Danny Boyles „T2 Trainspotting“ bringt das Edinburgher Team 20 Jahre später wieder zusammen, und der Film verdient seine Nostalgie weitgehend. Ewan McGregor, Jonny Lee Miller, Ewen Bremner und Robert Carlyle kehren als Renton, Sick Boy, Spud und Begbie zurück, wobei Anjela Nedyalkova Veronika spielt, eine neue Figur, deren Ankunft die Handlung in Gang setzt. Das Ergebnis ist eine scharfe, witzige, gelegentlich brutale Fortsetzung, die den Originalfilm respektiert und gleichzeitig ihre eigene Identität schafft.
Trailer, über Sony Pictures Releasing UK.
Rentons Heimkehr
Mark Renton, mittlerweile 46 Jahre alt, erleidet in einem niederländischen Fitnessstudio einen Herzinfarkt, nachdem er zwei Jahrzehnte lang von Heroin Abstand genommen hat. Er kehrt nach Edinburgh zurück, um sich mit seinen alten Freunden zu treffen, doch das Wiedersehen ist nicht herzlich. Spud ist nach dem Verlust des Sorgerechts für seinen Teenagersohn Fergus wieder in die Heroinsucht abgerutscht, während Sick Boy eine Pub führt, der scheitert, und Cocain konsumiert. Begbie entkommt aus dem Gefängnis und kehrt zu seiner entfremdeten Frau June zurück, was ihren college-gehenden Sohn Frank Jr. zwingt, ihm bei einem Einbruch zu helfen.
Renton rettet Spud vor einem Selbstmordversuch und bietet ihm dann seine Hilfe an, wieder clean zu werden. Dieses Angebot verärgert Spud, der sich gegen Renton für das Verlassen wehrt. Die Spannung zwischen den beiden Männern treibt einen Großteil der frühen Handlung voran, obwohl Sick Boys Eifersucht sich als größere Bedrohung erweist. Als Renton Sick Boys ursprünglichen Anteil des Geldes zurückgibt, schwört der jüngere Mann Rache.
Das Bordell-Schema
Das zentrale Schema des Films beinhaltet Renton, Sick Boy und Veronika, die sich für einen Zuschuss von 100.000 £ aus EU-Förderprogrammen bewerben, um den oberen Stock des Pubs in ein Bordell zu verwandeln, das als Sauna getarnt ist. Während des Aufbaus beginnt Veronika eine Affäre mit Renton, und der Plan bringt das Trio zurück ins kriminelle Gebiet.
Carlyle spielt sowohl Begbie als auch Begbies Vater, einen Trinker am Leith Bahnhof. Die Doppelperformance ist eine kleine Geste, die einer Film bereits voller wiederkehrender Gesichter Textur verleiht. Irvine Welsh erscheint als Mikey Forrester und nimmt damit seine Rolle aus dem ersten Film wieder auf.
„Konfrontiere deine Vergangenheit. Wähle deine Zukunft.“
Dieses Motto fasst die Mission des Films zusammen: Die Charaktere stellen sich ihrer Geschichte, während sie versuchen, etwas Neues aufzubauen. Es ist ein mutiger Ansatz für eine Fortsetzung, und er lohnt sich größtenteils.
Wo es scheitert
Der Film erlebte in seinem mittleren Abschnitt leichte Schwächen. Einige Szenen wirken aufgebläht, und das Tempo verlangsamt sich, wenn die Handlung zwischen Edinburgh, Amsterdam und einer Gefängnisausbruch wechselt. Die Laufzeit des Films beträgt 117 Minuten, und etwa ein Drittel davon ist Archivmaterial aus dem Original „Trainspotting“, das den narrativen Schwung verringert.
Das von John Hodge geschriebene Drehbuch stützt sich auf breite Pinselstriche anstatt auf feine Charakterarbeit. Sick Boys Racheplot fühlt sich weniger wie eine Bedrohung und mehr wie ein Mittel an, um die Geschichte voranzutreiben. Begbies Flucht ist ein Highlight, aber sein Handlungsbogen ist im Vergleich zu den anderen Hauptdarstellern gehetzt.
Die größte Schwäche des Films ist seine Weigerung, sich vollständig der Entwicklung der Charaktere zu widmen. Rentons Entscheidung, nach Edinburgh zurückzukehren, ist eine edle Geste, aber der Film erklärt nie vollständig, warum er diesen Weg wählt. Spuds Zorn auf Renton ist verständlich, aber der Film löst ihren Konflikt zu schnell. Dies sind kleinere Beanstandungen, die den Film daran hindern, Größe zu erreichen.
Ein solider Nachfolger
T2 Trainspotting ist eine würdige Ergänzung zur Franchise. Es respektiert die Charaktere und gibt ihnen gleichzeitig neue Probleme zu lösen. Die Leistungen sind insgesamt stark, und das Edinburgh-Setting wirkt lebendig und authentisch.
Der Film kann seine Fehler verzeihen, weil die Kernidee funktioniert. Ein Sequel, das seine Charaktere auffordert, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und ihre Zukunft zu wählen, ist ein intelligentes Gestaltungsmittel. Der Film setzt diese Idee mit Geschick um, auch wenn er in der Mitte strauchelt.
Bewertung: 6,7/10
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