Kameras, die tausende Autos mit gefälschten Kennzeichen auf britischen Straßen einfangen, haben an einer Stelle über 1.000 „Ghost-Kennzeichen“ pro Tag erfasst, wie eine neue BBC-Recherche zeigt.
Die Kameras werden derzeit auf Autobahnen in Südostengland getestet. Sie zielen auf Ghost-Kennzeichen ab, die spezielle Kunststoffe verwenden, um einen oder mehrere Teile eines Kennzeichens für die meisten Autobahnkameras unlesbar zu machen. MAV Systems testet eine neue Kamera, die in der Lage ist, diese Kennzeichen zu identifizieren und zu lesen.
Eine Teststelle in der Nähe der Dartford Crossing verzeichnet durchschnittlich über 1.000 Ghost-Kennzeichen pro Tag über mehrere Monate. Zwei weitere Standorte zeigen ein ähnliches Muster:
- An einem in der Nähe der M25 stiegen die erfassten Kennzeichen von 1.000 pro Tag auf fast 2.000 pro Tag.
- Der andere in der Nähe des Eurotunnels in Folkestone meldet über 400 pro Tag.
Das Vereinigte Königreich verfügt bereits über 14.000 Automatic Number Plate Recognition (ANPR)-Standorte, die täglich 100 Millionen Kennzeichen erfassen. Die neuen Kameras sollen einen Mangel in den bestehenden Systemen beheben, mit dem nicht Schritt gehalten werden kann, mit den Taktiken von Fahrern, die entschlossen sind, die Erkennung zu vermeiden.
Die Menschen hinter den Zahlen
Die Recherche nennt zwei Todesfälle, die auf Fahrzeuge mit versteckten oder veränderten Kennzeichen zurückzuführen sind. Jason Wallis starb 2023 in Buckinghamshire, er wurde von einem Auto mit versteckten Kennzeichen angefahren. Lewis Baker überlebte und wurde zu 15 Monaten Haft wegen gefährlicher Fahrweise verurteilt, nachdem er gestanden hatte, ein Gerät verwendet zu haben, um sein Kennzeichen zu verbergen.
Graham Slinn wurde 2025 bei einer Fußgängerüberquerung von einem Auto mit geklonten Kennzeichen getötet. Der Fahrer Cain Byrne wurde zu 11 Jahren und sechs Monaten Haft wegen Todesfahrts durch gefährliche Fahrweise, Fahren ohne Fahrerlaubnis und fehlender Versicherung verurteilt.
Nicola Timmis, die Tochter des Opfers, bezeichnet geklonte Kennzeichen als „Einstiegsdroge“, die es Fahrern ermöglicht, größere Risiken einzugehen. Sie argumentiert, dass Fahrer, sobald sie ihre Identität verbergen, eher gefährlich fahren.
Die neue Kameratechnologie
MAV Systems testet eine neue Kamera, die in der Lage ist, Ghost-Kennzeichen zu identifizieren und zu lesen. Die Technologie zielt auf Kennzeichen ab, die spezielle Kunststoffe verwenden, um einen oder mehrere Teile eines Kennzeichens für die meisten Autobahnkameras unlesbar zu machen.
Die Menschen hinter den Zahlen )
Die Untersuchung verweist auf zwei Todesfälle im Zusammenhang mit Fahrzeugen mit versteckten oder geänderten Kennzeichen. Jason Wallis starb 2023 in Buckinghamshire, nachdem er von einem Wagen mit versteckten Nummernschildern angefahren worden war. Lewis Baker überlebte, wurde jedoch zu 15 Monaten Haft wegen gefährlicher Fahrweise verurteilt, nachdem er zugegeben hatte, ein Gerät benutzt zu haben, um sein Nummernschild zu verdecken.
Graham Slinn wurde 2025 auf einem Fußgängerüberweg von einem Wagen mit geklonten Kennzeichen getötet. Der Fahrer Cain Byrne wurde zu 11 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt, weil er durch gefährliche Fahrweise einen Menschen getötet, während der Fahrt von der Fahrerlaubnis ausgeschlossen war und ohne Versicherung gefahren war.
Nicola Timmis, die Tochter des Opfers, bezeichnet geklonte Nummernschilder als eine „Einstiegsdroge“, die es Fahrern ermöglicht, mehr Risiken einzugehen. Sie argumentiert, dass Fahrer, sobald sie ihre Identität verbergen, eher gefährlich fahren.
Tony Porter, ein ehemaliger leitender Anti-Terror-Beamter, der bei der Beratung zu Überwachungskameras mitwirkt, sagt, schwache ANPR-Systeme („Automatic Number Plate Recognition“) „die Öffentlichkeit gefährden“. Er glaubt, dass das derzeitige System nicht in der Lage ist, Fahrer aufzuhalten, die nicht entdeckt werden wollen.
Wie der Handel funktioniert )
Mehr als 34.000 Unternehmen sind beim DVLA (Driver and Vehicle Licensing Agency) zur Lieferung von Nummernschildern registriert. Jeder kann registrierter Lieferant werden, indem er ein Formular ausfüllt und eine einmalige Gebühr zahlt.
Geheime Dreharbeiten auf einem Markt in Essex ergaben, dass zwei von drei angesprochenen Unternehmen Ghost-Nummernschilder anboten, um Ulez-Kameras zu umgehen. Ein Unternehmen verkaufte ein Schild für 40 £ in bar, ohne Ausweis oder Nachweis von Eigentumsrechten, in weniger als acht Minuten.
Gemäß einer Informationsfreiheitsanfrage wurden seit 2020 nur zwei Nummernschildlieferanten strafrechtlich verurteilt und vom DVLA-Register ausgetragen.
Die Schwachstelle im System )
Das Problem liegt nicht nur an den Schildern selbst. Es ist das freiwillige System der Registrierung von Lieferanten, das es jedem ermöglicht, mit minimalem Aufwand in den Handel einzusteigen.
Die DVLA-Registrierung ist erforderlich, um Nummernschilder zu verkaufen, aber die Durchsetzung ist mangelhaft. Die Untersuchung ergab, dass Lieferanten auf dem Markt in Essex bereit waren, das Gesetz ohne Zögern zu brechen.
Die Regierung hat einen nationalen Plan eingeleitet, um das Ausmaß des Problems zu verstehen und was dagegen unternommen werden kann. Das ist ein Anfang, aber es geht nicht auf die zugrunde liegende Schwäche bei der Zulassung ein. Ein freiwilliges System, dem jeder mit einem Formular und einer Gebühr beitreten kann, ist kein System – es ist eine Einladung zu Betrug.
„die Öffentlichkeit gefährden“
Was als Nächstes geschieht
Die Panorama-Sendung läuft auf BBC One (BBC Two in Nordirland) am Montag, dem 28. September, um 20:00 Uhr.
Die Sendung wird die vollständigen Ergebnisse der Untersuchung vorstellen, einschließlich des Umfangs der Erkennungen von „Ghost Plates“ und der Geschichten der Betroffenen. Sie wird auch untersuchen, wie die DVLA Lieferanten registriert und wie die Regierung plant, zu reagieren.
Das Versprechen der Regierung für einen nationalen Plan ist ein Schritt, aber ein kleiner. Ein nationaler Plan, um das Ausmaß des Problems zu verstehen, ist nicht dasselbe wie ein Plan, um es zu beheben.
Die Untersuchung ergab außerdem, dass seit 2020 nur zwei Lieferanten strafrechtlich verfolgt und aus dem DVLA-Register entfernt wurden. Das ist eine winzige Anzahl von Strafverfolgungen für einen Handel, der 34.000 registrierte Unternehmen umfasst.
Die Regierung hat eine Wahl. Sie kann entweder das Zulassungssystem verschärfen oder es so lassen, wie es ist. Die BBC-Recherche deutet darauf hin, dass das aktuelle System nicht funktioniert.
Wo die Zeitung steht
Die Zeitung unterstützt die Bürger und lokalen Gruppen, die sich gegen die Kameras wehren, und ist gegen die neue Technologie zur „Ghost-Plate“-Erkennung von MAV Systems sowie die Datenfallen, die diese hervorbringen könnte. Die Zeitung lehnt die Massenüberwachung von Privatpersonen durch Regierungen oder durch Unternehmen ab, die ihnen Waren verkaufen, und unterstützt die Bürger und lokalen Gruppen, die sich wehren.
Die BBC-Recherche zeigt, dass „Ghost Plates“ eine reale Bedrohung darstellen, an die reale Todesfälle gebunden sind. Die Position der Zeitung bezieht sich jedoch nicht auf die Lösung dieser Bedrohung durch mehr Kameras. Es geht darum, einen Überwachungsstaat zu vermeiden, und ein System, das Tausende von Autos pro Tag erfasst, speist diesen Staat anstatt ihn zu kontrollieren.
Die Zeitung würde eine strengere Zulassung für Kennzeichenhändler fordern, nicht nur einen nationalen Plan, um das Ausmaß des Problems zu verstehen. Sie würde Strafverfolgungen fordern, die dem Umfang des Handels entsprechen, nicht zwei in sechs Jahren. Und sie würde Transparenz darüber fordern, wie das DVLA Händler registriert, nicht geheime Dreharbeiten auf einem Markt, um dies aufzudecken.
Quelle: „Tausende illegale Schrottkennzeichen an Autos durch neue Kameras aufgedeckt“, die BBC.
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