Adaline Bowman hat vier Jahrhunderte überdauert und ist dabei nie älter als siebenundzwanzig geworden. Das ist die Prämisse von „The Age of Adaline“, einem romantischen Drama aus dem Jahr 2015 mit Blake Lively in der Hauptrolle als Frau, die 1908 aufhörte zu altern, nachdem sie ein Schiffbruch überlebt hatte. Der Film stellt eine einfache Frage: Was passiert, wenn man nicht altern kann? Die Antwort ist leider nicht viel.
Regisseur Lee Toland Krieger und Drehbuchautorin Jamie Babbit bauen ihren Film um Adalines Unsterblichkeit herum, behandeln sie aber weniger als einen Fluch als vielmehr als eine Reihe von Kostümwechseln. Blake Lively spielt Adaline zu verschiedenen Zeiten ihres Lebens, und der Film versucht zu zeigen, wie sie Liebe, Verlust und den Lauf der Zeit meistert, während sie körperlich unverändert bleibt. Das Ergebnis ist ein Film, der optisch beeindruckend, aber narrativ dünn ist, eine Romanze, die ihre emotionalen Einsätze nie ganz verdient.
Trailer, über Lionsgate Movies.
Die Prämisse erklärt
Adaline überlebt 1908 ein Schiffbruch, und von diesem Moment an hört sie auf zu altern. Sie sieht für immer siebzehn aus, obwohl ihr Geist normal altert. Der Film beginnt mit Adaline als junger Frau in San Francisco, springt dann zu ihrem mittleren Alter in New York und schließlich zu ihrer Gegenwart in Seattle. In jeder Phase verliebt sie sich, verliert jemanden und macht weiter, immer mit dem gleichen jugendlichen Gesicht in eine neue Stadt ziehend.
Die Ausgangssituation ist elegant. Unsterblichkeit sollte tragisch, isolierend und endlos faszinierend sein. Stattdessen behandelt der Film sie als eine Reihe von romantischen Komplikationen, und diese Komplikationen wirken eher wie Handlungselemente als wie echte menschliche Dilemmata.
Blake Livelys Leistung
Blake Lively trägt den Film und sie tut dies mit erheblichem Geschick. Sie spielt Adaline über drei unterschiedliche Jahrzehnte und gelingt es ihr, Adalines innere Kontinuität zu vermitteln, während sich ihre äußeren Umstände dramatisch verändern. Ihre Leistung ist das stärkste Element von „The Age of Adaline“ und der Grund, warum der Film überhaupt zusammenhält.
Aber Livelys Talent wird für ein Drehbuch verschwendet, das ihr kaum mehr als eine Reihe trauriger Gesichtsausdrücke und wiederholte Dialoge über Verlust bietet. Der Film leidet zudem unter der Entscheidung, Michiel Huisman als Ellis Jones zu besetzen, Adalines Liebesinteresse in der Gegenwart. Seine Darstellung ist steif, und Livelys und seine Chemie stimmen nie überein.
Liebe über die Jahrhunderte
The Age of Adaline ist eine Liebesgeschichte, aber sie erklärt nie, warum Adalines Unsterblichkeit ihre Beziehungen sinnvoll macht. Sie verliert Liebhaber und Kinder und beobachtet, wie sich die Welt um sie herum verändert, aber der Film erforscht nie, was es bedeutet, jemanden zu lieben, der niemals altern wird. Stattdessen beschränkt er sich auf eine konventionelle Romanze, die in jedem anderen Film existieren könnte.
Der Film leidet außerdem an einem Mangel an Dringlichkeit. Adalines Zustand ist ein Fluch, und der Film zeigt selten, was dieser Fluch tatsächlich beinhaltet. Sie ist nicht sichtbar einsam und scheint nicht besonders traurig. Sie bewegt sich einfach durch das Leben, wechselt Städte und Partner, ohne jemals innezuhalten, um darüber nachzudenken, was ihr Zustand wirklich kostet.
Der Look des Films
Wo The Age of Adaline erfolgreich ist, ist sein visueller Stil. Der Film ist wunderschön gefilmt, mit weiten Stadtansichten und intimen Nahaufnahmen, die die Textur von Adalines Haut einfangen. Das Produktionsdesign ist akribisch, und der Film achtet darauf, wie San Francisco, New York und Seattle in verschiedenen Epochen aussehen. Das sind die Momente, in denen der Film lebendig wird, selbst wenn die darunterliegende Geschichte nicht lebendig ist.
Der Soundtrack, komponiert von James Newton Howard, ergänzt die Bilder mit einem üppigen, emotionalen Klang, der versucht, die narrativen Schwächen des Films auszugleichen. Er funktioniert im Hintergrund, kann die Geschichte aber nicht vor ihren eigenen strukturellen Problemen retten.
Wie es endet
Der Höhepunkt des Films dreht sich um eine Heilung für Adalines Zustand, und das Ende versucht, sowohl ihre Unsterblichkeit als auch ihre romantische Handlung zu lösen. Ohne zu viel zu verraten, ist die Auflösung ordentlich, aber das Gefühl ist nicht befriedigend. Der Film hat seine Laufzeit damit verbracht, auf einen Moment der Transformation hinzuarbeiten, aber wenn dieser Moment eintritt, fühlt er sich eher wie eine Erleichterung als wie eine Offenbarung.
Das Ende wirft zudem Fragen nach der Natur von Adalines Existenz auf. Wenn sie geheilt werden kann, was war dann der Sinn ihrer Unsterblichkeit? Der Film gibt keine Antwort darauf, und seine Stille hinterlässt ein anhaltendes Gefühl der Leere.
Letztes Wort
„The Age of Adaline“ ist ein Film mit einer großartigen Idee und einer schlechten Umsetzung. Er ist visuell wunderschön und bietet eine starke Hauptdarstellerleistung von Blake Lively, aber sein Drehbuch kann dem emotionalen Gewicht seiner Prämisse nicht gerecht werden. Die Romanze ist konventionell, das Tempo ist langsam, und das Ende wirkt unbefriedigend. Der Film ist letztendlich eine Enttäuschung, eine Geschichte, die tiefgründig hätte sein können, sich aber stattdessen für Sicherheit entschied.
Kernfakten – Titel: The Age of Adaline – Regisseur: Lee Toland Krieger – Drehbuch: Jamie Babbit – Hauptdarstellerin: Blake Lively – Erscheinungsjahr: 2015 – Laufzeit: 106 Minuten
Kritische Bewertung: 5,1 von 10
- Blake Lively liefert eine starke und engagierte Leistung über mehrere Jahrzehnte hinweg.
- Der Film ist visuell beeindruckend, mit wunderschöner Kameraarbeit und Produktionsdesign.
- Die Romanze mangelt an Dringlichkeit und wirkt konventionell.
- Das Ende löst den zentralen Konflikt, ohne die Kernfragen des Films zu beantworten.
- Das Drehbuch scheitert daran, zu erforschen, was Adalines Unsterblichkeit wirklich bedeutet.
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