Raising Voices kommt zu Netflix mit einer schwerwiegenden Frage im Zentrum: Was passiert, wenn ein Mädchen über Missbrauch spricht und alle um sie herum den Preis dafür zahlen. Die Serie, erschaffen von Miguel Sáez Carral und José Manuel Lorenzo, folgt Alma, als sie einen sexuellen Übergriff an ihrer Highschool meldet, und der Untersuchung, die ihr Leben auf den Kopf stellt und ihre Beziehungen auf die Probe stellt. Es ist eine straffe Miniserie mit acht Episoden, die keine Minute verschwendet.
Almas Warnung
Die Geschichte beginnt damit, dass Alma ein Warnschild an ihrer Schule aufhängt und einen Geschichtslehrer anprangert, der für viele ein sexueller Täter war, darunter Berta, ihre Freundin. Nach dieser Szene springt die Erzählung zurück, um die Ereignisse zu zeigen, die zu diesem Moment geführt haben. Diese Struktur funktioniert gut, sie gibt den Zuschauern ein klares Ziel, während der Mittelteil atmen kann.
Nicole Wallace spielt Alma mit einer stillen Intensität, die die ganze Serie verankert. Clara Galle und Aïcha Villaverde vervollständigen das Haupttrio, jede bringt eine eigene Energie in das Ensemble. Zum weiteren Cast gehören Ivan Massagué, Gabriel Guevara, José Pastor, Daniel de Lorenzo, Ruth Díaz, Eloy Azorín, Sara Rivero, Sami Gomez und Teresa de Mera, die alle in kleineren Rollen bestehen.
Die Untersuchung entfaltet sich
Während die Untersuchung voranschreitet, verfolgt die Serie, wie Almas Entscheidung durch ihre Gemeinschaft wirkt. Freunde wenden sich ab. Familienmitglieder kämpfen darum, es zu verstehen. Die Spannung baut sich Episode für Episode auf, wobei das Finale den zentralen Konflikt auflöst.
Das Tempo ist durchgehend gleichmäßig, jede Episode liefert genug erzählerischen Schwung, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Das Drehbuch konzentriert sich auf die menschlichen Kosten des Sprechens, anstatt auf billige Nervenkitzel oder Sensationslust zu setzen.
Was funktioniert
Was Raising Voices auszeichnet, ist die Bereitschaft, in unangenehmen Wahrheiten zu verweilen. Die Serie bietet keine einfachen Antworten, und sie lässt Almas Mut nicht ohne Konsequenzen belohnt werden. Diese Ehrlichkeit ist selten in Geschichten über sexuellen Missbrauch, und deshalb berührt die Serie.
Die Produktionswerte sind durchgehend solide, mit einer Kameraarbeit, die das klaustrophobische Gefühl einfängt, in einer Kleinstadt gefangen zu sein. Der Schnitt hält die Geschichte in schnellem Tempo in Bewegung.
Wo es zu kurz kommt
Die Serie ist nicht perfekt. Einige Nebenfiguren wirken unterentwickelt, und einige Handlungsstränge erhalten nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie die zentrale Geschichte. Es gibt auch einen Moment in der Mitte der Staffel, der das Tempo leicht verlangsamt.
Das sind kleinere Kritikpunkte gegenüber einem starken Kern. Die Stärken der Serie überwiegen ihre Schwächen bei Weitem.
Sendeplan
| Folge | Datum |
|---|---|
| 1 | 31. Mai 2024 |
| 2 | 31. Mai 2024 |
| 3 | 31. Mai 2024 |
| 4 | 31. Mai 2024 |
| 5 | 31. Mai 2024 |
| 6 | 31. Mai 2024 |
| 7 | 31. Mai 2024 |
| 8 | 31. Mai 2024 |
Wichtige Fakten
- Schöpfer: Miguel Sáez Carral, José Manuel Lorenzo
- Sender: Netflix
- Staffeln: 1, 8 Folgen
- Erstausstrahlung: 31. Mai 2024
- Letzte Ausstrahlung: 31. Mai 2024
Raising Voices ist ein starker, notwendiger Sehgenuss. Es behandelt ein schwieriges Thema mit Sorgfalt und Intelligenz und liefert ein befriedigendes Ende. Die letzte Folge verdient ihr Ende, und die Reise dorthin ist es wert.
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