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The BFG“ findet seine Monster nie so richtig

Ein sanfter Riese und ein tapferes Mädchen durchstreifen ein Reich der Träume, doch die Monster, die jenseits lauern, erschrecken niemals wirklich.

Von mitch·4 Min. Lesezeit
A kindly giant and a young girl stand together beneath a sky of floating dreams.

Steven Spielbergs „BFG“ ist eine sanfte, gut gemeinte Adaption von Roald Dahls Roman von 1982, doch sie wächst nie ganz zu der Größe ihrer Ambitionen heran. Mit 117 Minuten ist der Film eine familienfreundliche Fantasie, die das Wunderbare anstrebt und sich mit Behaglichkeit begnügt. Er ist eine angenehme, mitunter lustige Seherfahrung, erreicht aber nur selten die Höhen der Originalgeschichte.

Trailer, via Walt Disney Studios Philippines.

Der Riese und das Mädchen

Die zentrale Beziehung zwischen dem BFG und Sophie trägt den Film. Mark Rylance spielt den titelgebenden Riesen als gütige, unbeholfene Seele, die in einem unverwechselbaren, kindlichen Rhythmus spricht. Ruby Barnhill, die Sophie spielt, verleiht dem verwaisten Mädchen, das sich mit ihm anfreundet, scharfen Verstand und Mut. Ihre gemeinsamen Szenen, besonders jene, in denen der BFG Sophie das Lesen beibringt, sind die besten Momente des Films. Die Chemie zwischen den beiden Darstellern ist echt, und es ist leicht zu verstehen, warum sich die Filmemacher nach ihrem Vorsprechen an der Lower Peover School für Barnhill entschieden.

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Der BFG ist ein Gewohnheitstier, ein einsamer Träumer, der gute Träume einfängt und sie Kindern auf der ganzen Welt schickt. Er ist zugleich ein Feigling, der nicht bereit ist, Sophies Sicherheit zu riskieren, indem er sich den menschenfressenden Riesen stellt, die die Menschheit bedrohen. Diese Spannung verleiht der Geschichte ihr emotionales Gewicht, auch wenn der Film sie nicht vollständig auslotet.

Die menschenfressenden Riesen

Die Nebenbesetzung ist gemischt. Jemaine Clement spricht Fleshlumpeater, den Anführer der menschenfressenden Riesen, mit einer theatralischen Note, die zur Niedertracht der Figur passt. Bill Hader spricht Bloodbottler, den zerzausten Berater, und bringt eine nervöse Energie in die Rolle. Die übrigen Riesen – Butcher Boy, Bonecruncher und Gizzardgulper – werden von einer Riege britischer Charakterdarsteller gesprochen, jeder mit einem eigenen Aussehen und eigenen Manierismen.

Das Problem ist, dass keinem dieser Riesen genug Raum zum Atmen gegeben wird. Sie werden schnell eingeführt, fast wie eine Checkliste abgehandelt und dann größtenteils im Hintergrund belassen. Der Höhepunkt des Films, bei dem die Riesen in die Menschenwelt eindringen, wirkt überstürzt statt klimaktisch. Das Publikum erfährt über diese Bösewichte nie mehr als ihre Namen und ihren Hunger auf Kinder.

Was funktioniert

  • Die Beziehung zwischen dem BFG und Sophie ist das Herz des Films, und es schlägt kräftig.
  • Rylances Motion-Capture-Arbeit ist ausdrucksstark und geerdet.
  • Barnhill behauptet sich gegenüber einem Riesen und trägt die emotionale Last des Films.
  • Die Traumfang-Sequenzen sind visuell einfallsreich und machen Spaß beim Ansehen.

Was nicht funktioniert:

  • Den menschenfressenden Riesen fehlt es an individueller Bedrohlichkeit, weil der Film ihnen nie eigene Szenen gibt.
  • Das Tempo zieht sich im mittleren Abschnitt, wo die Geschichte ins Stocken gerät, während Sophie das Riesenland kennenlernt.
  • Der Humor stützt sich stark auf körperliche Komik, die beim erwachsenen Publikum nicht immer ankommt.

Der Slogan des Films verspricht eine Welt, die größer ist, als man sich vorstellen kann. Er liefert die visuelle Größe — die Landschaften des Riesenlands sind beeindruckend —, aber er schafft es nicht, die Riesen wirklich bedrohlich wirken zu lassen. Der BFG soll der Beschützer sein, doch der Film traut ihm nie ganz zu, diese Rolle auszufüllen. Stattdessen wird die Bedrohung größtenteils an die menschenfressenden Riesen delegiert, die abstrakte Kräfte statt echter Gefahren bleiben.

Endgültiges Urteil

Spielbergs Der BFG ist ein sicherer, polierter Beitrag zum Genre der Familienfantasie. Er erfindet das Rad nicht neu, aber das muss er auch nicht. Die Geschichte ist einfach, die Einsätze sind klar, und die schauspielerischen Leistungen sind durchweg solide. Barnhills Sophie ist der Höhepunkt und trägt die emotionale Last des Films mit einem natürlichen Charme, der sie von den Riesen um sie herum abhebt.

Die größte Schwäche des Films ist, dass er sich nie zu seiner eigenen Prämisse bekennt. Er präsentiert eine Welt der Riesen, behandelt sie aber als Kuriosität statt als echte Bedrohung. Der BFG ist ein sanfter Riese, und der Film findet nie ganz den Mut, ihn den Monstern gegenübertreten zu lassen, die er fürchtet.

Bewertung: 6,6 von 10

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