Svetlana Satchkova verbrachte ihre Kindheit in Moskau während der letzten Jahre der Sowjetunion, einer Zeit, die von Mangel, eintöniger Wiederholung und schlichtem Erscheinungsbild geprägt war. In ihrem Buch „On Falling Out of Love With Moscow“ zeichnet sie das Bild eines Ortes, den sie einst sehr verehrte, während sie gleichzeitig zugibt, dass sie möglicherweise nie wieder dorthin zurückkehren wird.
Die Geschichte beginnt mit Satchkovas Jugend, die sie in ähnlichen Wohnblocks und verlassenen Geschäften verbrachte und auf etwas Aufregendes wartete. Sie sah amerikanische Filme in nicht autorisierten Video-Salons, und die Kluft zwischen ihrer Existenz und dem Leben ihrer amerikanischen Altersgenossen wuchs zu einer tiefen Verletzung an.
Von Moskau nach New York
Satchkova zog mit ihrer Familie nach New York im Anschluss an den Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991. Dort sammelte sie ein breites Spektrum an Erfahrungen – sie besuchte Vorlesungen an der NYU, feierte, ging einkaufen, nahm an Ausstellungen, Filmvorführungen und Konzerten teil – und begann zudem mit Malerei und Tanz. Obwohl sie die Stadt als so aufregend empfand, wie sie es erwartet hatte, stellte sie fest, dass sie Moskau vermisste, eine Sehnsucht, die sie nicht erklären konnte.
Während der Semesterferien reiste sie dorthin für kurze Aufenthalte. Bei einer solchen Reise verliebte sie sich in einen Mann, der in einer Rockband spielte, und heiratete ihn heimlich. Als sie schwanger war, entschied sie sich, zurückzukehren, damit ihr Kind von russischsprachigen Menschen umgeben aufwachsen konnte. Erst dann erkannte sie, wie tief sie Moskau liebte, so sehr, dass sie eine völlig andere Existenz in Amerika aufgeben wollte, um zurückzukehren.
Die wilden Neunzigern und darüber hinaus
Satchkova kam 1997 mit 21 Jahren, einem Philosophieabschluss und einem neugeborenen Baby in Moskau an. Die Stadt fühlte sich lebendig und voller Möglichkeiten an, besonders da Russland scheinbar fest auf dem Weg zu einer demokratischen Zukunft lag. Sie begann zu schreiben und veröffentlichte einen Roman, was ihr schließlich eine Stelle als Autorin von Artikeln für eine Frauenzeitschrift einbrachte. Ihre Ehe hielt nicht, und bald war sie alleinerziehende Mutter, die sich und ihren Sohn durch freiberufliches Journalismus unterstützte.
Dann kam 1999, als Wladimir Putin Premierminister Russlands wurde, von Präsident Jelzin als sein Nachfolger ausgewählt. Satchkowa sah Putins Gesicht zum ersten Mal im Fernsehen und irgendwie erahnte sie die schrecklichen Dinge, die kommen würden. Apartmentbombenanschläge ereigneten sich in mehreren russischen Städten, darunter Moskau, und töteten Hunderte von Menschen. Sie saß vor dem Fernseher, von Angst gepackt, und fragte sich, was als Nächstes passieren würde.
Tschetschenische Terroristen wurden für die Anschläge verantwortlich gemacht, doch es wurde schnell für jeden offensichtlich, der die Beweise mit halbem Auge betrachtete, dass der FSB, den Putin gerade geleitet hatte, der wahre Schuldige war. Er benötigte eine Rechtfertigung für einen weiteren Krieg gegen Tschetschenien, und dieser Krieg diente ihm als Weg zur Präsidentschaft. Weitere Terroranschläge und Geiselsituationen folgten, jede schlimmer als die vorherige, und er verwandelte jede davon in eine Gelegenheit, seinen Griff auf die Macht zu verschärfen und die freie Meinungsäußerung einzuschränken.
Eine Stadt lieben, trotz ihrer Machthaber
Satchkowa liebte es, in Moskau zu leben, trotz allem. Sie bringt es auf den Punkt: sie war jung, das Leben fühlte sich sinnvoll und aufregend an, und die Stadt besaß eine unglaubliche Energie mit einem ganz eigenen Charakter. Ein Spaziergang von der U-Bahn zu ihrem Ziel im Zentrum brachte ihr Freude. Wunderschöne Boulevards zogen sich durch die Stadt, weitläufige Brücken überspannten den Fluss Moska, weite sozialistische Prachtstraßen waren mit imposanten Granitgebäuden gesäumt, und ruhige Viertel des 19. Jahrhunderts beherbergten pastellfarbene Herrenhäuser.
Die Stadt schien niemals zur Ruhe zu kommen, voller Museen und Theater sowie unzähliger Clubs. Ihre U-Bahn-Stationen wirkten, als wären sie für die Zaren gebaut worden, mit Marmor, Mosaiken, Kristallleuchtern, Skulpturen und vergoldeten Verzierungen. Züge kamen im Abstand von etwa drei Minuten an, und die Stationen waren so makellos, dass man hätte vom Boden essen können.
Die Herrschenden des Landes wurden immer korrupter und harter, während Moskau immer prächtiger wurde. Während der frühen und mittleren 2000er Jahre profitierte Russland von steigenden Ölpreisen, und ein Großteil dieses Geldes floss in die Hauptstadt. Die Stadt veränderte sich stark. Parks, öffentliche Plätze, Museen und Kulturstätten entstanden, ebenso wie Geschäfte und Gaststätten, die mit jeder europäischen Hauptstadt mithalten konnten. Als die Russen Karaoke entdeckten, tauchten tausende solcher Orte auf, von bescheidenen Sushi-Restaurants bis hin zu prunkvollen Lokalen, in denen ein Orchester und Background-Sänger jeden unterstützten, der bereit war, auf die Bühne zu gehen und sich für ein paar Minuten wie ein Star zu fühlen.
| Zeitraum | Politisches Klima | Wirtschaftliches Klima | Atmosphäre in Moskau |
|---|---|---|---|
| Späte Sowjetära | Staatskontrolle | Knappheit | Schlicht, eintönig |
| Wilde Neunziger | Demokratische Hoffnungen | Wirtschaftliche Not | Lebendig, hoffnungsvoll ( |
| Frühe 2000er Jahre ( | Putin festigt seine Macht ( | Steigende Ölpreise ( | Eine schillernde Verwandlung ( |
Eine Liebe, die vielleicht endet (
Satchkova schreibt über die Liebe, die sie für Moskau empfand, selbst als diese Liebe durch einen Führer auf eine Probe gestellt wurde, dessen Machtfestigung einem Muster von Angriff und Krise folgte. Sie beschreibt ihre erste Liebe zu Moskau mit echter Zuneigung, selbst als sie die Dunkelheit anerkennt, die folgte. (
Der Bericht verfolgt den Fortschritt der Stadt durch drei unterschiedliche Phasen: die düstere Sowjetzeit, die optimistischen Wilden Neunzigern und die beeindruckende Verwandlung der frühen 2000er Jahre. (
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