Guillermo del Toros Crimson Peak ist ein Spukhausfilm, der immer wieder vergisst, dass er einer ist. Der Film aus dem Jahr 2015 läuft 119 Minuten, Mia Wasikowska spielt Edith Cushing, und der Slogan lautet „Love makes monsters of us all.“ Es ist eine gothic romance supernatural horror — so beschreibt es die Quelle. Am Ende ist es kein vollständig eingelöstes Vorhaben.
Trailer, via Legendary.
Allerdale Hall versinkt im roten Lehm
Der Schauplatz ist die beste Idee des Films. Allerdale Hall, das verfallene Cumberland-Anwesen der Sharpes, versinkt in der roten Lehmmine unter ihm. Der Lehm sickert durch den Winterschnee nach oben und färbt ihn leuchtend rot — deshalb wird das Anwesen Crimson Peak genannt. Dieses Bild leistet die Arbeit von einem Dutzend Jump Scares. Das Haus atmet, blutet und erinnert sich, und del Toro filmt es wie ein lebendiges Wesen.
Edith Cushing sieht den Geist ihrer Mutter
Die Geschichte beginnt 1887 in Buffalo, wo Edith vom Geist ihrer Mutter und einer Warnung heimgesucht wird: „Beware of Crimson Peak.“ 1901 ist sie eine angehende Autorin. Sie lernt Sir Thomas Sharpe kennen, gespielt von Tom Hiddleston, und dessen Schwester Lucille, gespielt von Jessica Chastain. Thomas sucht Investoren für eine Grabmaschine, um die Lehmmine der Familie wiederzubeleben. Ediths Vater, Carter Cushing, lehnt ihn ab.
Die Feuerdornbeeren und die verschlossene Truhe
Als Edith Thomas heiratet und in Allerdale ankommt, findet der Film zu einem Rhythmus aus Tee und Geheimnissen. Lucille versorgt sie mit Tee aus „firethorn berries.“ Edith bemerkt, dass Thomas nachts im gemeinsamen Schlafzimmer fehlt. Rote Geister spuken durch die Flure. Einer trickst sie dazu, einen Schrank zu öffnen, in dem sie Wachsphonographenzylinder findet. In den Kellern findet sie eine verschlossene Truhe mit der eingravierten Aufschrift „Enola.“
Jessica Chastain beherrscht jeden Raum, den sie betritt
Chastain ist der Grund zum Anschauen. Lucille ist der Motor des Films, und Chastain spielt sie mit einer Stille, die als Bedrohung wirkt. Wasikowska hat weniger zu tun — Edith verbringt lange Strecken damit, vergiftet, getäuscht oder verfolgt zu werden. Hiddleston ist charmant und wenig mehr. Charlie Hunnams Dr. Alan McMichael, der Jugendfreund, ist ein Handlungselement mit Puls.
Die Nebenbesetzung ist umfangreicher, als diese vier Namen vermuten lassen. Jim Beaver spielt Carter Cushing, Burn Gorman spielt Holly, Leslie Hope spielt Mrs. McMichael, Jonathan Hyde spielt Ogilvie und Doug Jones spielt die Geister von Ediths Mutter und Lady Sharpe.
Ein Geisterfilm, der sich vor seinen eigenen Geistern fürchtet
Del Toro und Matthew Robbins schrieben das Drehbuch, das 2006 als Spec Script an Universal Pictures verkauft wurde. Die Entwicklung stockte jahrelang. Die Hauptdreharbeiten begannen schließlich am 10. Februar 2014 in den Pinewood Toronto Studios, mit zusätzlichen Aufnahmen in Hamilton, und wurden am 16. Mai abgeschlossen. Legendary Pictures produzierte den Film mit del Toros Firma Double Dare You. Als starke Inspirationen nennt die Quelle The Haunting, The Innocents und The Shining. Das ist ein hohes Regal, nach dem man greift, und Crimson Peak erreicht es nicht.
Drei Empire-Nominierungen, 74 Millionen Dollar
Crimson Peak feierte am 25. September 2015 auf dem Fantastic Fest Premiere und lief am 16. Oktober in den Vereinigten Staaten in Standard- und IMAX-Format an. Er erhielt überwiegend positive Kritiken, blieb an den Kinokassen jedoch hinter den Erwartungen zurück und spielte weltweit 74 Millionen Dollar ein. Er erhielt drei Nominierungen bei den 21. Empire Awards, darunter Best Horror, und neun bei den 42. Saturn Awards.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2006 | Spec Script an Universal Pictures verkauft |
| 10. Februar 2014 | Hauptdreharbeiten beginnen in Toronto |
| 16. Mai 2014 | Dreharbeiten abgeschlossen |
| 25. September 2015 | Premiere auf dem Fantastic Fest |
| 16. Oktober 2015 | US-Start, Standard und IMAX |
Die Romanze ist die schwache Hälfte
Das Problem ist die Balance. Die Romanze zwischen Edith und Thomas rechtfertigt nie ihre Anziehungskraft, also muss der Horror eine Geschichte tragen, die er nicht aufgebaut hat. Die Geister sind grausig und das Herrenhaus ist prächtig, doch das Herz des Films ist eine Ehe, an die das Publikum nie glaubt. Die Quelle nennt es eine Geistergeschichte und eine Gothic-Romanze. Del Toro hat die Geistergeschichte hinbekommen.
Das Handwerk ist echt. Das Szenenbild, der Lehm, der Schnee, das Haus, das sich erinnert – das ist die Arbeit eines Regisseurs, der genau weiß, was er tut. Das Drehbuch ist die Stelle, an der Crimson Peak dünn wird. Es erklärt in der zweiten Hälfte zu viel, und die Enthüllungen landen ohne Gewicht, weil der Film seine Karten bereits aufgedeckt hat.
Das ist ein schöner, unebener Film. Sehenswert wegen Chastain und wegen Allerdale Hall. Nicht das Gothic-Meisterwerk, das er sein wollte.
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