Archäologen in Österreich haben eine Sammlung von 500 Eisenstangen analysiert, die vor 2.200 Jahren vermutlich bei einem Schiffbruch verloren gingen. Der Fund, der größte Fund von antiken Eisen, der je in Europa entdeckt wurde, umfasst genügend Metall, um eine ganze Armee auszustatten.
Die „rostfarbene Schatzkammer“ kam im Jahr 2019 ans Licht, als Bauarbeiter bei der Kiesausbaggerung am Fluss nahe Deinham auf einige seltsame Eisenobjekte mit spitzen Enden stießen und die österreichische Denkmalschutzbehörde über ihren Fund informierten. Die Arbeiter waren zu diesem Zeitpunkt nicht der Bedeutung der Objekte bewusst, doch ihre Entdeckung hat sich seitdem als eine der wichtigsten archäologischen Entdeckungen ihrer Art herauskristallisiert.
Ein Minor Miracle That Survived
Peter Trebsche, ein Archäologe an der Universität Innsbruck in Österreich, beschrieb die Entdeckung als „nichts weniger als ein kleines Wunder“. Die Stangen wurden während der Kiesentnahme mit einer großen Schaufelbaggerin gefunden. Diese Maschine zerstörte den ursprünglichen Kontext des Fundes und damit die Chance der Archäologen, zu bestimmen, wie das Metall in die Donau gelangte.
„Es ist unglaublich, dass eine so große Menge Eisen auf einmal transportiert und in einem einzigen Tauschgeschäft im Spätaltertum zur Verfügung stand“, sagte Trebsche in einer Erklärung. „Dieser Fund demonstriert die gesteigerten Kapazitäten der Eisenproduktion, die im 3./2. Jahrhundert v. Chr. in der Donau-Region erreicht wurden.“
Die Zahlen Hinter Dem Schatz
Co-Autorin der Studie, Marion Berranger, eine Archäologin an der Technischen Hochschule Belfort-Montbéliard in Frankreich, arbeitete mit Trebsche an der Analyse der Sammlung. Ihre Ergebnisse wurden am Montag (21. September) in Antiquity veröffentlicht. Unter den Hunderten von Eisenfragmenten, die aus den Kiesbergen geborgen wurden, zählten sie 193 vollständige Eisenstangen und 307 teilweise Stangen, die zusammen mindestens 500 Stangen darstellen, die vor Jahrhunderten in die Donau verschwanden.
Die vollständigen Stangen hatten eine durchschnittliche Länge von 11,2 Zoll, was 28,5 Zentimetern entspricht. Ihr Gewicht betrug gerundet etwa 4,5 Pfund oder 2 Kilogramm. Die gesamte Sammlung wog zusammen etwa 2.200 Pfund, was 1 Metriktonne entspricht.
Die Eisenbarren von Deinham waren keine fertigen Erzeugnisse. Stattdessen handelte es sich um grob halbfertige Barren, manchmal auch als Blöcke bezeichnet, mit Spitzen an beiden Enden – Zwischenprodukte, die von einem Schmied schließlich zu anderen Objekten geformt worden wären.
Was die Barren bauen konnten
Die halbfertigen Eisenbarren hätten ausgereicht, um etwa 500 Schwerter zu schmieden, sagte Trebsche. „Das Eisen aus Deinham wäre ausreichend gewesen, um eine große Gruppe von Kriegern mit Waffen auszustatten“, so Trebsche, oder bis zu 8.000 Eisenklammern zu produzieren.
Die große Bedeutung des Fundes ist wirklich beeindruckend. Ein mit Eisen beladenes Schiff fand im heutigen Österreich im Donaufluss seinen Frieden, und Hunderte von Teilen des Eisens wurden aus dem Kies geborgen.
Der Ursprung des Metalls
„Die Möglichkeit einer kultischen Ablage kann nicht ausgeschlossen werden“, schrieben die Forscher in der Studie, „aber die meisten Studien zu Flussfunden kommen zu dem Schluss, dass Eisenbarren während des Transports verloren gegangen sind.“ Vor der Erfindung der Züge transportierten die meisten antiken Kulturen schwere Güter über Wasserwege.
Die Eisenbarren wurden möglicherweise oberhalb der archäologischen Stätte gegossen, so die Forscher, sollten sie bei einem Schiffbruch verloren gegangen sein. Andere Eisenbarren passender Art haben sich in Manching, Deutschland, etwa 200 Kilometer entfernt, gefunden, was es plausibel macht, dass die Barren von Deinham aus Bayern stammen, schrieb das Team in der Studie. Derzeit analysieren die Forscher Spuren von Elementen in den Barren, was helfen könnte, ihren geografischen Ursprung festzustellen.
Die Bedeutung des Fundes
Trebsche erklärte, dass der Fund die erweiterten Eisenproduktionskapazitäten beweist, die im 3./2. Jahrhundert v. Chr. in der Donau-Region erreicht wurden. Der Fund zeigt, dass eine große Menge Eisen in einer einzigen Transaktion produziert und bewegt wurde.
Unter allen prähistorischen Eisenbarrenfunden in Europa enthält der Fund von Deinham die größte Anzahl solcher Gegenstände.
Die Forschungsarbeit mit dem Titel „Ein gesunkenes Schiffsgut von 500 zweipyramidalen Barren? Implikationen für die Eisenproduktion und den Handel der La-Tène-Zeit entlang der Donau“ erschien in der Zeitschrift Antiquity und hat die digitale Kennung 10.15184/aqy.2026.10404.
Was noch zu tun ist
Experten untersuchen derzeit die Zusammensetzung der Elemente innerhalb der Stäbe, und diese Arbeit könnte Licht darauf werfen, woher sie stammen. Die Studie könnte Fragen zur Herstellung des Eisens und seiner Reise entlang der Donau klären.
Die Ermittler wiesen darauf hin, dass die Möglichkeit einer rituellen Deponierung nicht ausgeschlossen werden kann. Dennoch sind die meisten Studien von Flussfunden zu dem Schluss gekommen, dass Eisenstäbe Verluste waren, die während des Transports entstanden waren. Die plausibelste Erklärung für den Fund in Deinham ist, dass das Schiff, das das Eisen transportierte, während des Transports über Wasserwägungen sank.
Hunderte von Eisenfragmenten wurden aus dem Kies geborgen, Teile dessen, was einst eine massive Ladung Eisen war, die vor 2.200 Jahren sank. Die Ladung reichte aus, um eine ganze Armee mit Schwertern und Nägeln auszustatten – jeder der 500 Eisenstäbe wiegt ein Metrisches Tonne. Die Bergung ist ein kleines Wunder der Bewahrung.
Die Zwei Erklärungen
- Rituelle Deponierung – Forscher sagen, es ist möglich, aber nicht bewiesen.
- Verlust während des Transports – die überwiegende Mehrheit der Studien deutet in diese Richtung.
- Beweise aus Manching – übereinstimmende Eisenstäbe, die in Deutschland gefunden wurden, unterstützen die Transport-Erklärung.
Die beiden Erklärungen für den Fund in Deinham sind nicht gegenseitig ausschließend, aber die bisherigen Beweise sprechen für den Transport.
Quellenmaterial: „Nichts weniger als ein kleines Wunder: ‚Rostschatz‘, der in der Donau gefunden wurde, ist voll mit 2.000 Jahre alten Eisenstäben, die eine ganze Armee mit Waffen ausrüsten könnten“, Live Science.
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