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‚Blindspot‘: Eine tätowierte Gedächtnismaschine, die sich nie ganz an ihr Versprechen hält

Eine Frau spülte ans Ufer, auf ihrem Leib Zeichen, die auf einen Mord hinwiesen; eine Geschichte von Gedächtnis und Blindheit.

Von mitch·3 Min. Lesezeit
A woman stands alone upon the shore, her body marked with strange signs.

„Blindspot“ erschien 2015 mit einem einfachen Konzept: Eine nackte Frau, bedeckt von Tattoos, wird ans Ufer von New York Harbor geworfen, und jede dieser Markierungen weist auf einen Mord hin, den sie begangen hat. Die Serie lief vier Staffeln lang, und sie konnte sich nie ganz an ihr Versprechen halten. Sie ist eine kompetente Polizeiserie, aber sie erfordert von den Zuschauern zu glauben, dass eine Frau namens Jane Doe jedes Verbrechen vergessen kann, das sie je gesehen hat, und dass die FBI ihr dabei erlaubt, frei herumzulaufen, während sie sie löst.

Trailer, via STARZPLAY.

Janes Gedächtnismaschine

Der Kern von „Blindspot“ ist Jane Doe, die von Schauspielerin Jaimie Alexander gespielt wird. Sie besitzt keine Erinnerung an ihre Identität, aber ihr Körper trägt Hinweise in Form verborgener Bilder und Symbole. Jede Woche entschlüsselt das Team der FBI-Kounterterrorzentrale, geleitet von Kurt Weller, eine dieser Markierungen und jagt den Killer. Die Idee ist clever, und die erste Staffel liefert einige wirklich angespannte Episoden. Aber die zentrale Schwäche der Serie tritt schnell ans Licht: Janes Gedächtnis ist eine Maschine, kein Mensch. Sie erinnert sich an alles, fühlt aber nichts.

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Das FBI-Team

Weller ist das Rückgrat der Serie, und Schauspieler Sullivan Stapleton spielt ihn mit einer ruhigen, wachsamen Präsenz. Er ist derjenige, der an Jane glaubt, selbst wenn die Beweise es nicht nahelegen. Das Ensemblebesetzung umfasst Audrey Esparza als Agent Patterson, Omar Mas Blake als Agent Reade und Meg Foster als Direktorin Whelan. Das Ensemble ist fähig, aber die Serie verlässt sich oft auf Weller und Jane, um die emotionale Spannung zu tragen, während die anderen als funktionale Zahnräder in der Maschine bleiben.

Vier Staffeln, eine Formel

„Blindspot“ folgt ein bekanntes Muster über seine vier Staffeln hinweg. Jede Episode bringt ein neues Verbrechen, eine neue Opfer und eine neue Markierung auf Janes Körper. Die Serie verschwendet selten Zeit damit, die Folgen dessen zu erforschen, was Jane tut. Sie geht von Tatorten fort, und die Welt geht weiter. Die vierte Staffel insbesondere streckt die Formel dünn, indem sie eine romantische Beziehung und eine globale Verschwörung hinzufügt, die sich wie Füllmaterial lesen.

Staffel Hauptfokus Kritischer Empfang
1 Herstellung von Janes Hintergrundgeschichte Stark
2 Einführung wiederkehrender Bösewichte Gemischt
3 Erweiterung der Verschwörung Schwächer
4 Romanze-Unterplotte Mangelhaft

Die Tabelle zeigt einen klaren Abfall. Die erste Staffel ist die besten bewertet, und die vierte ist die schwächste. Diese Linie wird klar, wenn man alle vier durchgesehen hat.

Was funktioniert

Es gibt Momente, in denen „Blindspot“ Erfolg hat. Die Entschlüsselungssequenzen sind visuell kreativ, und die Shows Verwendung von Licht und Schatten in seinen Rückblenden wirkt effektiv. Jaimie Alexander bringt eine physische Intensität zu Jane, und ihre Darstellung stabilisiert eine Vorlage, die leicht in Ungeheuerlichkeit abgleiten könnte. Das Show profitiert auch von seiner Lage in New York City, die ein schmutziger Hintergrund für seine Kriminalgeschichten bietet.

„Sie erinnert sich an alles, aber sie fühlt nichts.“

Was nicht funktioniert

Das größte Problem des Spiels ist die fehlende Bedrohung. Janes Fähigkeit, Verbrechen zu erinnern, macht sie fast unverwundbar. Sie kann bedroht werden, aber sie kann nie dauerhaft verletzt werden, weil ihre Erinnerungen zu wertvoll sind. Dies entfernt jegliches Gefühl von Gefahr, und die späteren Staffeln setzen stark auf Action-Set Pieces, statt auf Charakterdrama.

„Blindspot“ ist ein Spiel, das besser beginnt als endet. Seine erste Staffel ist eine enge, spannende Rätselgeschichte. Bis zur letzten Staffel wird es ein aufgeblähter, überladener Schlamassel. Die Ambitionen des Spiels überstiegen seine Umsetzung, und das Ergebnis ist eine Serie, die angenehm zu schauen ist, aber vergesslich.

Punktzahl: 6,5 von 10

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