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Tenzing-Review: Apples Biopic über Tenzing Norgay macht ihn endlich zum Helden seiner eigenen Geschichte.

Ein Biopic schenkt Tenzing Norgay seine vollständige Geschichte, seine Menschlichkeit, auf dem TIFF – Ehemann, Vater, Bergsteiger, Träumer.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
Two climbers stand upon the summit of a great snowy mountain.

Apples neues Biopic „Tenzing“ für Apple TV will einen Fehler korrigieren. Jahrzehntelang wurde die Geschichte der Everest-Besteigung von 1953 Tenzing Norgay als Nebenfigur behandelt, einen Sherpa, der an der Seite von Edmund Hillary arbeitete. Nun gibt Regisseurin Jennifer Peedoms Film Norgay seine volle Geschichte zurück, seine volle Menschlichkeit – Ehemann, Vater, Bergsteiger, Träumer – und er feiert seine Premiere beim TIFF als Mahnung an das, was die Geschichte vergessen hatte.

Drei Schauspieler verkörpern Norgay im Laufe seines Lebens: Samdrup Dorje Lama als Kind, Tenzin Dalha als junger Mann und Genden Phuntsok als der Bergsteiger, der schließlich zusammen mit Hillary den Gipfel erreicht. Auf dem Papier ist die Geschichte einfach: Ein Mann träumt von Everest, besteigt ihn sechsmal, ohne den Gipfel zu erreichen, und beim siebten Versuch erreicht er ihn mit einem Partner, der versteht, was es bedeutet, ein Außenseiter zu sein.

„Es ist ein einfacher Moment, aber Dalha macht jeden Funken dieser Erleichterung sichtbar, ohne es zu übertreiben.“

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Dhalas Tränen tragen die frühe Geschichte

Norgays Frau, Dawa, wird von Thinley Lhamo gespielt, und es ist sie, die inmitten des Films die Nachricht erhält, dass ihr Mann endlich die Erlaubnis erhalten hat, als Sherpa zu arbeiten. Die bewegendste Szene gehört Dalha, der Norgay in seinen frühen Zwanzigern spielt, und sie kommt, als er in ihren Armen zusammenbricht und Tränen vergiesst, die sich über Jahre des Verlangens, der Ablehnung und des unnachgiebigen Willens angesammelt haben.

Der Film beginnt ruhig, und eine einzige Szene etabliert seinen gesamten Ansatz. Norgay behandelt den Berg nicht als Hindernis. Er nennt ihn Chomolungma, den tibetischen Namen für Everest, und betrachtet ihn als heilzeichen anstatt als Ziel, das es zu erobern gilt. Dieser Respekt zieht sich durch das gesamte Bild und färbt jede Szene mit Zuneigung.

Phuntsok und Hiddleston bauen eine Freundschaft auf, die es wert ist, gesehen zu werden

Der Mittelpunkt des Films liegt bei Phuntsok und Tom Hiddleston. Bevor Colonel John Hunt, gespielt von Willem Dafoe, Norgay als Chef-Sherpa für den britischen Ansturm auf den Berg einsetzt, hat Norgay Everest bereits sechsmal bestiegen, ohne den Gipfel zu erreichen. Für diesen Versuch bittet er darum, als Teil des Teams und nicht nur als Helfer betrachtet zu werden.

Hiddleston hält Hillary durchweg geerdet und widersteht jeglicher Versuchung, Phuntsok zu übertrumpfen oder seinen Charakter in ein bekanntes Gesicht aus Geschichtsbüchern zu verwandeln. Stattdessen entwickelt sich ihre Freundschaft allmählich, Szene für Szene, durch gemeinsame Notlagen und gegenseitigen Respekt, sodass die Bindung zwischen ihnen bis zum Erreichen des Gipfels wie der natürliche Endpunkt von allem erscheint, was sie gemeinsam aufgebaut haben, und nicht wie eine überstürzte finale Belohnung.

John ist wärmer als erwartet, obwohl er bestimmt und fordernd ist. Er vermeidet es, ein steifer britischer Autoritätsfigure zu werden. Seine Führung zeigt echte Fürsorge für sein Team, ähnlich wie ein Trainer, der weiß, wann er Druck ausüben und wann er denen vertrauen muss, die auf dem Feld stehen.

Der Berg selbst ist ein Charakter

Die Bilder des Mount Everest, die Stefan Duscio’s Kameraarbeit hervorbringt, wirken gleichermaßen herrlich und aufrichtig beängstigend. Sie reduzieren die Bergsteiger auf kleine Figuren innerhalb riesiger Schneefelder und Felslandschaften, was den Berg noch größer erscheinen lässt als jede Person darauf. Die Aussicht ist durchweg atemberaubend, doch es bleibt demütigend zu sehen, wie die Bergsteiger in dieser riesigen Umgebung verschwinden.

Mit einer Laufzeit von 125 Minuten macht der Film deutlich, dass das Erklimmen des Gipfels nicht einfach eine Frage der Stärke oder des Vertrauens ist. Stattdessen geht es darum, zu akzeptieren, dass der Berg über Ihnen steht, größer als jeder einzelne Bergsteiger.

Ein Cast, der die Geschichte verankert

Der Nebencast füllt die Welt aus, ohne sie zu überfüllen. Lhamo verleiht Dawa eine angenehme Wärme, die ihre Beziehung zu Norgay geerdet, während Caitríona Balfe Jill Henderson mit einer leichten Note zum Leben erweckt, besonders in den witzigeren Momenten mit dem jungen Erwachsenen Norgay. Dafoe’s John bietet deutlich mehr Wärme als erwartet.

Gemeinsam verwandelt der Cast Tenzing in eine Geschichte über Menschen und nicht in eine bloße polierte Geschichtsstunde.

Peodoms dokumentarische Wurzeln zeigen sich

Peodoms dokumentarischer Hintergrund ist in der nichtlinearen Struktur des Films erkennbar. Die Geschichte bewegt sich flüssig zwischen Norgays Kindheit, seinen prägenden Jahren und seinen späteren Besteigungen, wird aber nie zu einer Vorlesung. Es gibt Norgay den Raum, gesehen zu werden, wie er wirklich war, und dieses Gleichgewicht ist die klügste Wahl des Films.

Dieser Film ist eine Korrektur, doch er predigt niemals. Stattdessen bietet er eine gelebte, humane Darstellung eines Mannes, dessen Traum endlich in Erfüllung ging.

Rolle Schauspieler
Junger Norgay (frühe Zwanziger) Tenzin Dalha
Bergsteiger Norgay / Gipfelpartner Genden Phuntsok
Hillary Tom Hiddleston
Colonel John Hunt Willem Dafoe

Lesen Sie den vollständigen TIFF-Kritikartikel auf collider.com.

Sehen Sie das Video, um das die Geschichte aufgebaut ist, auf Collider.

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