Omerta: City of Gangsters fordert Spieler auf, ein kriminelles Imperium in Atlantic City der 1920er Jahre zu errichten, und hält dieses Versprechen meistens – aber nur meistens. Das 2013er Spiel von Haemimont Games, veröffentlicht von Kalypso Media, vermischt rundenbasierte Strategie-Kämpfe mit einer Städtebau-Schicht, die tiefgründig sein möchte, aber oft dünn wirkt. Es ist ein Spiel darüber, ein illegales Geschäft zu führen, und es weiß das auch.
Trailer, über Kalypso Media.
Atlantic City aufbauen
Der Kernmechanismus ist einfach: einen Laden kaufen, ihn mit einer Bar, einer Brauerei oder einer Destillerie füllen, dann die Gewinne eintreiben. Spieler beginnen als Kleinganster und arbeiten sich durch den Kauf von Immobilien, die Rekrutierung von Gefährten und das Bekämpfen rivalisierender Banden hoch. Das Spiel erschafft Atlantic City mit sechs Karten, die jeweils voll mit Geschäften, Lagerhäusern und Wohnungen sind. Es ist eine Sandbox voller Möglichkeiten zu kaufen und zu bauen, und diese Freiheit ist der beste Trick des Spiels.
Das Problem ist, dass die Systeme darunter die Tiefe, die sie versprechen, nicht immer rechtfertigen. Mieten von Wohnungen sind eine legitime Einnahmequelle, aber das Spiel verbringt nicht viel Zeit damit, zu erklären, warum ein Gebäude besser abschneidet als ein anderes. Lagerhaus-Upgrades helfen bei der Verwaltung des Inventars, aber die Mathematik dahinter bleibt undurchsichtig. Spieler rätseln eher als zu strategieren.
D’Angelos Geschichte
Der Protagonist ist „Boss“ D’Angelo, ein italienischer Einwanderer, der frisch aus einem kleinen Dorf in Sizilien in Atlantic City ankommt. Er verfolgt den amerikanischen Traum durch Verbrechen, und die Geschichte begleitet ihn, während er von einem Kleinganster zum Boss der Unterwelt aufsteigt. Es ist eine bekannte Handlung für diese Art von Spiel, aber das Schreiben stützt sich auf Stereotypen anstatt auf Charakterentwicklung. D’Angelo ist eine Figur, kein Mensch.
Das ist schade, denn das Setting ist stark. Das Atlantic City der Prohibitionszeit ist ein reiches Hintergrundbild, voller Kneipen, Spielhallen und der Mafiafamilien, die sie kontrollieren. Die Vogelperspektive des Spiels verleiht ihm einen unverwechselbaren Look, und die Nachbildung der Stadt fühlt sich detailliert an. Es ist eine Welt, die es wert ist, erkundet zu werden, selbst wenn die Systeme darin dünn wirken.
Rundenbasierte Kämpfe
Combat ist der Bereich, in dem Omerta: City of Gangsters seine Ambitionen am deutlichsten zeigt. Spieler rekrutieren eine Gang von Gefährten, die jeweils ihre eigenen Stärken und Schwächen haben, und schicken sie in rundenbasierte Kämpfe gegen rivalisierende Banden. Diese Kämpfe sind wichtig für die Kontrolle von Gebieten und den Ruf, und das Gewinnen eröffnet neue Möglichkeiten zur Expansion.
Der Kampf selbst ist kompetent, aber nicht unvergesslich. Er folgt einer Standard-Rundenbasenformel, bei der Spieler Aktionen auswählen und ihre Positionierung für jede Runde festlegen. Die Vielfalt ergibt sich aus den Fähigkeiten der Gefährten und den Taktiken der Gegner, nicht aus einer größeren Innovation des Genres. Es funktioniert, aber es überrascht nicht.
Mehrspieler-Modi fügen einige Wiederspielwerte hinzu. Spieler können online gegeneinander antreten oder gemeinsam kooperativ spielen, was die Lebensdauer der Kampagne verlängert. Die globalen Bestenlisten halten Spieler engagiert, auch wenn die Kernschleife mit der Zeit abgenutzt werden kann.
Wo es scheitert
Die größte Schwäche ist das Tempo. Die frühen Stunden sind langsam, und das Spiel fordert von den Spielern, repetitive Aufgaben zu erledigen, bevor sich die Belohnungen lohnen. Diese Grinding-Phase ist das größte Hindernis des Spiels, und sie hindert die Spieler daran, die Systeme zu genießen, die sie lieben sollten.
Es gibt auch technische Probleme, die seit dem Start bestehen. Die Ladezeiten können lang sein, und die Benutzeroberfläche hat manchmal Schwierigkeiten, mit den Aktionen der Spieler Schritt zu halten. Keines dieser Probleme zerstört das Spiel, aber es fügt Reibung zu einem Erlebnis hinzu, das reibungslos sein sollte.
Hier sind die Stärken des Spiels aufgeführt:
- Ein reichhaltiges, detailliertes Setting, das das Atlantik-City der 1920er Jahre einfängt.
- Ein solides rundenbasiertes Kampfsystem mit sinnvollen Einsätzen.
- Ein Sandbox-Modus, der echte Freiheit bietet, um zu erkunden und zu bauen.
- Eine Mehrspieler-Schicht, die den Wert der Kampagne erweitert.
- Schwache Systeme, die Spieler raten lassen, anstatt zu planen.
- Ein Protagonist, der eine Klischee und kein Charakter ist.
Diese Liste fasst die Spannung im Kern von Omerta: City of Gangsters zusammen. Es ist ein Spiel mit einer großartigen Idee und einer schwachen Umsetzung, und der Unterschied zeigt sich in fast jeder Session.
Das Urteil
Omerta: City of Gangsters ist ein Spiel, das seinen Schauplatz besser versteht als seine Systeme. Die 1920er Jahre in Atlantic City sind liebevoll gestaltet, und der rundenbasierte Kampf funktioniert gut. Aber die Schicht zum Städtebau ist dünn, die frühen Stunden sind langsam, und der Protagonist wird nie zu einer echten Person. Es ist ein Spiel, das in kurzen Sessions Spaß macht und in langen frustriert.
Wir geben ihm 5,5 von 10 Punkten.
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