Ghost in the Shell ist ein Actionfilm mit großem Budget, der eigentlich funktionieren sollte. Er verfügt über einen internationalen Star, einen berühmten Regisseur und eine Marke mit jahrzehntelanger Unterstützung durch treue Fans. Stattdessen liefert er eine hohle Hülle einer Geschichte, die mehr Zeit mit Spektakel als mit Bedeutung verbringt. Der Film ist kompetent, gelegentlich spannend und letztendlich vergessen.
Trailer, freundlich zur Verfügung gestellt von Paramount Pictures International.
Das Szenario
Die Geschichte folgt Major Motoko Kusanagi, gespielt von Scarlett Johansson, die Sektion 9 anführt, eine Einheit zur Bekämpfung von Cyber-Terrorismus in einem nahen Japans der Zukunft. Eine mächtige künstliche Intelligenz hat begonnen, politische Persönlichkeiten zu manipulieren, und Sektion 9 hat die Aufgabe, dies zu verhindern. Der Plot hängt von der Frage ab, was einen Menschen ausmacht, aber der Film beantwortet sie nie wirklich.
Johansson trägt das Gewicht der Produktion und sie tut es gut. Ihre Leistung ist kontrolliert und präzise, passend zur kalten, analytischen Natur ihres Charakters. Der Nebencast, darunter Pilou Asbæk als Batou und Michael Pitt als Kuze, bietet kompetente Unterstützung, obwohl ihre Rollen oft auf funktionale reduziert werden, anstatt vollständig ausgearbeitete Charaktere zu sein. Das Szenario ist einfach: eine Einheit gegen eine KI, eine Frage der Menschlichkeit und eine Führungskraft, die entscheiden muss, ob ihr eigener Geist gerettet werden kann. Der Film kompliziert nichts davon.
Der Look des Films
Die visuellen Effekte sind der Bereich, in dem Ghost in the Shell am hellsten erstrahlt. Die Stadtansichten sind dicht und vielschichtig, mit Leuchtreklamen und holografischen Anzeigen, die lebendig wirken. Die Actionsequenzen sind kinetisch und gut choreografiert, obwohl sie dazu neigen, auf Zeitlupe und schnelle Schnitte anstatt auf echte Spannung zu setzen. Das Produktionsdesign des Films greift stark auf Anime-Ästhetik zurück, was angesichts des Ursprungsmaterials ein natürlicher Fit ist, aber es fühlt sich manchmal mehr wie eine Verkleidung als nach Substanz an. Es ist ein Film, der so aussieht, als ob er in einem japanischen Animationsstudio gedreht und für westliche Zuschauer aufgemotzt wurde.
Was funktioniert
- Das Tempo ist zügig, was den Film durch seine dreistündige Laufzeit bringt.
- Johanssons physische Präsenz erregt in jeder Szene Aufmerksamkeit.
- Die Actionsequenzen sind technisch einwandfrei und visuell beeindruckend.
Der Film ist kompetent, gelegentlich spannend und letztendlich vergessen.
Was fehlt
Das Drehbuch ist das größte Problem des Films. Die Charaktere sprechen einen dialoglastigen Expositions-Dialog, der sich anfühlt, als würde er einem Lehrbuch und nicht Menschen präsentiert werden. Das zentrale Rätsel um die Ursprünge der KI wird spät eingeführt und schnell gelöst, wodurch das Publikum sich betrogen anstatt zufrieden fühlt. Der Film hat auch Schwierigkeiten mit seiner eigenen Mythologie. Er leiht sich stark aus der Original-Manga- und Anime-Serie aus, aber das tut er inkonsistent, wodurch langjährige Fans verwirrt anstatt geehrt werden.
Der Umgang des Films mit der Frage der Rasse ist ebenfalls problematisch. Johanssons Besetzung in der Hauptrolle, einem Charakter, der in der Vorlage traditionell asiatisch ist, war seit der Ankündigung des Films ein Streitpunkt. Der Film versucht, dies anzusprechen, indem Kusanagi über ihr gemischtes Erbe spricht, aber die Geste wirkt oberflächlich anstatt substanziell. Sie wirft Fragen der Repräsentation auf, ohne sie wirklich zu beantworten.
Das Urteil
Ghost in the Shell ist ein technisch versierter Film, der es versäumt, emotional zu berühren. Es ist ein glänzender, teuer aussehender Film, der seine Ideen als reines Beiwerk und nicht als Grundlage für seine Erzählung behandelt. Die schauspielerischen Leistungen sind solide, die visuellen Effekte sind beeindruckend, aber das gesamte Projekt fühlt sich im Kern hohl an.
Es gibt Momente echter Begeisterung, insbesondere in den Action-Szenen, aber sie sind vergänglich. Der Versuch des Films, eine reiche, komplexe Geschichte in ein Mainstream-Blockbuster-Format zu übersetzen, hat zu einer Geschichte geführt, die zu dünn ist, um sich selbst zu tragen. Es ist ein Film, der wie ein Meisterwerk aussieht und wie ein Vortrag klingt.
Der finale Wert für Ghost in the Shell beträgt 6,1 von 10.
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