Brave ist ein Pixar-Film über ein Mädchen, das eine Hochzeit nicht will, sich einen Schwert nimmt und durch einen schottischen Schloss kämpft, um das Leben ihrer Mutter zu retten. Der Vorwurf klingt mutig. Die Umsetzung ist weniger so. Dies ist ein Film über Prinzessinnen und Drachen, der den Großteil seines Laufs damit verbringt, es sich gemütlich zu machen, auch wenn der Plot nach Risiko verlangt.
Trailer, via Pixar.
Meridas Bogen
Merida ist die Prinzessin von Dunbroch, und sie will nichts davon wissen. Sie will reiten, Pfeile schießen und draußen am Schloss leben. Ihr Vater, König Fergus, und ihre Mutter, Königin Elinor, sind gewohnt, gehorcht zu werden. Als Merida die Tradition missachtet und einen Bewerber ablehnt, löst sie eine Kettenreaktion aus, die das Königreich bedroht.
Der Bogen ist klassisches Pixar-Kommentar über das Wachsen: ein Kind lernt, dass Regeln einen Grund haben und ihr Missachten Folgen hat. Was es funktioniert lässt, ist die Chemie zwischen Merida und Elinor. Ihre Szenen miteinander tragen mehr emotionale Tiefe als jeder Kampf.
Der Fluch des Hexenweibes
Als Meridas Weigerung einen Streit unter den Clans entfacht, wendet sie sich einer Hexe im Wald zu. Die Hexe bietet einen Zauber an, der den Streit beilegt, aber der Preis ist hoch: Meridas Mutter wird zu einem Bären, und nur Merida kann den Fluch lösen. Das Geschäft ist ein einfaches Setup, doch der Film behandelt die Stakes mit echter Angst.
Die Bärenverwandlung ist der effektivste visuelle Moment des Films. Die Animation ist flüssig, und die Art, wie der Fluch sich über Elinors Gesicht breitet, ist wirklich unangenehm. Es ist ein seltenes Beispiel, wo der Film sein Publikum vertraut, Unbehagen zu fühlen.
Die Animation
Brave sieht schön aus. Die schottischen Highlands sind dargestellt mit dickem, wallendem Nebel und grünem Gras. Die Schloss-Innereien sind dunkel und steinhart, was dem Film ein Gefühl von Gewicht gibt, das vielen animierten Filmen fehlt. Die Figuren sind ausdrucksstark, besonders Meridas wilde rote Haare, das sich wie ein lebendiges eigenes Wesen bewegt.
Aber die Schönheit übersetzt sich nicht in Erfindung. Der Film borgt stark von traditionellen Märchen-Archetypen: der weise alte König, der stolze Krieger, die neugierigen Clansleute. Keiner von ihnen fühlt neu, und der Drehbuch fragt sie selten danach, etwas außerhalb dessen zu tun, was wir schon gesehen haben.
Der Bärenkampf
Der Höhepunkt besteht darin, dass Merida die verwandelte Elinor im Waldbrand bekämpft. Es ist ein angespanntes Spektakel, gut choreographiert, aber es spielt sich wie ein Kampf gegen einen Boss in einem Videospiel ab. Der Brand ist eine Attraktion, und der Bär ist eine Bedrohung, aber die Wette fühlen sich mechanisch an, nicht emotional.
Das Bild funktioniert besser als eine Präsentation für Animation als als Moment des Charakterwachstums. Merida und Elinor kämpfen beide, aber das Film landet nie die emotionale Ausbeute von Mutter und Tochter, die sich gegenüber einer lodernden Flamme gegenüberstehen.
Die Musik
Patricks Doyle’s Orchester-Klang ist weitreichend und volkstümlich, voller Bagpipen-Flitter und steigender Streicher. Die Lieder, von der schottischen Sängerin und Songwriterin KT Tunstall gesungen, sind angenehm, aber vergesslich. Sie heben das Material nicht auf; sie sitzen daneben.
Die Musik ist kompetent, aber sie wird nie wesentlich. Das Film könnte seine Lieder komplett verlieren und sehr wenig verlieren.
Der Endakt
Der Abschluss löst den Konflikt ordentlich auf. Merida bricht den Zauber, die Clans versöhnen sich, und das Königreich kehrt zur Ruhe zurück. Es ist ein glückliches Ende, und es fühlt sich verdient an, weil Merida gewachsen ist. Aber die Reise dorthin war weniger befriedigend, als sie hätte sein können.
Der Mittelabschnitt zieht. Es gibt viel über Clan-Ehre und alte Traditionen zu reden, und der Rhythmus leidet dafür. Der Endakt eilt, um alles zusammenzuführen, wobei einige Fäden lose bleiben und andere zu schnell gelöst werden.
Das Urteil
Brave ist ein solider, manchmal schöner Pixar-Film, der nie ganz Größe erreicht. Sein Herz ist am richtigen Ort, und seine Botschaft, Traditionen zu achten, während man sich selbst treu bleibt, ist zeitgemäß. Aber die Erzählung ist konventionell, die Nebenrolle ist dünn, und die Handlung ist mehr Spektakel als Drama.
Das Film wird am besten an seine Bilder und seinen emotionalen Kern erinnert. Alles andere ist dienlich.
- Eine starke Leistung von Merida
- Eine merkwürdige Bärenverwandlung
- Schöne schottische Landschaften
- Ein vorhersehbares Mittelstück
- Lieder, die wenig beisteuern
- Ein Finale, das die Auflösung eilt
Brave ist ein gutes Film, kein großartiges. Es verdient eine 6,9 von 10.





