinen Kollegen gehörten Robert Eagle, ebenfalls ein Geobiologe an der UCLA, und andere, deren Namen im veröffentlichten Artikel aufgeführt sind.

Eagle gab eine nüchterne Einschätzung der Entdeckung ab. „Die Temperatur liegt ungefähr so, wie ich sie vermutet hätte – höher als die eines Reptils oder eines langsam beweglichen Säugetiers wie eines Faultiers, aber niedriger als die eines Vogels“, sagte er in einer Erklärung.

Das Paper mit dem Titel „The Body Temperature of Tyrannosaurus rex“ erscheint in Science Advances. Der vollständige Verweis umfasst die Autoren Flores, Eagle, Trayler, Conte, Kim, Chiarenza, Farnsworth, Valdes, Chiappe und Tripat.

Das große Ganze

Es geht hier nicht nur um eine Neugierde über ein totes Dinosaurier. Es fügt ein Puzzleteil zum Lebensstil des T. rex hinzu.

Ein warmblütiger Räuber kann in kälteren Klimazonen jagen. Er muss nicht auf die Sonne warten, um sich aufzuwärmen, bevor er sich bewegt. Diese Flexibilität erklärt wahrscheinlich, warum T. rex-Fossilien an Orten wie Alaska gefunden werden, wo kälteblütige Reptilien einfach nicht überlebt hätten.

Die Studie unterstützt auch die Idee, dass der T. rex ein schneller, energiegeladener Jäger und Aasfresser war. Sein Stoffwechsel benötigte ständige Kraftstoffzufuhr. Der Befund stimmt mit umfassenderen Beweisen überein, die darauf hindeuten, dass Tyrannosaurier zwischen den Kontinenten wanderten.

Schlüsseldaten Box

  • Körpertemperatur: 97,3 °F (36,3 °C)
  • Vergleich:
  • Kaltblütige Reptilien: 82-86 °F (28-30 °C)
  • Die meisten Vögel: 104-109 °F (40-43 °C)
  • Periode: Kreidezeit, 143,1 Millionen bis 66 Millionen Jahre vor heute
  • Lage: Hell Creek Formation, Montana
  • Veröffentlichung: Science Advances, 16. September 2026
  • Fossilfundstätten: Kikak-Tegoseak Quarry, Alaska; Hell Creek Formation, Montana

Die Temperatur ist eine Zahl, aber sie öffnet eine Tür. Sie erlaubt uns, T. rex als ein aktives, bewegliches Tier und nicht als eine sonnenverwöhnte Echse zu imaginieren. Das ist ein König der Dinosaurier, den wir uns jagen über den Kontinent vorstellen können, von Mexiko bis Alaska.

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