„The Amazing Spider-Man 2“ will sich alles zugleich sein: eine Superhelden-Erzählung, eine Liebesgeschichte, ein Krimi und ein Franchise-Finale. Es schafft es fast gar nicht. Der Film ist aufgebläht, verwirrend und schlecht gerichtet, mit einer Hauptdarstellerleistung, die sich wie eine Schaufensterpuppe in einem Kostüm anfühlt. Es ist ein Durcheinander, und es weiß es.
Trailer, via Sony Pictures Entertainment.
Andrew Garfields Steife Darstellung
Andrew Garfield spielt Peter Parker als einen Mann, der immer kurz davor steht zu weinen. Seine Augen sind weit, seine Haltung gekrümmt, und er spricht über Trauer und Verantwortung mit der emotionalen Tiefe eines nassen Schwamms. Er ist nicht schlecht. Er ist einfach nicht präsent. Es gibt kein Funke, keinen Witz, keinen Sinn für einen jungen Mann, der versucht eine zerbrochene Existenz zusammenzuhalten. Er ist ein Platzhalter, und der Film lehnt sich auf ihn, um Szenen zu tragen, die dem Plot gehören sollten.
Das Nebendarstellergespann fährt es ebenso schlecht. Emma Stone kehrt als Gwen Stacy zurück und wird fast nichts gegeben außer traurig auszusehen und über den Tod ihres Vaters zu sprechen. Jamie Foxx erscheint als Norman Osborn, aber der Charakter ist neu geschrieben als ein kriminelles Genie mit einem Rachegedanken gegen die Stadt, und Foxx’s Versuche, die Tragödie eines zerbrochenen Mannes zu spielen, werden vom Lärm von CGI und Explosionen übertönt. Paul Giamatti tritt auf als ein Bösewicht namens Rhino, dessen Darstellung auf eine Serie von Grunzlauten und Rufen hinter einer Metallmaske reduziert wird. Keiner von ihnen bekommt die Chance, Luft zu holen.
The Electric Mayhem und der Zugabsturz
Der Films größtes Spektakel ist ein Zugabsturz, und es ist ein Desaster. Die Sequenz dauert zehn Minuten, und sie ist voller wackliger Kameras, Zeitlupe und Explosionen, die wie aus einem Computerspiel aussehen. Der Punkt der Szene sollte sein, dass Peter beschließt, er könne sich nicht länger zur Seite treten lassen, während Menschen sterben. Stattdessen wird sie zu einem Schaustück für das technische Üppigkeit des Films, bei dem die Aktion jede emotionale Belohnung ertränkt.
The Electric Mayhem wird als eine Band vorgestellt, die Peter in einem Club tritt, und sie sollen seine Sehnsucht nach einem normalen Leben repräsentieren. Sie sind ein Witz, und das Film weiß nicht, was es mit ihnen anzufangen hat. Ihr Lied ist ein Pop-Rock-Scherz, der versucht, kultig zu klingen, und ihre Präsenz im Plot ist ein Geheimnis, bis zum Abschluss, wo sie plötzlich als Teil einer größeren Verschwörung entlarvt werden. Es ist ein billiger Trick, und er funktioniert nicht.
„Wir werden diese Stadt erobern!“
Diese Zeile, geliefert von einem Charakter, der ein Musiker sein soll, ist der schlimmste Moment im Film. Es ist genau das, wovon man im Kino lacht, und es verdient jede Lachsalve.
Der Rhino-Kampf und der Abschluss
Der Höhepunkt des Films ist ein Kampf zwischen Spider-Man und Rhino, und es ist ein Chaos. Die CGI ist miserabel, die Choreografie existiert gar nicht, und die Bedrohung wird nie klar gemacht. Der Bösewicht ist ein Mann in einem Nashorn-Anzug, und der Film behandelt ihn als ernsthaftes Übel für die Stadt. Er ist es nicht. Der Kampf endet innerhalb von Sekunden, und die Auflösung ist ein Achselzucken.
Der Abschluss zieht sich zwanzig Minuten nach den Credits weiter, und er ist voller Erklärungen über einen Heilungsplan, eine Serum und eine Verantwortung, die Peter erben soll. Die Dialoge sind holprig, und die Reden über Verantwortung und Opfer werden mit einer Ehrlichkeit geliefert, die unmöglich zu glauben ist. Der Film endet mit Triumph, aber der Sieg fühlt hohl. Es ist ein glückliches Ende, aber es ist nicht verdient.
Vergleich der beiden Filme
| Feature | The Amazing Spider-Man | The Amazing Spider-Man 2 |
|---|---|---|
| Hauptdarsteller | Andrew Garfield | Andrew Garfield |
| Nebendarsteller | Emma Stone, Rhys Ifans | Emma Stone, Jamie Foxx |
| Bösewicht | Doctor Octopus | Electro |
| Stimmung | Ursprungsstory | Ursprungsstory und Fortsetzung |
| Laufzeit | 132 Minuten | 142 Minuten |
Die Tabelle oben zeigt den Unterschied zwischen den beiden Filmen. Der erste war eine enge Herkunftsgeschichte mit klarem Fokus. Dieser hier ist ein aufgeblähter Nachfolger, der versucht, zu viel zu tun. Es ist kein Scheitern des Gesichtspunkts. Es ist ein Scheitfern der Umsetzung.
Das Urteil
„The Amazing Spider-Man 2“ ist eine Enttäuschung. Es war ein Film, der hätte ein starker Beitrag zur Gattung sein können, aber er entschied sich für einen Spektakel. Die Darstellungen sind schwach, die Rhythmisierung ist durcheinander, und das Plot ist ein Durcheinander. Es ist kein schlechter Film im Sinne eines schlechten Films, der Spaß macht zu schauen. Es ist ein schlechter Film im Sinne eines schlechten Films, der erschöpfend ist, durchzusehen.
Der Film verdient eine 5,3 von 10. Das ist eine faire Note. Es ist kein Film, vor dem sich jemand schuldig fühlen sollte, ihn zu überspringen. Es ist ein Film, den man vergessen sollte.
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