Kopenhagens neue Metrostation wirkt, als wäre sie von einem Zug getroffen worden, der mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs war. Der 2024 eröffnete Bahnhof Havneholmen verfügt über von der Decke hängende Bänke, Mülleimer, die seitlich aus den Wänden herausragen, und Informationsbildschirme, die in seltsamen Winkeln geneigt sind. Das ist kein Fehler. Es ist Kunst.
Die dänische Künstlergruppe Superflex entwarf den Raum als Simulation dessen, was passiert, wenn alles mit dieser Geschwindigkeit unterwegs ist. Bei Lichtgeschwindigkeit, so die Künstler, würden sich Schwerkraft und die Form des Raumes selbst verändern. Diese Logik überträgt sich auf die Bänke, Schilder und Uhren, die den Eindruck erwecken, als wären sie vom Kurs abgekommen.
Was Superflex tat
Superflex ging mit ungewöhnlicher Freiheit an das Projekt heran. Laut einem Mitglied von Superflex sagte der Betreiber der Metro ihnen, sie sollten „einfach machen“. An manchen Stellen erwies sich der Auftraggeber als wilder als die Künstler selbst.
Die Verzerrungen sind nicht nur zur Schau gestellt. Sie wurden neben funktionierenden Versionen derselben Einrichtungsgegenstände an ihren üblichen Standorten platziert. Fahrgäste können trotzdem die Uhrzeit ablesen und sehen, wann der nächste Zug ankommt, obwohl Uhren, Schilder und Bänke den Eindruck erwecken, als seien sie vom Kurs abgekommen.
Der Lichtgeschwindigkeitseffekt
Die Kernidee ist einfach zu erklären, aber seltsam zu erleben. Superflex nahm das Prinzip, dass sich Schwerkraft und die Form des Raumes bei Lichtgeschwindigkeit verändern würden, und wendete es auf die physischen Objekte des Bahnhofs an.
Das Ergebnis ist ein Raum, der sich anfühlt, als würde er auseinanderfallen, während er perfekt funktionsfähig bleibt. Bänke hängen von der Decke statt auf dem Boden. Ein Mülleimer ragt seitlich aus einer Wand. Informationsbildschirme neigen sich in seltsamen Winkeln. Uhren laufen nach ihren eigenen Zeitplänen.
Warum es funktioniert
Die Designer des Bahnhofs trafen eine praktische Wahl. Anstatt rein dekorative Nachbildungen zu bauen, platzierten sie die verzerrten Versionen neben voll funktionsfähigen Originalen. So kann ein Fahrgast auf einer Bank sitzen, die so aussieht, als würde sie schweben, während er ein Schild liest, das ihm genau sagt, wann der nächste Zug ankommt.
Diese Kombination verhindert, dass die Illusion in nutzlosen Schmuck ausartet.
Die Künstlergruppe dahinter
Für dieses Projekt arbeitete Superflex eng mit dem Betreiber der U-Bahn zusammen, der ihnen ungewöhnlich freie Hand ließ.
Das Ergebnis ist eine Station, die wie ein seltsames Experiment wirkt, aber man kann sie tatsächlich durchfahren.
Wie die Illusion zusammenhält
Jedes Element ist auf seine eigene Weise verbogen, so dass der Raum sich anfühlt, als würde er sich um eine einzelne Achse verformen. Die Uhren, Schilder und Bänke scheinen alle von derselben Gravitationskraft gefangen zu sein.
Diese Konsistenz ist es, die den Effekt zusammenhält. Wenn eine Bank von der Decke hängen würde, während ein Schild flach an der Wand läge, würde die Illusion zusammenbrechen. So wie es steht, liest sich die Station als ein einziger, zusammenhängender Raum, der einfach über seine normale Form hinausgestreckt wurde.
Was Fahrgäste sehen
Hier ist, was Fahrgäste beim Durchgang durch Havneholmen erleben:
- Bänke hängen von der Decke anstatt auf dem Boden zu stehen
- Ein Mülleimer ragt seitlich von einer Wand ab
- Informationsbildschirme sind in seltsamen Winkeln geneigt
- Uhren laufen nach eigenen Zeitplänen
- Voll funktionsfähige Originalversionen an ihren gewohnten Standorten
Der Bahnhof ist voll funktionsfähig.
Wesentliche Fakten
- Station: Havneholmen U-Bahn-Station, Kopenhagen, Dänemark
- Eröffnet: 2024
- Designer: Superflex, eine dänische Künstlergruppe
- Konzept: Simulierte Effekte von Reisen mit Lichtgeschwindigkeit
- Funktionalität: Voll funktionsfähig, mit funktionierenden Versionen neben den verzerrten
Unsere Meinung
Havneholmen ist ein kleiner Bahnhof mit einer großen Idee. Er nimmt einen vertrauten städtischen Raum und biegt ihn zu etwas Seltsamem, während er gleichzeitig voll nutzbar bleibt. Das Design respektiert den Informationsbedarf der Fahrgäste, weshalb die funktionierenden Versionen überhaupt existieren.
Das Ergebnis ist ein Bahnhof, der Aufmerksamkeit belohnt. Fahrgäste, die den Blick von ihren Handys abwenden, werden etwas sehen, das falsch aussieht, und dann erkennen, dass es die Station selbst ist, die sich verändert hat, nicht ihre Augen.
Es ist ein seltenes Beispiel dafür, dass die Kunst tatsächlich besser funktioniert, weil sie nicht im Weg steht.
Quellenmaterial: „Havneholmen U-Bahn-Station in Kopenhagen, Dänemark“, Atlas Obscura.
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