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Drei Jahre später weigert sich Kaleidoscope weiterhin zu erklären, warum alle im Kreis herumlaufen

Ein Kaleidoskop der Farben, schillernd und doch hohl, eine Heist-Geschichte, über Jahrzehnte verstreut, die nie so recht zusammenfindet.

Von mitch·5 Min. Lesezeit
A shattered kaleidoscope scattering colored fragments across a dim urban landscape.

Kaleidoscope möchte ein Heist-Film sein, der Jahrzehnte und Kontinente umspannt und in Fragmenten erzählt wird, die sich zu einem zusammenhängenden Ganzen fügen. Meistens gelingt es der Serie, ein stilvoller, gelegentlich packender Krimi zu sein. Es gelingt ihr nicht, mehr als das zu sein. Das Ergebnis ist eine Serie, die visuell scharf und erzählerisch dünn ist, ein Kaleidoskop aus Farben, das nicht ganz zusammenhält.

Die Prämisse ist einfach und ehrgeizig: Eine Gruppe von Kriminellen, jeder mit einer eigenen Fähigkeit, zieht 1978 einen großen Raub durch, nur um sich in der Gegenwart über verschiedene Jahrzehnte ihres Lebens verstreut wiederzufinden. Sie müssen herausfinden, warum sie dort sind und wie sie in ihre ursprüngliche Zeitlinie zurückkehren können. Die Serie ist um Rückblenden und Vorausblenden herum aufgebaut und springt zwischen dem Raub selbst und den Konsequenzen hin und her, die sich über die Jahre durch das Leben der Figuren ziehen.

Trailer, via Netflix.

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Der Raub, der nie alt wird

Die Raubsequenz ist das stärkste Element von Kaleidoscope. Regisseur Antoine Fuqua weiß, wie man einen Überfall inszeniert, und die Szenen, in denen das Team seinen Einbruch plant und ausführt, sind spannend und gut choreografiert. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern, insbesondere zwischen den beiden weiblichen Figuren, die die Handlung vorantreiben, ist echt und sehenswert. Hier fühlt sich die Serie lebendig an.

Doch der Raub selbst ist auch das größte Problem der Serie. Weil die Geschichte durch die Zeit nach vorn springt, wird die Auflösung des Raubs nur teilweise gezeigt, sodass die Zuschauer sich fragen, was genau passiert ist und warum es von Bedeutung ist. Die Serie verspricht eine große Enthüllung über die Natur von Zeit und Schicksal, doch sie liefert ein wirres Ende, das mehr Fragen als Antworten hinterlässt.

„Die Zeit ist eine Schleife, und wir sind in ihr gefangen.“

Zeitreisen, die nicht reisen

Das Zeitreisekonzept ist auf dem Papier faszinierend. Die Idee, dass Menschen durch ihr eigenes Leben nach vorn springen und die Konsequenzen ihres Handelns Jahrzehnte später sehen können, ist reif für eine Erkundung. Leider verbringt die Serie mehr Zeit mit Action-Szenen als mit den philosophischen Implikationen ihrer Prämisse.

Die Charakterentwicklungen leiden darunter. Einige der Hauptfiguren verschwinden nach ihrer ersten Einführung vollständig, während anderen kurze, flache Momente der Erkenntnis gegeben werden, die nicht haften bleiben. Der Versuch der Serie, Themen wie Reue, Sinn und den Sinn des Lebens zu erkunden, wirkt halbgar, eher wie ein Slogan als wie ein vollständig ausgearbeitetes Argument.

Eine Besetzung ohne Ziel

Die Besetzung ist durchweg kompetent, aber das Material gibt ihr keine Richtung. Anya Taylor-Joy und Jason Momoa führen das Ensemble an, und beide bringen Charisma und Intensität in ihre Rollen. Ihre Leistungen werden jedoch durch ein Drehbuch beeinträchtigt, das sie ständig zwischen Zeitlinien hin- und herspringen lässt, ohne ihnen Raum zur Entwicklung zu geben.

Die Nebendarsteller sind noch schlechter dran. Mehrere Schlüsselfiguren werden eingeführt und dann fallengelassen, ihr Schicksal bleibt auf eine Weise unklar, die eher nach Budgetbeschränkungen als nach erzählerischen Entscheidungen wirkt. Die Weigerung der Serie, ihre Geschichten aufzulösen, hinterlässt einen bitteren Beigeschmack.

Stil über Substanz

Fuquas Regie ist elegant und souverän, und die Kameraarbeit ist scharf. Die Serie sieht teuer und gut gemacht aus. Doch der Stil überwältigt oft die Substanz. Lange Kamerafahrten und Zeitlupensequenzen werden großzügig eingesetzt, und sie verdecken mitunter das Erzählen, statt es zu verbessern.

Das Tempo leidet darunter. Die Serie läuft über mehrere Episoden, und der mittlere Abschnitt zieht sich erheblich, während er zwischen Zeitlinien hin- und herwechselt, ohne Schwung aufzubauen. Der letzte Akt versucht, alles zusammenzuführen, doch die Knoten, die er knüpft, sind zu verworren, um befriedigend zu sein.

Die Musik trägt die Last

Die Filmmusik ist ein Höhepunkt. Die Musik schwillt an den richtigen Momenten an und verleiht den Heistszenen Spannung und den Zeitreiseszenen Melancholie. Sie ist eines der wenigen Elemente der Serie, die auf emotionaler Ebene durchweg funktionieren.

Auch die visuellen Effekte sind stark, besonders bei den Zeitsprüngen. Diese Momente sind nahtlos und helfen, das Konzept der Serie zu verkaufen. Es ist eine technische Leistung, die sich nicht in eine stärkere Geschichte übersetzt.

Was funktioniert und was nicht

Die besten Momente von Kaleidoscope sind diejenigen, die in der Gegenwart verankert bleiben. Die Szenen, in denen die Figuren versuchen, ihre veränderten Realitäten zu verstehen, die kleinen Interaktionen zwischen ihnen und die stillen Enthüllungen über ihre Vergangenheit sind der Kern der Serie. Die schlechtesten Momente sind diejenigen, die das Spektakel um seiner selbst willen jagen, die Autoverfolgungen und Schießereien, die sich wie Füllmaterial statt wie Handlung anfühlen.

Die Stärken der Serie sind unbestreitbar, aber sie sind auch begrenzt. Es ist ein stilvoller, zeitweise fesselnder Krimi-Thriller, der nie ganz die Höhen seiner Ambitionen erreicht. Das Zeitreisekonzept ist eine verpasste Gelegenheit, und das Figurendrama ist unterentwickelt.

Eine Schleife ohne Zentrum

Kaleidoscope ist eine frustrierende Seherfahrung. Die Serie hat die Bestandteile einer großartigen Show – eine fesselnde Prämisse, eine talentierte Besetzung, einen Regisseur mit sicherer Hand –, aber sie setzt sie nie so zusammen, dass es zusammenhängt. Die letzte Folge versucht, alles zusammenzuführen, doch die Fäden, die sie zieht, sind locker und ausgefranst.

Die zentrale Frage der Serie – was bedeutet es, ein Leben zu führen, das man im Voraus sehen kann? – wird nie zufriedenstellend beantwortet. Die Figuren treffen Entscheidungen, erleiden Konsequenzen, und dann werden diese Konsequenzen durch den nächsten Sprung ausgelöscht oder umgeschrieben. Es ist eine Schleife ohne Zentrum, und der Zuschauer bleibt ratlos zurück.

Kaleidoscope ist ein stilvoller, zeitweise fesselnder Krimi-Thriller, der nie ganz die Höhen seiner Ambitionen erreicht. Es ist eine Serie, die gut aussieht, aber nicht viel sagt. Sie ist sehenswert wegen der Heistszenen und der schauspielerischen Leistungen, aber es lohnt sich nicht, sie in guter Erinnerung zu behalten.

Wertung: 5,9 von 10

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