Die Europäische Union will die Nutzung von Social Media, Chatbots und Online-Spielen für Kinder unter 15 Jahren untersagen. Der Vorschlag geht vom EU Kids Act aus, der am 17. September von Ursula von der Leyen und Henna Virkkunen, dem Exekutivorgan der EU, angekündigt wurde. Es handelt sich um einen Entwurf und ist umstritten.
Was der Akt vorschlägt
Der Plan teilt die Kindheit in drei Phasen auf:
- Unter 3 Jahren: kein Zugang zu jeglichen Diensten
- 3-12 Jahre: Konten sind nur auf kindgerechten Diensten erlaubt, die vollständig von Eltern kontrolliert werden, mit strengen Sicherheitsregeln, einschließlich begrenztem Benutzer-zu-Benutzer-Kontakt und Nutzungszeitbeschränkungen
- 13-14 Jahre: Kinder können eine spezielle Einführungsregistrierung für Social Media und Video-Sharing-Plattformen beantragen, wiederum mit begrenztem Benutzer-zu-Benutzer-Kontakt und Nutzungszeitbeschränkungen
- Sobald ein Kind 15 Jahre alt ist: voller Zugang zu Social Media, Chatbots und Spielen mit den üblichen Beschränkungen für Inhalte für Erwachsene
Die offizielle Position
Das eigene Dokument der EU besagt, dass der Ansatz Minderjährige „von dem enormen Potenzial digitaler Dienste profitieren“ lassen soll, während sie vor Missbrauch und Ausbeutung geschützt werden. Es heißt außerdem, dass der Akt „den Zugang von Technologieunternehmen zu unseren Kindern begrenzen muss, und nicht umgekehrt.“
Was Unternehmen zahlen
Unternehmen würden eine „Aufsichtsgebühr“ zahlen, um die Durchsetzung und Nachfolgenüberwachung durch die Aufsichtsbehörden zu finanzieren. Sie müssten außerdem Funktionen entfernen, die darauf ausgelegt sind, Benutzer an den Bildschirm zu fesseln, und Altersverifizierungen für neue Konten und Downloads hinzufügen.
Was als Nächstes kommt
Weitere Entwürfe mit EU-Mitgliedsstaaten und dem Europäischen Parlament werden folgen, bevor endgültige Bedingungen vereinbart werden. Der Vorschlag ist ein Entwurf und kann sich ändern.
Wer entscheidet über kindgerechte Angebote?
Das Gesetz definiert nicht, was ein kindgerechtes Angebot ist. Das lässt Raum für Interpretationen, und die Zeitung fragt sich, wer das entscheiden darf.
Digital Rights Pushback
Digital-Rechts-Interessengruppen haben Bedenken geäußert, dass zunehmend strengere Vorschriften möglicherweise dazu benutzt werden könnten, marginalisierte Bevölkerungsgruppen sowie Erwachsene, die Inhalte für Erwachsene erstellen oder konsumieren, ins Visier zu nehmen.
Reaktionen der Industrie bisher
Nahezu jede Plattform hat mehr elterliche Kontrolle eingerichtet, und Dienste wie Roblox und Discord haben Altersverifikationen implementiert. Ob sie diesen Entwurf unterstützen, ist unklar.
Wer schützt was?
Die EU schlägt vor, Technologieunternehmen zu zwingen, den Dienst für Kinder unter 15 Jahren vollständig abzuschalten, finanziert durch eine „Aufsichtsgebühr“ von denselben Unternehmen. Die Zeitung vermutet, dass Unternehmen zwar eine regulatorische Finanzierung erhalten, aber gleichzeitig jüngere Kunden verlieren; die EU hingegen gewinnt die Kontrolle über die Bedingungen und Gebühren der Technologieunternehmen. Die praktische Auswirkung ist, dass die EU die Regeln dafür festlegt, was als „kindgerecht“ gilt, während Unternehmen dafür bezahlen, diese durchzusetzen.
Die Zeitung vermutet, dass die EU ihre Fähigkeit schützen will, vorzuschreiben, wie Unternehmen ihre Dienstleistungen bepreisen und gestalten, da das Gesetz eine erhebliche Kontrolle über Bedingungen und Gebühren in die Hände der Regulierer legt. Die Unternehmen zahlen derweil eine Gebühr, die die sehr Regulierer finanziert, die beurteilen, ob ihre Dienstleistungen kindgerecht sind. Stellen Sie sich die Frage, warum ein Unternehmen jemals zustimmen würde, die Menschen zu finanzieren, die über sein Schicksal entscheiden.
Der Vorschlag ist ein Entwurf und kann sich ändern. Die Frage bleibt: Wer entscheidet, was als „kindgerechte“ Dienstleistungen zählt? Die Antwort wird mehr Bedeutung haben, als jemand zugibt.
Key Facts at a Glance
| Bühne (Stage) | Alter (Age) | Zulässige Dienstleistungen (Allowed Services) |
|---|---|---|
| Unter 3 Jahren (Under 3) | Unter 3 Jahren (Under 3) | Keine (None) |
| Vorkinderalter (Younger Childhood) | 3-12 | Kinderkonten, elterngesteuert (Child-friendly accounts, parent-controlled) |
| Überkindalter (Older Childhood) | 13-14 | Einführungs-Konten auf Anfrage (Introductory accounts on request) |
| Erwachsener (Adult) | 15+ | Voller Zugriff (Full access) |
Die EU fordert von Technologieunternehmen einen vollständigen Dienstesverzicht für Kinder unter 15 Jahren. Unternehmen zahlen eine Gebühr zur Finanzierung der Regulierung. Wer entscheidet, was als „kindgerechte“ Dienste gilt? Das steht in dem Vorschlag nicht, und die Zeitung vermutet, die Antwort werde mehr zu bedeuten, als jeder eingestehen will.
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