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Jamie XX vertont Doug Aitkens „Lightscape“ im Shed

Jamie XX spielt die Live-Begleitung zu Doug Aitkens „Lightscape“ im Shed, eine Klangwand unter sieben Leinwänden.

Von mitch·5 Min. Lesezeit
A musician sits before his console while seven screens glow with images of distant places.

Jamie XX spielte einen Live-Score für Doug Aitkens „Lightscape“ im Shed in New York, und das Ergebnis war eine Nacht, in der Klang und Bild zu einer Einheit wurden. Die Installation hat gerade ihre Laufzeit in der Darla Moore Gallery des Shed beendet, doch der Veranstaltungsort hielt die Show für eine weitere Nacht am Leben und verwandelte sie am Donnerstag in eine Gala nur für Eingeladene. Aitkens siebenleinwandiges, filmbasiertes Werk lief 65 Minuten, und Jamie XX‘ Musik bewegte sich darunter und baute eine Klangwand auf, die zu den Bildern auf dem Bildschirm passte.

Die Installation

„Lightscape“ ist kein passiver Film. Es ist eine Galerieinstallation, die einen Raum mit sieben Bildschirmen füllt. Die Show folgt mehreren Figuren, während sie quer durch Amerika reisen, von Wüsten und abgelegenen Bergen bis zu Fabriken und Highways. Natasha Lyonne, Beck und Mitglieder des Los Angeles Dance Project treten durchgehend auf, obwohl die Figuren selten miteinander sprechen, selbst wenn sie denselben Bildausschnitt teilen.

Aitken beschrieb die Installation als ein Spiegelbild von Isolation und Entfremdung in der modernen Gesellschaft. Die Bilder weisen eine vage Ähnlichkeit mit dem Werk von Wim Wenders auf, doch die Menschen auf dem Bildschirm bleiben voneinander getrennt. Diese Distanz zwischen den Figuren wird laut Aitken zum eigentlichen Kernpunkt.

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Jamie XX‘ Score

Jamie XX‘ Solowerk stützt sich stärker auf Melodie als das vieler seiner Kollegen. Seine Musik für „Lightscape“ unterschied sich von seinem Album „In Waves“ aus dem Jahr 2024. Statt Songs baute er einen atmosphärischen Score, der unter den Bildern lag, statt sie voranzutragen. Die Kennzeichen seines Sounds waren weiterhin vorhanden: ungewöhnliche Gegenüberstellungen von Stimmen und Beats sowie Klangmanipulation, die das Publikum in Echtzeit verfolgen konnte.

Der Aufbau ließ die Zuhörer nahe an der Konsole sitzen, an der Jamie arbeitete, und sie beobachteten, wie er die Klänge direkt vor ihnen erzeugte. Die Darbietung fühlte sich weniger wie ein Konzert und mehr wie eine gemeinsame Erfahrung an.

Das unerwartete Ende

Die Show endete mit einem Tanzsong von 1983 der walisischen Synth-Pop-Band Freur mit dem Titel „Doot Doot“. Er war in dieser Ära ein stiller Hit bei New-Wave-DJs und enthielt zwei spätere Mitglieder von Underworld. Die Wahl war überraschend, und sie machte das Ende unvergesslich.

Es war auch eine Erinnerung daran, dass Jamie XX’s Bandbreite weit reicht. Er kann dichte, atmosphärische Texturen für eine Galerieinstallation aufbauen, aber er kann auch eine 65-minütige Show mit einer Tanzplatte von 1983 beenden. Der Kontrast ließ das Ende haften.

Andere Aufführungen

Nicht jede Nacht von „Lightscape“ bot Jamie XX. Im Sommer beherbergte die Installation Live-Improvisationen des Los Angeles Master Chorale und von William Basinski. Diese Aufführungen waren getrennt von Jamies Arbeit, und sie ergänzten die Reihe der Live-Momente der Show.

Jamie sagte Variety, dass er und Aitken monatelang gemeinsam an dem Projekt gearbeitet hatten. Die Musik, die er für diese Aufführung vorbereitet hatte, war aufgenommen worden, obwohl er unsicher war, ob sie veröffentlicht würde. Diese Unsicherheit schwebt über dem gesamten Unterfangen — die Aufführung existiert jetzt, aber ihre aufgezeichnete Form bleibt unbestätigt.

Was dies nahelegt

Die Aufführung legt nahe, dass Jamie XX beträchtliches Potenzial als Filmkomponist hat. Seine Fähigkeit, eine Atmosphäre aufzubauen, die zum Bild auf der Leinwand passt, ist selten, und die Tatsache, dass er es live tat, während das Publikum ihm bei der Arbeit zusah, machte die Erfahrung intimer, als es ein Standard-Soundtrack wäre.

Die Show zeigte auch, wie anpassungsfähig sein Klang ist. Er entfernte sich vom songbasierten Ansatz von „In Waves“, ohne das zu verlieren, was seine Musik unverwechselbar macht — die Schichtung von Stimmen und Beats, die sorgfältige Formung des Klangs. Das Publikum konnte diesen Prozess in Echtzeit ablaufen sehen, was die Aufführung weniger wie ein fertiges Produkt und mehr wie ein lebendiges Experiment wirken ließ.

Warum es wichtig ist

Der Donnerstagabend im Shed war eine Erinnerung daran, dass Live-Musik noch wichtig ist. Aitkens Installation hätte auch ohne Jamie XX’s Partitur für sich gestanden, aber das Live-Element machte sie zu etwas Größerem als die Summe ihrer Teile. Die Bilder waren fest, aber der Klang änderte sich mit jeder Note, die Jamie spielte.

Das Ende mit „Doot Doot“ war eine Überraschung. Es brachte die Show zum vollen Kreis, von einer Reflexion über Isolation zu einem Moment unerwarteter Musik. Es war unerwartet, und es blieb haften.

Die Aufführung wies auch auf einen größeren Trend in der Musik hin. Elektronische Künstler arbeiten zunehmend außerhalb des Clubs und vertonen Installationen und Galerien neben ihren Platten. Jamie XX‘ Arbeit hier zeigt, dass er sich in dieser Welt behaupten kann, und deutet darauf hin, dass seine Zukunft mehr Filmprojekte umfassen könnte.

Ob die aufgenommene Version der Partitur jemals das Licht der Welt erblicken wird, ist unbekannt. Doch die Aufführung selbst steht als Machbarkeitsnachweis – eine erfolgreiche Paarung von Klang und Bild, die beim Publikum einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Hier ist eine rangmäßige Betrachtung der Elemente, die die Aufführung zum Funktionieren brachten:

  1. Die Live-Partitur selbst – Jamie XX‘ Musik, die sich unter Aitkens Bildern bewegt.
  2. Die Nähe des Publikums zur Konsole, das beobachtet, wie die Klänge in Echtzeit entstehen.
  3. Die Verwendung von „Doot Doot“ als Ende, was die Menge überraschte.
  4. Die Improvisationen des Los Angeles Master Chorale und von William Basinski, die den Live-Momenten der Show etwas hinzufügten.
  5. Das ungewisse Schicksal der aufgenommenen Partitur, wodurch die Aufführung als die definitive Version bleibt.

Quellenmaterial: „Jamie XX Plays Live Accompaniment to Doug Aitken’s ‚Lightscape‘ Show at the Shed in New York“, Variety.

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