Telemundos La Doña lief über zwei Staffeln mit 200 Folgen und gab sich nie klein. Die Serie startete am 29. November 2016 und endete am 4. Juni 2020; sie erzählt eine Geschichte von Rache und Ehrgeiz, Verführung und Verrat aus der Perspektive einer gekränkten und missbrauchten Frau namens Altagracia.
Diese Prämisse ist der Motor. Altagracia Sandoval Ramos, gespielt von Aracely Arámbula, wird als schöne, elegante und erfolgreiche Frau eingeführt, in der Gesellschaft anerkannt und Eigentümerin eines Imperiums in der Bauwelt. Als junges Mädchen erlitt sie zwei schwere Traumata, die sie zu der unversöhnlichen „Doña“ machten, die sie wird.
Altagracia Sandoval Ramos und die Männer, die namenlos bleiben
Die zentrale Behauptung der Serie ist unverblümt. Altagracia steht für die Hunderttausenden mexikanischen Frauen, die Opfer von Gewalt durch gesichtslose Männer wurden, die von Straflosigkeit geschützt werden. Verwandelt in eine willensstarke, rücksichtslose Männerfresserin namens La Doña, macht sie sich auf, jeden dieser Männer zu finden und sie vor Gericht zu bringen.
Das ist ein Rachegerüst mit einem sozialen Argument darunter, und die Serie trägt beides offen. Sie ist ein Drama und eine Seifenoper.
Das Bauimperium ist wichtiger, als es klingen mag. Altagracias Reichtum und öffentliches Ansehen sind die Tarnung, die es ihr ermöglicht, sich in der Welt der Männer zu bewegen, die sie jagt – so legt es zumindest die Anlage der Serie nahe. Die Serie setzt eine Frau, die in der Gesellschaft bewundert und in ihr gefährlich ist, und in der Spannung zwischen diesen beiden Tatsachen lebt sie.
Eine Besetzung rund um Aracely Arámbula
Arámbula trägt die Titelrolle, und das Ensemble um sie ist groß genug, um 200 Folgen zu tragen.
- Andrea Martí als Regina Sandoval Ramos
- Carlos Ponce als Leon Contreras
- David Zepeda als José Luis Navarrete
- Marisela González als Eunice Lara „La Felina“
- Claudio Roca als Dr. Adolfo Mendoza
- Jose Maria Galeano als Braulio Padilla
- Leo Deluglio als Diego Padilla
- Leandro Lima als Thiago
Das Padilla-Paar, Braulio und Diego, sitzt neben Navarrete und Contreras in einer Besetzung, die die Quelle auflistet, ohne ihre individuellen Handlungsrollen zu beschreiben. „La Felina“ ist die Art von Spitzname, die diese Serie großzügig vergibt.
Das Doña-Bárbara-Erbe
La Doña wurde vollständig in Mexiko gedreht. Die Quellenangaben weichen voneinander ab: Wikipedia nennt José Vicente Spataro als Schöpfer für Telemundo, während die Serie auch Carlos Villegas Rosales als Schöpfer zugeschrieben wird. Die beiden Angaben werden in der Quelle nicht in Einklang gebracht.
Sie basiert auf dem Roman Doña Bárbara der venezolanischen Schriftstellerin Rómulo Gallegos aus dem Jahr 1929, dessen jüngste Adaption Doña Bárbara mit Edith González in der Hauptrolle war.
Sie ist eine Produktion von Argos Comunicación und Telemundo Studios, heute bekannt als Telemundo Global Studios, und wird von Telemundo Internacional vertrieben.
Telemundo bestätigte am 9. Mai 2019 im Rahmen seiner Upfront-Präsentation für die Fernsehsaison 2019–2020 eine zweite Staffel. Die Quelle sagt nicht, ob diese Verlängerung die Serie auf 200 Folgen brachte.
Was Bestand hat und was nicht
Das Stärkste, was La Doña hat, ist ihre Weigerung, Altagracia zu mildern. Sie ist keine falsch behandelte Frau, die sympathisch bleibt. Sie ist eine Männerfresserin, und die Serie sagt das in ihrer eigenen Zusammenfassung. Arámbula spielt die Verwandlung als vollendete Tatsache statt als andauernde Wunde.
Das Schwächste ist die Länge. Zweihundert Folgen sind viel Raum, und eine Seifenoper, die auf einem einzigen Racheakt aufbaut, muss immer neue Männer, neue Verrätereien und neue Verführungen finden, um ihn zu füllen. Die Kulisse der Bauwelt verleiht der Serie eine spezifische Textur, die den meisten Rachedramen fehlt, und die Dreharbeiten in Mexiko halten sie geerdet. Doch die Prämisse ist ein Kreis, und Kreise wiederholen sich.
Die Abstammung von Doña Bárbara ist sowohl ein Aktivposten als auch eine Last. Gallegos schrieb einen Roman über eine Frau, die eine brutale Welt beherrscht, und diese Version behält die Beherrschung bei, während sie die Geschichte in Vorstandsetagen und auf Baustellen verlegt. Das ist eine echte Aktualisierung, keine kosmetische. Altagracias Macht sind Geld und Ruf, was schwerer zu dramatisieren ist als eine Peitsche, aber interessanter.
Das Impunitätsargument ist das, worauf diese Zeitung zuerst verweisen würde. Die Serie sagt laut, dass die Männer, die Gewalt gegen Frauen verüben, gesichtslos und geschützt sind, und gibt dann einer Frau die Mittel, sie zu benennen. Die Ausuferung über 200 Folgen ist der Preis des Eintritts.
Dies ist eine Serie, die genau weiß, was sie ist. Sie ist eine Seifenoper mit einer These, und die These ist der Teil, der es wert ist, in Erinnerung zu bleiben.
7,4/10 (TMDB-Publikumswertung, 640 Stimmen).
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