Manchester City wurde schuldig befunden, ein jahrelanges Schema zur Verschleierung von Hunderten von Millionen Pfund an Finanzierung von der Premier League betrieben zu haben, so eine unabhängige Entscheidung, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Der Verein wurde in allen Anklagen wegen schwerwiegender Verstöße gegen die Finanzregeln und fast in allen in Bezug auf eine fehlende Kooperation mit der Untersuchung schuldig befunden.
Die Entscheidung, die sich über 40 Seiten erstreckt, verwendet das Wort „Schemata“ achtmal, um die Vorkehrungen zu beschreiben. Sie stellt fest, dass City einen Weg fand, die Sponsoreneinnahmen über neun Saisons hinweg zu erhöhen, beginnend mit der Saison 2009-10.
Wie das Schema funktionierte
City richtete ein, was die Entscheidung als Disguised Funding Scheme bezeichnet. Es wurden mehr als 830 Millionen Pfund Sponsoring-Finanzierung sowie 90 Millionen Pfund an Ausgaben verschleiert. Das Schema funktionierte durch den Abschluss von Sponsoringverträgen deutlich über dem üblichen Marktwert, wobei jeder Vertrag in eine Basisgebühr und eine gekennzeichnete Summe aufgeteilt wurde.
Die Sponsoren zahlten die Basisgebühr, und die Eigentümer des Vereins zahlten die gekennzeichnete Summe. Das bedeutete, dass der volle Wert der Sponsoringvereinbarung als Einnahme in den Büchern von City ausgewiesen wurde, obwohl das Geld von der kontrollierenden Partei des Vereins und nicht von externen Unternehmen stammte.
Die Einnahmen aus dem Sponsoring beliefen sich in den Saisons von 2009-10 bis 2017-18 auf insgesamt 949,94 Millionen Pfund. Nur 119,25 Millionen Pfund entsprachen Basisgebühren, während 830,69 Millionen Pfund von den Eigentümern des Vereins gezahlte gekennzeichnete Summen waren.
Die Entscheidung beschreibt auch eine spezifische Vorgehensweise aus dem Mai 2013. Weniger als eine Woche vor dem Ende des Geschäftsjahres 2012-13 schloss City eine Lücke von 9,9 Millionen Pfund bei den finanziellen Regeln der Uefa, indem er veränderte Sponsoringvereinbarungen erstellte. Diese Vereinbarungen erhöhten die ausgewiesenen Sponsoringgebühren, um Prämien für Ereignisse zu zahlen, die bereits stattgefunden hatten, und um eine US-Tour zu finanzieren.
Der Longbow-Verbindung
Projekt Longbow wurde 2012 gestartet. Laut der Entscheidung waren viele Stränge des Projekts Longbow echte und legitime Versuche, die Einnahmen zu steigern und die Betriebsverluste zu senken. Ein Strang war nicht echt: das Fordham-Arrangement.
Das Urteil beschreibt die Fordham-Vereinbarung als „im Wesentlichen eine Fassade“. Gelder der Eigentümer des Clubs wurden verwendet, um Fordham zu ermöglichen, von dem Club das Recht zu erwerben, finanziell von den Bildrechten der Spieler zu profitieren, zu einem beträchtlichen, künstlich aufgeblähten Preis. Es war „ein weiteres Mittel, um Gelder auf eine Weise auszuzahlen, die ihre wahre Herkunft verschleierte“, und es „ermöglichte dem Club vorzutäuschen, dass diese Gelder betrieblichen Einnahmen entsprachen“.
Das Urteil stellte fest, dass 24,5 Millionen Pfund fälschlicherweise als betriebliche Einnahmen erfasst und 49,414 Millionen Pfund fälschlicherweise von den betrieblichen Aufwendungen ausgeschlossen wurden. Es hieß außerdem, dass die Vereinbarung „mit dem Wissen und der Zustimmung“ einer Reihe von Einzelpersonen betrieben wurde, deren Namen gestrichen wurden.
Reaktion von City
Man City hat die Anschuldigungen zurückgewiesen und behauptet, die Premier League habe die Sponsoringvereinbarungen falsch verstanden. Das Panel wies diese Erklärung zurück und bezeichnete sie als unwahr, und nannte sie „im besten Fall nach dem Ereignis konstruiert, um die Realität des getarnten Finanzierungssystems zu verschleiern und zu verbergen“.
Der Club wusste, dass sie voraussichtlich mindestens in den folgenden fünf Saisons weiterhin hohe Verluste erleiden würden. Die gesamten Verluste für die Saison 2009-10 würden den Rekordverlust des FC Chelsea aus dem Jahr 2006 von 140 Millionen Pfund übersteigen.
Faktenbox
- Getarntes Finanzierungsschema: Mehr als 830 Millionen Pfund an versteckter Sponsoringfinanzierung, 90 Millionen Pfund an versteckten Ausgaben
- Sponsoringeinnahmen: Insgesamt 949,94 Millionen Pfund, 119,25 Millionen Pfund Grundgebühren, 830,69 Millionen Pfund taggegebene Beträge
- Lösung im Mai 2013: Ein Uefa-Engpass von 9,9 Millionen Pfund wurde über geänderte Sponsoringvereinbarungen gestopft
- Fordham-Vereinbarung: 24,5 Millionen Pfund wurden fälschlicherweise als betriebliche Einnahmen erfasst, 49,414 Millionen Pfund wurden fälschlicherweise von den Aufwendungen ausgeschlossen
- Rekordverlust von Chelsea: 140 Millionen Pfund, 2006
Das Urteil beschreibt ein Verhaltensmuster, das sich über fast ein Jahrzehnt erstreckte. Die Premier League hat dieses Muster nun als betrügerisch eingestuft, und die Sprache des Urteils – „Scheintat“ taucht achtmal auf – macht deutlich, wie ernst es bewertet wurde.
Das Urteil ist lang und detailliert. Die Fakten des Falls sind nun öffentlich, und die Premier League hat ihr Urteil gefällt.
Was als Nächstes geschieht
Das Urteil legt die Verstöße und die Feststellungen dar. Der nächste Schritt wird die Sanktion sein, die noch nicht angekündigt wurde. Die Premier League muss entscheiden, welche Strafe auf eine Feststellung dieses Ausmaßes folgt.
Citys Ablehnung der Anschuldigungen wurde von dem Panel zurückgewiesen. Die Erklärung des Clubs wurde als unwahr und erfunden bezeichnet. Das ist eine schwerwiegende Feststellung, die Gewicht hat.
Das Urteil ist eine Feststellung der Fakten. Die Fakten des Falls sind nun öffentlich, und die Premier League hat ihr Urteil gefällt.
Quellenmaterial: „Das komplizierte Netz, das Man City spann, um die Premier League zu täuschen“, die BBC.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

