„The Leftovers“ feierte 2014 seine Premiere mit einer einfachen Prämisse: 140 Millionen Menschen verschwanden ohne Vorwarnung, und die Welt drehte weiter. Die HBO-Serie folgt Kevin Garvey Jr., gespielt von Justin Theroux, einem Kleinstadt-Polizeichef aus Texas, der seinen Sohn im „rapture“ verliert und versucht, ihn wiederzufinden. Was folgt, ist eine Serie über Trauer, Glauben und den stillen Horror des Lebens nach etwas, das alles beenden sollte.
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tom Perrotta und teilt den Fokus des Buches auf gewöhnliche Menschen, die versuchen, das Unmögliche zu verarbeiten. Aber die TV-Adaption führt die Geschichte weiter, indem sie eine übernatürliche Note und einen größeren Cast an Charakteren hinzufügt. Es ist eine Serie über Verlust, aber auch über die seltsamen Arten, wie Menschen damit umgehen.
Trailer, via HBO.
Kevin Garvey Jr. und die Stadt Mapleton
Theroux trägt die erste Staffel als Kevin, einen Mann, dessen Frau ihn verlassen hat und dessen Sohn im „rapture“ verschwunden ist. Er ist ein guter Polizist, ein anständiger Vater und ein Mann, der nicht akzeptieren kann, dass sein Sohn weg ist. Seine Leistung ist der Motor der Show und verankert Episoden, die zunehmend surreal und düster werden.
Die Stadt Mapleton selbst ist ein Charakter. Es ist eine kleine, isolierte Gemeinde, die zu einem Wallfahrtsort für diejenigen geworden ist, die glauben, die verbleibende Bevölkerung wird als nächstes gerettet. Die Show verbringt viel Zeit mit den Stadtbewohnern, ihren Routinen und ihren privaten Schrecken. Es ist ein Ort, an dem jeder alles über jeden weiß, und an dem die Verschwindung das tägliche Leben neu gestaltet hat.
Der Guilty Remnant und die Vororte
Der Guilty Remnant ist die einprägsamste Kreation der Show. Es ist ein Kult von Ex-Rauchern, die weiße Hemden tragen und schweigend durch Städte gehen, Zigaretten verteilen und sich weigern zu sprechen. Ihre Anwesenheit ist beunruhigend, und ihr Zweck wird nie vollständig erklärt. Sie sind eine Metapher für die zentrale Frage der Show: Was bedeutet es, etwas zu erinnern, das man nicht verstehen kann?
Die Vorstadthandlung begleitet die Jamisons, eine wohlhabende Familie, deren Sohn ebenfalls verschwunden ist. Ihre Erfahrung unterscheidet sich von Kevins, aber der Schmerz ist derselbe. Die Serie untersucht, wie Klasse und Privilegien Trauer prägen und wie der gleiche Verlust je nach Perspektive völlig unterschiedlich aussehen kann.
Staffel Zwei und der Internationale Rahmen
Die zweite Staffel verlagert die Handlung nach Australien, die Türkei und die Vereinigten Staaten. Diese Erweiterung ist sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche. Sie ermöglicht es der Serie, zu untersuchen, wie die Läuterung verschiedene Kulturen beeinflusst hat, aber sie verwässert auch die Intimität der ersten Staffel. Die neuen Schauplätze sind lebendig, aber die Geschichten fühlen sich weniger miteinander verbunden an.
Die australische Handlung konzentriert sich auf einen Mann namens Matt Jamison, der sich in einer abgelegenen Stadt wiederfindet, ohne Erinnerung an seine Vergangenheit. Die türkische Handlung beinhaltet eine Gruppe von Reisenden, die seltsame Ereignisse beobachten und versuchen, sie zu verstehen. Diese Episoden sind visuell beeindruckend, wirken aber oft wie Nebenschauplätze anstatt von wesentlichen Handlungssträngen.
Musik, Comedy und der Düstere Ton
Die Serie ist für ihren dunklen Humor bekannt und liefert ihn auch. Es gibt Momente des echten Lachens inmitten von Szenen tiefen Kummers. Das Schreiben gleicht die Absurdität der Situation mit der Schwere des Leidens der Charaktere aus. Diese Tonverschiebung kann verblüffend sein, aber sie lässt die Serie auch ehrlich wirken.
Die Musik ist eine ständige Präsenz. Der Komponist der Serie, Michael Kramer, verwendet eine Mischung aus Orchesterstücken und Ambient-Klängen, um ein Gefühl der Beklommenheit zu erzeugen. Der Soundtrack schwillt während emotionaler Szenen an und zieht sich während ruhigerer Momente zurück, was der Serie eine unverwechselbare Klangidentität verleiht.
Das Ende und das Vermächtnis
„The Leftovers“ wurde nach drei Staffeln abgesetzt, und die letzte Episode, mit dem Titel „Calvary“, ließ viele Fragen unbeantwortet. Der Schöpfer der Serie, Damon Lindelof, hat gesagt, er habe das Ende absichtlich mehrdeutig gestalten wollen, um den Zuschauern die Möglichkeit zu geben, die Ereignisse selbst zu interpretieren. Diese Wahl hat die Fans gespalten.
Einige Kritiker lobten die Mehrdeutigkeit als mutige künstlerische Entscheidung. Andere waren der Meinung, es sei ein Ausweg. Das Finale deutet eine Auflösung an, lässt aber genug Raum für Zweifel, so dass die Bedeutung der Serie der individuellen Interpretation offen bleibt.
Fakten auf einen Blick
- Premiere: 2014
- Netzwerk: HBO
- Schöpfer: Damon Lindelof
- Mitwirkende: Justin Theroux, Amy Brenneman, Christopher Eccleston
- Staffeln: 3
- Episoden pro Staffel: 10 (Staffel 1), 10 (Staffel 2), 8 (Staffel 3)
Reihenfolge
| Staffel | Episoden | Schauplatz |
|---|---|---|
| 1 | 10 | Mapleton, Texas |
| 2 | 10 | Australien, Türkei |
| 3 | 8 | Verschiedene |
Was funktioniert und was nicht (
Die Serie ist am besten, wenn sie sich auf die Charaktere konzentriert. Kevins Entwicklung ist fesselnd, und die Nebendarstellerleistungen sind durchweg stark. Amy Brenneman spielt Kevins Ex-Frau Laurie, eine Frau, deren Trauer auf unvorhersehbare Weise zum Vorschein kommt. Christopher Eccleston spielt Kevins Vater, einen Mann, dessen Glaube durch das Unerklärliche auf die Probe gestellt wird. (
Die Serie ist auch am besten, wenn sie sich ihrer Eigenart verschrieben fühlt. Die Guilty Remnant ist ein perfektes Beispiel für ein Konzept, das sowohl absurd als auch zutiefst menschlich erscheint. Die Serie vertraut darauf, dass ihr Publikum mithält, selbst wenn die Handlung in Bereiche abdriftet, die der Logik trotzen. (
Es gibt jedoch Momente, in denen die Ambition der Serie ihre Umsetzung übersteigt. Einige Nebenstränge wirken unterentwickelt, und der internationale Rahmen überfordert manchmal den emotionalen Kern. Die Serie ist zudem uneinheitlich in ihrem Tonfall und wechselt innerhalb einer einzigen Szene von Komödie zu Tragödie zu Horror. (
Endergebnis (
„The Leftovers“ ist eine Serie, die Geduld belohnt. Sie ist kein einfaches Anschauen, und sie bietet keine einfachen Antworten. Aber sie bietet etwas Selteneres: eine nachhaltige Erkundung dessen, was es bedeutet, weiterzumachen, nachdem alles sich verändert hat. Es ist ein fehlerhaftes Meisterwerk, und es verdient seinen Ruf. (
Wertung: 6,5 von 10.
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