„Birdman or (The Unexpected Virtue of Ignorance)“ spielt wie eine einzige lange Einstellung, ein Bühnenstück, das gefilmt wurde, und diese Wahl prägt alles daran. Das Film folgt einem abgedrehten Schauspieler namens Riggan Thomson, der sich mit einer Broadway-Verfilmung eines Raymond Carver-Geschichts wieder beweisen will. Er engagiert einen jungen Dramatiker, seine Ex-Frau und einen abgehalfterten Star, um das Stück zu stemmen, und das Ganze läuft ohne Schnitte, von Beginn bis Ende.
Trailer, via SearchlightPictures.
Die Lange Einstellung
Das Hauptstück des Films ist sein Widerstreben zu brechen. Jede Szene fließt ineinander, manchmal übereinanderredend über Räume und Bühnen hinweg, manchmal weicht man nur ab, um einen kurzen Gedanken oder einen schnellen Flash zu zeigen. Es ist ein technischer Trick, und er funktioniert zum Großteil. Die Kamera bleibt nah an den Gesichtern, und der Raum um die Schauspieler fühlt sich eingeengt und lebendig an.
Raymond Carvers Geschichte
Das Stück innerhalb des Films wird aus einem Raymond Carver-Geschicht gebildet, und der Film setzt auf dessen Themen von Mißerfolg und zweiter Chance. Thomsons Charakter will verzweifelt wieder zählen, und das Stück wird zur Stand-in für diesen Wunsch. Der Drehbuch verwendet das Carver-Material als Spiegel, zeigt, wie kleine Mißerfolge sich häufen und wie schwer es ist, neu anzufangen.
Die Besetzung
Die Besetzung trägt den ganzen Druck dieser einzigen Einstellung. Michael Keaton spielt Thomson mit einer abgewetzten, verzweifelten Energie, und er verkauft die Angst, die ihn antreibt. Emma Stone und Edward Norton runden die Besetzung ab, jeder bringt seinen eigenen Hunger mit. Die Chemie zwischen ihnen ist der Motor des Films.
Was funktioniert und was nicht
- Die einzige-Einstellung-Aufführung gibt dem Film eine unerbittliche Geschwindigkeit
- Keatons Darstellung verankert das gesamte Bild
- Die Raymond-Carver-Verfilmung verleiht der Geschichte etwas Reales
- Einige Szenen fühlen sich aufgebläht an und verlieren den Fokus während langer Abschnitte.
Das Film stolpert an einigen Stellen. Einige Szenen dehnen sich über ihre eigene Zweckhöhe hinaus, und die Bewegung verlangsamt sich an Orten, wo das lange-Ausschnitt-Stil sie halten sollte. Die Witze landen ungleichmäßig, und ein paar Witz fallen flach anstatt scharf. Trotzdem zeigt sich die Ambition, selbst wenn sie nicht immer vollständig belohnt wird.
„Birdman oder (Die unerwartete Tugend des Unwissens)“ ist ein mutiger, ambitionierter Film, der sein Ruf im Großen und Ganzen verdient. Er stellt große Fragen zu Ruhm, Misserfolg und Neuanfang und beantwortet sie mit einem einzigen, fortlaufenden Shot. Diese Wahl ist der Punkt, und sie ist auch das Manko. Der Film ist ungleichmäßig, aber nie langweilig, und er hinterlässt eine bleibende Spur.
Wertung: 7.4 von 10.
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