Sonic the Hedgehog kam am 14. Februar 2020 in die Kinos, mit einem Slogan, der „eine ganz neue Geschwindigkeit eines Helden“ versprach. Was er stattdessen liefert, ist eine 99-minütige Actionkomödie, die sich nie ganz entscheiden kann, was sie sein will. Jeff Fowler führt bei seinem Spielfilmdebüt Regie nach einem Drehbuch von Pat Casey und Josh Miller. Der Film zeigt James Marsden als Kleinstadtsheriff Tom Wachowski, Ben Schwartz als Stimme von Sonic und Jim Carrey als den boshaften Dr. Robotnik.
Trailer, via Paramount Pictures.
Von Green Hills nach San Francisco
Die Handlung ist schnell und locker. Sonic ist ein anthropomorpher blauer Igel, der mit Überschallgeschwindigkeit rennen kann. Ein Stamm von Echidnas überfällt ihn wegen seiner Kraft, und sein Beschützer, eine Eule namens Longclaw, gibt ihm einen Beutel mit goldenen Ringen, die Portale zu weit entfernten Orten öffnen. Sie schickt ihn zur Erde und bleibt zurück, um die Echidnas aufzuhalten, wobei sie sich opfert. Zehn Jahre später lebt Sonic heimlich in einer Waldhöhle nahe Green Hills, Montana, und beobachtet Tom und seine Frau Maddie aus der Ferne. Er verehrt sie, ohne zu wissen, dass das Paar plant, für Toms neue Stelle bei der Polizeibehörde nach San Francisco zu ziehen.
In einer einsamen Nacht spielt Sonic allein Baseball. Als er rennt, um den Kopf frei zu bekommen, löst er versehentlich einen elektromagnetischen Impuls aus, der den pazifischen Nordwesten lahmlegt. Das Verteidigungsministerium ruft Dr. Robotnik hinzu. Sonic flieht, versteckt sich im Schuppen der Wachowskis und wird von Tom betäubt. Der Unfall öffnet ein Portal nach San Francisco und schickt seine Ringe hindurch. Von dort aus beginnt ein Wettlauf um den Globus.
Jim Carrey und die Besetzung um ihn herum
Carrey spielt Robotnik mit der manischen Energie, die die Rolle verlangt, und er ist das Lebendigste im Film. Marsden ist sympathisch und geerdet als Tom, und Tika Sumpter tut, was sie kann, als Maddie. Natasha Rothwell, Adam Pally und Neal McDonough füllen die Nebenbesetzung auf. Schwartz spricht Sonic mit einer jugendlichen Begeisterung, die zur Sehnsucht der Figur nach Freundschaft passt.
Die Produktionsgeschichte überschattet all das. Die Entwicklung begann in den 1990er Jahren, kam aber ins Stocken, bis Sony Pictures 2013 die Rechte erwarb. Fowler wurde 2016 engagiert, und Paramount Pictures übernahm das Projekt 2017, nachdem Sony es in den Turnaround gegeben hatte. Der Großteil der Besetzung war bis August 2018 an Bord. Die Hauptdreharbeiten liefen zwischen September und Oktober jenes Jahres in Vancouver und auf Vancouver Island, mit einem für den 8. November 2019 angesetzten Kinostart. Dieser Termin hielt nicht.
Das Redesign, das den Kinostart verschob
Der erste Trailer löste negative Reaktionen aus. Sonic schien wie ein echter Igel auszusehen, und das Publikum lehnte ihn ab. Paramount verschob den Film um drei Monate, um Sonic so umzugestalten, dass er seinem Aussehen in den Videospielen näher kam. Die Korrektur funktionierte an der Oberfläche, doch sie kostete den Film auch seinen ursprünglichen Starttermin und ließ das fertige Produkt wie einen Kompromiss wirken.
Eine ganz neue Geschwindigkeit eines Helden.
Dieser Slogan leistet mehr Arbeit als der Film. Sonic the Hedgehog feierte am 25. Januar 2020 auf dem Studiogelände von Paramount Pictures Premiere, startete am 14. Februar in den Vereinigten Staaten und erreichte Japan am 26. Juni. Er erhielt gemischte Kritiken und stellte einen Rekord für den größten Start einer Videospielverfilmung auf. Dieser Rekord sagt mehr über die niedrige Messlatte des Genres als über die Qualität dieses Films.
Das Grundgerüst für etwas Besseres ist vorhanden. Die Freundschaft zwischen Sonic und Tom hat echte Wärme, und Carreys Robotnik ist den Kinokartenpreis wert. Doch die Handlung rast von einem Set Piece zum nächsten, ohne sich ihre emotionalen Momente zu verdienen, und der Gag mit dem Pilzplaneten verliert schnell an Schwung. Die Verzögerung durch das Redesign war die richtige Entscheidung, doch sie konnte ein Drehbuch nicht retten, das seine eigene Geschichte wie einen nachträglichen Einfall behandelt. Dies ist ein Film, der gebaut wurde, um ein Franchise zu starten, nicht um für sich allein zu stehen. Das Franchise bekam er. Den Film bekam er nicht.
Wertung: 4,7 von 10
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