Binary Domain versetzt Spieler in eine Kriegszone, in der der Gegner nicht menschlich ist. Der Shooter aus dem Jahr 2012 katapultiert Spieler in ein fernöstliches Japan der nahen Zukunft, in dem Androiden sich gegen die Menschheit gewandt haben, und das Spiel versucht, diesen Kampf persönlich zu gestalten. Es gelingt ihm das meistens, obwohl die darunterliegenden Systeme Schwierigkeiten haben, mit den Ambitionen mitzuhalten.
Trailer, über IGN.
Die Geschichte hinter dem Krieg
Die Kampagne folgt John Allen, einem ehemaligen Soldaten, der nun für eine private Sicherheitsfirma arbeitet, und seiner Partnerin, Yuki Suzuki, während sie einen abtrünnigen Androiden namens Adam aufspüren. Die Handlung stützt sich stark auf Charakterdialoge, und das Spiel verbringt viel Zeit damit, über Vertrauen, Identität und die Ethik des Bauens von Maschinen zu sprechen, die wie Menschen denken. Dieses Gespräch kann das Tempo verlangsamen, verleiht der Geschichte aber auch eine Tiefe, die viele Shooter völlig ignorieren.
„Wir führen keinen Krieg der Erschöpfung.“
Dieser Satz, den Allen zu Beginn des Spiels ausspricht, fasst die zugrunde liegende Spannung zusammen. Die Androiden sind nicht nur Gegner auf dem Bildschirm; sie sind Charaktere mit eigenen Zielen, und das Spiel fordert die Spieler auf, darüber nachzudenken, was sie von den Menschen unterscheidet, die sie schützen.
Kämpfen mit Worten und Waffen
Der Kampf vermischt das Schießen mit Gesprächen. Spieler können wählen, Gegner zu befragen anstatt sie zu töten, und das Spiel verfolgt diese Entscheidung über eine Anzeige namens Trust Gauge (Vertrauensanzeige). Es ist ein cleveres System, das Geduld über reine Aggression belohnt. Wenn Spieler mit einem Androiden sprechen, erfahren sie etwas über seine Vergangenheit, seine Gründe für den Kampf und erhalten manchmal Informationen, die bei späteren Missionen helfen.
Das Schießen selbst ist solide, aber nicht herausragend. Die Waffenvielfalt ist ausreichend, und das Cover-System funktioniert gut genug, so dass Spieler selten im offenen Feld erwischt werden. Das Problem ist, dass das Spiel auf PS3 eine niedrige Bildrate aufweist, was dazu führt, dass das Zielen weniger präzise erscheint, als es sein sollte. Auf PC und Xbox 360 hält die Erfahrung besser stand, obwohl die visuellen Effekte immer noch ihr Alter verraten.
Wo die Systeme versagen
Binary Domain wird um eine gemeinsame Welt herum aufgebaut, in der andere Spieler sich als Verbündete oder Gegner an Ihren Missionen beteiligen können. Dieses Feature, genannt Invasion System, soll Chaos und Wiederspielwert hinzufügen. In der Praxis fühlt es sich oft mehr wie eine Belästigung als wie ein Feature an. Freundliche Spieler können ohne Vorwarnung hinzukommen, und feindliche Spieler können einen sorgfältig ausgearbeiteten Plan ruinieren. Das Spiel handhabt Kommunikation nicht gut, so dass die Koordination mit Fremden schwierig ist, und das Risiko-Nutzen-Verhältnis fühlt sich unausgewogen an.
Das Spiel leidet auch unter technischen Problemen jenseits der Framerate. Die Ladezeiten sind lang, Texturen erscheinen und verschwinden, und gelegentliche Fehler unterbrechen die Immersion. Keines dieser Probleme versenkt das gesamte Spiel, aber sie hindern es daran, die Höhen zu erreichen, die seine Ideen vermuten lassen.
Sound Design und Präsentation
Die Präsentation ist der stärkste Teil von Binary Domain. Die Sprachausgabe ist ausgezeichnet, insbesondere von den Hauptdarstellern, und die Musik passt zum angespannten, industriellen Ton der Umgebung. Das Sounddesign des Spiels ist präzise, wobei Schussgeräusche und Explosionen Gewicht haben, wie es bei vielen Shootern nicht der Fall ist.
Die Optik ist kompetent, aber veraltet. Die Charaktermodelle halten sich besser als die Umgebungen, die stellenweise rau wirken und ihre Polygonanzahl deutlich zeigen. Das ehrgeizige Bestreben des Spiels, eine detaillierte, lebendige Zukunft zu erschaffen, ist sichtbar, aber die Budget- und Hardwarebeschränkungen sind erkennbar.
Abschließende Worte zur Wertung
Binary Domain ist ein Spiel, das sein eigenes Material besser versteht als die meisten Shooter. Seine narrative Ambition, sein Verhörsystem und sein Sounddesign deuten alle auf ein Spiel hin, das großartig hätte sein können. Die technischen Unebenheiten, insbesondere auf PS3, hindern es daran, diese Höhe zu erreichen.
Das Spiel lässt sich am besten auf dem PC oder der Xbox 360 spielen, wo die Framerate stabil ist und das Invasion System weniger störend wirkt. Auf PS3 wird das Erlebnis durch ständiges Stocken beeinträchtigt, das den Kampf schwieriger macht als er sein sollte.
Kernfakten – Titel: Binary Domain – Erscheinungsjahr: 2012 – Plattformen: PS3, PC, X360 – Wertung: 7.2/10
Das Spiel erzielt seinen Score ehrlich. Es bietet eine fesselnde Geschichte, eine neuartige Mechanik und eine starke Audio-Performance, kann aber seine technischen Mängel nicht überwinden. Binary Domain ist für alle, die sich für einen Shooter mit Tiefgang interessieren, einen Blick wert, aber es ist kein Spiel, das Gelegenheitsspieler belohnt.
7.2 von 10.
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