„Amazing Stories“ möchte ein Ort sein, an dem gewöhnliche Menschen in seltsame Abenteuer hineingezogen werden. Es ist eine kurzlebige Anthologieserie, eine Staffel mit fünf Episoden, produziert für Apple TV+. Steven Spielberg hat sie zusammen mit Edward Kitsis und Adam Horowitz geschaffen, die ihre Karriere auf Fantasy und Abenteuer aufgebaut haben. Die Serie hat ihren Namen von der ersten Science-Fiction-Zeitschrift, die 1926 startete und über Jahrzehnte in neuen Formen weiter erschien. Diese Geschichte ist das ganze Argument der Serie: Geschichten über das Staunen sind es wert, erneut erzählt zu werden.
Trailer, via Apple TV.
Das Format
Jede Episode steht für sich, mit einer anderen Besetzung und einer anderen Welt. Die Serie setzt auf Gaststars, um ihre Prämisse zu verkaufen, und die Ankündigungen für diese Gäste kamen schnell. Edward Burns, Austin Stowell und Kerry Bishé wurden gemeinsam am 4. Dezember 2018 genannt. Robert Forster folgte am 11. Oktober 2019, mit dem Hinweis, dass es seine letzte Rolle nach seinem Tod in der Episode „Dynaman and the Volt“ sein würde. Dylan O’Brien, Victoria Pedretti, Josh Holloway und Sasha Alexander wurden am 19. Januar 2020 hinzugefügt.
Das sind viele Namen für eine Serie mit nur fünf Episoden. Das Muster hält sich über die ganze Serie: berühmte Schauspieler, kleine Rollen, schnelle Abgänge. Das Anthologieformat verlangt von den Zuschauern, jede Geschichte als Einzelfall zu behandeln, und die Casting-Ankündigungen ließen dieses Versprechen real wirken. Die Serie kennt ihre eigenen Grenzen.
Was zusammenhält
Der erklärte Zweck der Serie ist es, alltägliche Figuren in Welten des Staunens, der Möglichkeit und der Fantasie zu versetzen. Das ist ein dünner Rahmen, und die Serie füllt ihn nicht immer gut. Manche Episoden setzen auf Spektakel; andere setzen auf Stimmung. Wenige setzen auf Figurenentwicklung, da niemand lange genug bleibt, um sich eine zu verdienen.
Die besten Episoden finden eine einzige Idee und lassen sie sich entfalten. Die schwächeren verbringen zu viel Zeit damit zu erklären, warum die Welt so funktioniert, wie sie funktioniert. Die Serie ist am besten, wenn sie dem Publikum zutraut, mit einem Rätsel auszuharren, statt es auszubuchstabieren.
Die Gästeliste
Die Gaststars der Serie sind ihr klarstes Verkaufsargument. Robert Forsters Auftritt, der als seine letzte Rolle angekündigt wurde, verlieh der Serie ein Gewicht, das nur wenige Anthologieserien aufbringen können. Sein Tod in der Episode „Dynaman and the Volt“ machte diese Ankündigung zu einer Tatsache statt zu einem Versprechen. Die anderen Gaststars bringen Energie in ihre kurzen Auftritte, selbst wenn die Drehbücher um sie herum nicht überzeugen.
Die Gastankündigungen wurden über fast zwei Jahre verteilt, was darauf hindeutet, dass die Serie ihre Besetzung aufbaute, bevor sie ihre Geschichten fertig geschrieben hatte. Diese Art der Planung ist im Fernsehen üblich, kann aber dazu führen, dass eine Serie eher zusammengestellt als gestaltet wirkt. Das Ergebnis ist eine Serie, in der die Namen auf dem Poster einprägsamer sind als die Geschichten, die sie erzählen.
Wie es sich entwickelt
Die Serie hatte am 6. März 2020 Premiere und lief bis zum 3. April 2020. Das ist ein kurzes Fenster für eine Serie mit diesem Anspruch. Fünf Episoden sind kaum genug Zeit, um einen Ton zu etablieren, geschweige denn eine Mythologie aufzubauen. Die Serie wirkt wie ein Pilot für eine Show, die nie eine zweite Staffel bekam, was eine faire Einschätzung dessen ist, was sie liefert.
Die Macher der Serie haben eine lange Geschichte mit Fantasy und Abenteuer, aber „Amazing Stories“ wird diesem Ruf nicht vollständig gerecht. Das Anthologieformat verlangt Präzision, und diese Serie begnügt sich oft mit Stimmung. Der Unterschied ist wichtig, wenn die Serie an ihren eigenen Zielen gemessen wird.
Was funktioniert
- Robert Forsters letzte Rolle trägt echtes Gewicht, besonders nach seinem Tod in der Episode „Dynaman and the Volt“.
- Die Ankündigungen der Gaststars erzeugen Vorfreude, der die Serie größtenteils gerecht wird.
- Die Prämisse der Serie ist einfach und leicht zu verstehen.
Was nicht funktioniert
- Das Anthologieformat bedeutet, dass die Charakterentwicklung zugunsten des Spektakels zu kurz kommt.
- Einige Episoden erklären ihre Welten, anstatt sie atmen zu lassen.
- Die Ambitionen der Serie übersteigen ihre Laufzeit, sodass einige Ideen unvollendet bleiben.
Die Ausstrahlungsreihenfolge
| Folge | Datum |
|---|---|
| Premiere | 6. März 2020 |
| Letzte Folge | 3. April 2020 |
Das ist der vollständige Verlauf der Serie. Fünf Folgen, sechs Wochen, vorbei.
Unsere Meinung
„Amazing Stories“ ist eine Serie, die ihre eigenen Tricks besser kennt als ihr eigenes Herz. Sie versteht die Wirkung eines Gaststars und die Anziehungskraft einer fremden Welt, aber sie weiß nicht immer, was sie mit beidem anfangen soll, sobald die Folge ins Rollen kommt. Die Serie ist angenehm anzusehen und vergessenswert in der Erinnerung. Sie ist die Art von Serie, die einen Sendeplatz füllt, ohne viel Aufmerksamkeit darüber hinaus zu verlangen.
Die Schöpfer der Serie haben zuvor größere, ehrgeizigere Projekte gemacht. Dieses spielt auf Nummer sicher, und Sicherheit ist nicht dasselbe wie Erfolg. Das Anthologieformat verlangt Disziplin, und „Amazing Stories“ erfüllt sie nicht immer.
Die Show erhält eine Bewertung von 5,1 von 10. Das ist ein fairer Mittelweg: kein Fehlschlag, kein Triumph, einfach eine Show, die hält, was sie verspricht, ohne viel mehr zu tun.
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