Johannah Hedvas erste Soloausstellung in New York ist ein langsames Tröpfeln von schwarzer Tinte und verbranntem Holz, aufgebaut um die Idee, dass alles darin irgendwann zur Neige gehen wird. Die Ausstellung, Gravity, My / Favorite Enemy, läuft im Center for Art, Research and Alliances (CARA) und will Sie das Gewicht der vergehenden Zeit spüren lassen.
Die Ausstellung beginnt mit einem einfachen Aufbau: eine Glasflasche hängt von der Decke, gefüllt mit einer dicken, dunklen Flüssigkeit, die langsam auf den Teppich darunter tropft. Hedva sagt, die Flasche enthalte genug Flüssigkeit, um bis Dezember zu reichen, danach signalisiere die leere Flasche das Ende der Ausstellung selbst. Dieses Gefühl der Endgültigkeit zieht sich durch alles, was sie erschafft.
Die Flasche und ihre Flüssigkeit
Die Flasche ist das Herz der Installation. Sie tropft kontinuierlich, und der Teppich nimmt die Fleck ab.
Stoff über verbranntem Holz
Die Hauptgalerie beherbergt ein Werk mit dem Titel „I’m Not Punished by What You Like to Be Punished by“ (2026). Ein hellbrauner Jerseystoff spannt sich über eine Platte aus verbranntem Holz, die auf dem Boden darunter zusammenfließt. Die Ränder des Stoffes sind mit Haar aus indischen Tempeln verziert — Haare, die während hinduistischer Rituale geschoren werden und oft an westliche Konsumenten in Bahnen verkauft werden, um die Instandhaltung der Tempel zu finanzieren.
Ein zweites Werk mit Tempelhaar
Das Tempelhaar taucht auch in der Skulptur „I’ll Take More“ (2026) auf, wo eine Mähne über dem Holzrahmen drapiert ist. Ein konservierter Mondschatten hängt an einem Klavierseil, das aus der Platte herausragt.
Was hier funktioniert
- Die Flasche und ihre tropfende Flüssigkeit setzen einen klaren Ton.
- Das verbrannte Holz liest sich als Verfall, was zu den Themen der Ausstellung passt.
- Das Tempelhaar erscheint in beiden Galeriewerken.
Was fehlt (
Nicht jede Passage entfaltet die gleiche Wirkung. Die Kritik bemängelt, dass die Aufführung mit der Hingabe an das Kosmos ringt, den Zuschauer aber nicht immer überzeugt, Hedva in die Leere zu folgen. (
Das Urteil der Kritik (
Die Aufführung ist ehrgeizig. Sie möchte die Unterschiede zwischen Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit, Anwesenheit und Abwesenheit aufheben. Sie gelingt es, eine Stimmung zu erzeugen – die tropfende Phiole, das verbrannte Holz, das aufgetürmt liegende Gewebe –, aber die Aufführung überzeugt nicht immer genug, um Hedva in die Leere zu folgen. (
Hedvas Werk hat sie bereits als eine Künstlerin etabliert, die Krankheit und Tod als Themen behandelt, die es wert sind, erforscht zu werden. Die Aufführung bedient sich desselben Themas, aber die visuellen Elemente stimmen nicht immer mit der Tiefe der Prosa überein. Das Urteil der Kritik ist gerechtfertigt: Die Aufführung ist mit ihrem eigenen Untergang im Blick gemacht, überzeugt aber nicht immer genug, um Hedva in die Leere zu folgen. (
Quelle: „The Agony and Ecstasy of Johanna Hedva“, Hyperallergic. (
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