Luc Bessons „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“ ist ein Film über Größe, der jedoch nie ganz seinen Mittelpunkt findet. Mit einem Budget von 170 Millionen Dollar ist er darauf ausgelegt zu beeindrucken, und das gelingt ihm zeitweise auch. Doch das Spektakel reicht nicht aus, um eine Geschichte zu tragen, die arm an Einsatz und noch ärmer an Charakteren ist.
Der Film folgt Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne), Agenten der Terranischen Föderation, die durch den Weltraum reisen, um Konflikte zwischen außerirdischen Spezies zu vermitteln. Sie landen auf Alpha, einer Stadt, die auf einem riesigen Schiff erbaut wurde, das mehrere Planeten gleichzeitig umkreist, und geraten in eine Intrige, die ein starkes Medikament und einen Bösewicht namens Krall (Clive Owen) beinhaltet. Das Konzept ist ambitioniert, aber die Umsetzung verliert immer wieder den Fokus.
Trailer, über Rotten Tomatoes Trailers.
Die Optik steht im Mittelpunkt
Das Produktionsdesign ist das stärkste Kapital des Films. Alpha ist ein Wunderwerk aus Neonarchitektur, schwebenden Gebäuden und miteinander verbundenen Gehwegen. Die dort spielenden Sequenzen wirken lebendig und fantasievoll, und in diesen Momenten verdient der Film seinen Preis. Die Spezialeffekte sind perfekt, und die Stadt selbst wird zu einer Art Charakter, voller Leben und Wunder.
Aber die Optik ist auch das Problem des Films. Da so viel Geld in die Gestaltung der Kulissen investiert wurde, wirkt die Geschichte, als wäre sie um die Sets herum geschrieben worden und nicht umgekehrt. Die Handlung ist episodisch und springt von einem Set Piece zum nächsten, ohne viel verbindendes Gewebe.
DeHaan und Delevingne haben zu kämpfen
Dane DeHaan spielt Valerian mit einem steifen, aufrichtigen Charme, der jedoch nie wirklich zündet. Er ist eine Art Leertafel der Kompetenz, und der Film stützt sich darauf, dass er gut aussieht, anstatt ihm viel zu tun zu geben. Cara Delevingne kommt als Laureline etwas besser weg, indem sie ihre Rolle mit einem Funken Neugierde erfüllt, aber keiner der beiden Schauspieler bekommt das Material, das sie zum Strahlen bringt.
Clive Owen taucht erst spät im Film als Bösewicht auf und bringt die Rolle mit verächtlicher Bedrohung hervor. Aber sein Auftritt ist so spät, dass seine Bedrohung eher wie ein Anhang wirkt als in den Stoff der Geschichte eingewoben.
Die Handlung hält nicht zusammen
Der zentrale Konflikt dreht sich um ein Medikament, das die Realität manipulieren kann, und die Bemühungen der Terranischen Föderation, zu verhindern, dass es in die falschen Hände gelangt. Das klingt wie der Grundstein für einen fesselnden Science-Fiction-Thriller, aber das Drehbuch gräbt nie tief genug, um es wirklich wichtig erscheinen zu lassen. Die Charaktere sprechen in dialoglastigen Erklärungen, die die Situation erläutern, anstatt sie zu zeigen.
Es gibt auch eine Nebenhandlung, die eine junge Frau namens Sita (Rihanna) beinhaltet, die die Fähigkeit besitzt, Visionen der Zukunft zu sehen. Ihre Szenen sind dazu gedacht, Spannung aufzubauen, aber sie kommen zu spät im Film an, um ihre Wirkung zu entfalten.
Rihannas Leistung wird nicht ausreichend genutzt
Rihanna macht ein überraschendes Debüt als Schauspielerin und spielt Sita mit einer ruhigen Intensität, die der Rolle entspricht. Sie ist sichtlich bemüht, und sie besitzt die Präsenz, um eine Szene zu tragen. Aber das Drehbuch gibt ihr wenig zu arbeiten, und ihre Leistung geht in den größeren Ambitionen des Films unter.
Was funktioniert
Trotz der Mängel gibt es Momente, die im Gedächtnis bleiben. Die Actionsequenzen sind gut choreografiert, und der Film weiß, wie man einen Kampf in der Schwerelosigkeit inszeniert. Die emotionalen Momente zwischen Valerian und Laureline sind aufrichtig, auch wenn sie nicht besonders originell sind.
Der Film profitiert außerdem von einem starken Ensemble-Cast. Ethan Hawke spielt Commander Arca, eine Mentorfigur, die einige der wenigen bodenständigen Momente des Films liefert. Seine Szenen mit DeHaan sind die besten des Films, auch wenn sie in ihrem Umfang begrenzt sind.
Bewertung der Elemente
- Produktionsdesign – das herausragende Element, mit Alpha, das sich wie ein gelebter und fantasievoller Ort anfühlt
- Rihannas Leistung – ruhige Intensität, aber nicht ausreichend genutzt
- Actionsequenzen – gut choreografiert und effektiv in der Schwerelosigkeit
- Nebendarsteller – insbesondere Ethan Hawkes Commander Arca
- Hauptdarsteller – DeHaan und Delevingne kämpfen mit dünnem Material (
- Handlung – episodisch, mit spät ankommender Spannung, die nicht zündet (
Das Urteil (
Valerian und die Stadt der tausend Planeten ist ein schönes Scheitern. Es ist ein Film, der aussieht, als hätte er ein Vermögen gekostet, und der klingt, als hätte er ein Vermögen gekostet, aber er hält sein Versprechen nie ganz. Die Ideen sind zwar vorhanden, und der Ehrgeiz ist sichtbar, aber die Umsetzung scheitert fast bei jeder Wendung. (
Der Film erhält 5,1 von 10 Punkten.
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