Fullmetal Alchemist: Brotherhood ist die seltene Fortsetzung, die das Original übertrifft. Sie nimmt die Knochen einer beliebten Animereihe und baut sie von Grund auf neu auf, wendet eine vertraute Geschichte zu etwas viel ambilater und emotional zerstörerischem. Die 2009 erschienene Adaptation des Mangas von Hiromu Arakawa folgt den Brüdern Elric, Edward und Alphonse, während sie nach einem Weg suchen, ihre Körper wiederherzustellen, nach einer missglückten alchemistischen Transmutation. Was als einfache Suche nach einem Stein der Weisen beginnt, endet in einem weitläufigen Krieg von Göttern, Nationen und Schicksal.
Die Serie startete im Oktober 2009 in Japan und umfasste 64 Folgen. Sie gilt allgemein als eine der besten Animadrehungen aller Zeiten, und sie verdient diesen Ruf durch bloße Künste, Konsistenz und narrativen Wagemut.
Trailer, via KSM Anime.
Der lange Heimweg
Die Geschichte beginnt damit, dass Edward Elric seinen Arm und Bein verliert, und sein jüngerer Bruder Alphonse seinen ganzen Körper verliert, in einem verzweifelten Versuch, ihre Mutter aus dem Totenreich zurückzuholen. Die Brüder überleben, aber zu einem schrecklichen Preis: Ed bleibt mit Prothesen zurück, Al wird in einen Panzer geschlossen und beide tragen die Mark eines Homunculus. Ihre Reise, um den Stein der Weisen zu finden, erstreckt sich über Jahre, Kontinente und zahlreiche Verbündete und Feinde.
Was Brotherhood von anderen absetzt, ist seine Bereitschaft, sich vollständig auf die Quellematerial zu engagieren. Im Gegensatz zur früheren 2003 erschienenen Serie, die die Handlung erheblich änderte, folgt Brotherhood dem Manga treu, einschließlich seiner dunkelsten Wendungen. Diese Treue bedeutet, dass Zuschauer die volle Ausdehnung der Geschichte erhalten: die Erhebung der Homunculi, die politischen Manöver der Militär, und die langsame Auflösung der Welt selbst.
Homunculi und Hierarchie
Die Bösen von Fullmetal Alchemist: Brotherhood sind nicht einfach nur böse aus Bösigkeit. Jeder Homunculus hat eine eigene Persönlichkeit, ein tragisches Ursprung und eine spezifische Rolle im Plan. Stolz, Lust, Neid, Gier, Faulheit, Wut und Geiz sind nicht bloße Puppen, sondern Figuren mit echten Motivationen, und ihre Interaktionen treiben viel des Dramas.
Die Serie leistet sich auch bei der Weltgestaltung. Amestris, das zentrale Reich, ist eine komplexe bürokratische Maschine, während Ishval, die von Krieg gezeichnete Region, wo die Elric-Brüder ihre erste Tragödie erleben, eine Last von Geschichte und Schuld trägt. Die politische Intrige, die militärische Hierarchie und die philosophischen Debatten über Alchemie und Menschennatur weben sich zu einem reichen Mosaik.
Die Elric-Brüder
Edward und Alphonse sind das Herz des Spiels. Ed ist laut, starrsinnig und brillant, aber er versteckt eine tiefe Unsicherheit unter seinem Stolz. Al ist sanft, gutmütig und selbstlos, trägt jedoch die Last des Gefangenseins in einer leblosen Hülle. Ihre Verbindung ist der emotionale Kern der Serie, und sie hält zusammen, selbst als die Einsätze größer werden.
Das Nebengespann ist ebenso stark. Roy Mustang, der Flame Alchemist, ist ein charismatischer und konfliktbelasteter Offizier mit tragischem Vergangenheits. Riza Hawkeye, seine treue Stellvertreterin, ist scharfsinnig, diszipliniert und leidenschaftlich schützend. Winry Rockbell, die Mechanikerin, die Ed liebt, bietet Wärme und Humor. Und der mysteriöse Shou Tucker, der Sewing-Life-Alchemist, fügt eine Schicht von Grauen hinzu, die wenige Serien wagen zu erforschen.
Der philosophische Kern
Alchemie ist nicht nur eine Magie im Fullmetal Alchemist: Brotherhood; es ist ein Bild für den menschlichen Zustand. Das Gesetz der äquivalenten Bezahlung lehrt, dass nichts umsonst kommt, und die Figuren, die diese Regel missachten, zahlen teuer. Die Serie erörtert Themen wie Opfer, Identität und die Natur der Seele mit echter Tiefe, und es belohnt Zuschauer, die über die Implikationen nachdenken, die über die Handlung hinausreichen.
Das Spiel scheut keine Dunkelheit. Kinder sterben, Städte brennen, und der finale Bogen drängt die emotionale Grenze härter voran, als die meisten Anime es wagen. Es fühlt sich nie ausbeuterisch an, weil die Einsätze immer persönlich sind und die Folgen immer verdient sind.
Die Animations- und Regiedarstellung
Die Animation ist Spitzenklasse. Die Charakterentwürfe sind ausdrucksstark, die Kampfszenen flüssig und die Hintergründe detailliert. Die Serie nutzt Farbverstärkungen effektiv, um verschiedene Orte und Stimmungen zu unterscheiden. Die Regie ist selbstbewusst, mit einer Struktur, die sich zu einer befriedigenden Schlussfolge aufbaut.
Die Musik, komponiert von Akira Senmuto, ist der Höhepunkt. Das Hauptthema, „Heaven Knows“, ist vernehmlich, und die Kampflieder sind aufregend ohne übermäßig zu wirken. Der Sounddesign ist klar, und die Sprecher sind überzeugend in jeder Episode.
Der Endbogen
Die letzte Viertelstunde von Fullmetal Alchemist: Brotherhood ist der Stelle, wo die Show wirklich leuchtet. Der Krieg zwischen Amestris und den Homunculi erreicht seinen Höhepunkt, und die Enthüllungen über das Philosophische Stein, die Tür der Wahrheit und die endgültige Bestimmung der Elric-Brüder werden mit Grazie und Bitterkeit behandelt. Das Finale bietet keine einfachen Antworten; es bietet Abschluss.
Es gibt Momente von reiner Erleichterung, aber es gibt auch Momente von stiller Furcht. Die Serie vertraut auf ihr Publikum, um die Gewicht ihrer Schlussfolgerungen zu fühlen.
Rangordnung der Episoden
- Die frühen Kapitel, welche die Elrics’ Vergangenheit etablieren und den Ton setzen.
- Die mittleren Kapitel, welche die Welt erweitern und die Homunculi einführen.
- Der Ishval-Bogen, welcher einige der Shows brutalsten Erzählungen liefert.
- Der Endbogen, welcher den zentralen Konflikt mit süß-saurem Klarheit löst.
- Der Epilog, welcher lose Enden bindet und die Tür offen lässt für Nachdenken.
Fullmetal Alchemist: Brotherhood ist nicht perfekt. Einige Episoden ziehen sich hin, und der mittlere Teil kann dicht wirken. Aber die Höhen sind so hoch, dass die Tiefen kaum zählen. Dies ist eine Serie, welche ihr Publikum respektiert, seine Quellenmaterial respektiert, und ein vollständiges, zusammenhängendes und tief berührendes Erlebnis liefert.
Es ist eine Meisterwerk des Anime-Erzählens.
Punktzahl: 10 von 10
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