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Pentiment setzt den Spieler auf den Richterstuhl und weigert sich zu sagen, wer Bestrafung verdient

Pentiment-Test: Obsidians Mordfall aus dem 16. Jahrhundert erstreckt sich über 25 Jahre in Tassing und stellt die Frage, wer Bestrafung verdient. Es erhielt 8,5/10 und gewann einen Peabody.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A scribe writes within a dim chamber, his pen moving amid ancient tomes.

Pentiment beginnt im Jahr 1518 mit einem Baron, der mit dem Gesicht nach unten liegt, und einer Stadt, die bereit ist, den Falschen zu hängen. Obsidian Entertainment baute aus diesem Moment einen Mordfall und dehnte ihn über 25 Jahre in der fiktiven Alpenstadt Tassing aus. Das Spiel erschien am 15. November 2022 für Windows, Xbox One und Xbox Series X/S. Die Versionen für Nintendo Switch, PlayStation 4 und PlayStation 5 folgten am 22. Februar 2024.

Trailer, via XBOX.

Andreas Maler und das Skriptorium der Abtei Kiersau

Man spielt Andreas Maler, einen Wandergesellen und Maler aus Nürnberg, der in der Abtei Kiersau eine Ausbildung als Illuminator absolviert. Baron Lorenz Rothvogel, ein langjähriger Förderer, trifft ein, um ein von ihm in Auftrag gegebenes Manuskript zu prüfen. Ihm missfällt die Arbeit des alten Bruder Piero, und er verlangt, dass Andreas die restlichen Illustrationen fertigstellt. Am nächsten Tag wird der Baron erstochen aufgefunden.

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Abt Gernot beschuldigt Piero, um den Ruf von Kiersau zu schützen, und lässt ihn festhalten. Andreas hält Piero für unschuldig und beginnt seine eigenen Nachforschungen. Er findet heraus, dass mehrere Stadtbewohner Grund hatten, den Baron zu töten, und dass jeder eine mysteriöse Nachricht erhielt, die ihn zur Gewalt drängte. Andreas bringt die Beweise zum Archidiakon. Ein Verdächtiger wird hingerichtet.

Die Zwölf Artikel und der zweite Mord

Sieben Jahre später kehrt Andreas zurück und findet Tassing wegen der hohen Steuern des Abtes, angefacht durch die Zwölf Artikel, nahe am Aufstand. Der Anführer der Rebellion, Otto Zimmermann, wird tot aufgefunden. Die Stadtbewohner beschuldigen den Abt und drohen, die Abtei zu stürmen. Andreas ermittelt erneut und findet dieselbe Art von Nachrichten, diesmal darauf gerichtet, Menschen dazu zu bringen, Otto zu töten. Er beschuldigt einen Verdächtigen, der zur Mühle flieht und stirbt, als die Stadtbewohner sie niederbrennen. Die Menge steckt dann die Abtei und ihre Bibliothek in Brand. Andreas rennt in die Flammen, um die Bücher zu retten, und wird für tot gehalten. Die Soldaten des Herzogs von Bayern treffen ein und töten viele Stadtbewohner.

Die Wahl, wer Bestrafung verdient

Pentiment spielt aus einer 2D-Seitenansicht als erzählerisches Abenteuer-RPG. Man sammelt physische Beweise und spricht mit den Dorfbewohnern, um dann jemanden anzuklagen, je nachdem, wer der Meinung nach die Tat begangen hat oder wer die Strafe am meisten verdient. Dialogbäume ermöglichen es, Andreas‘ Vergangenheit zu definieren – seine Reisen, Sprachen und seinen akademischen Hintergrund – und diese Entscheidungen prägen, wie die Mysterien aufgelöst werden. Bauern, Diebe, Handwerker, Mönche, Nonnen, Adlige und Heilige landen alle auf dem Verhörstuhl.

Was das Anklagesystem richtig macht

Die beste Idee in Pentiment ist, dass Schuld und Gerechtigkeit getrennte Fragen sind. Das Spiel gibt einem Beweise und fragt dann, was man damit tun will. Das ist ein schärferer Haken, als es die meisten Krimispiele hinbekommen, und es rechtfertigt die Zeitspanne von 25 Jahren. Der Preis dafür ist, dass sich die Morde zunehmend wie ein Vehikel für das Thema anfühlen statt wie der eigentliche Kern.

Ein Peabody und eine späte Konsolen-Ankunft

Pentiment gewann 2023 einen Peabody Award und erhielt positive Kritiken. Die Portierungen für Switch, PlayStation 4 und PlayStation 5 ließen bis Februar 2024 auf sich warten, mehr als ein Jahr nach dem Start auf Xbox und PC. Diese Verzögerung ist der Teil, den man im Auge behalten sollte – das Spiel erreichte PlayStation- und Nintendo-Spieler erst lange nach seinem Preisreigen.

Harte Zahlen

  • Veröffentlichung: 15. November 2022 (Windows, Xbox One, Xbox Series X/S)
  • Spätere Veröffentlichung: 22. Februar 2024 (Nintendo Switch, PlayStation 4, PlayStation 5)
  • Entwickler: Obsidian Entertainment
  • Publisher: Xbox Game Studios
  • Auszeichnung: Peabody Award, 2023
  • Wertung: 8,5/10

Das Urteil über Pentiment

Pentiment vertraut darauf, dass Spieler eine hässliche Entscheidung aushalten, und dieses Vertrauen ist selten. Die Kunst, die Abtei, die Notizen – all das dient einer einzigen Frage darüber, wer für ein Verbrechen bezahlt. Das Tempo hängt zwischen den Morden durch, und das Anschuldigungssystem kann einen wünschen lassen, das Spiel würde stärker auf die Konsequenzen drängen. Dennoch macht Obsidian hier etwas, das 2022 sonst niemand versucht hat.

8,5 von 10.

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