Mad Max Beyond Thunderdome ist der dritte Film in George Millers postapokalyptischer Reihe und der seltsamste. Er wurde 1985 veröffentlicht und verlässt das vertraute Terrain des Road Warriors für einen Wüstenhandelsposten namens Bartertown, wo die Luft nach Schweineurin stinkt und die lokale Herrscherin, Aunty Entity, ein Geschäft betreibt, das auf der Wiederverwertung von Abfall basiert. Mel Gibson spielt Max Rockatansky, einen einsamen Überlebenden, der zufällig in dieses Irrenhaus gerät, nachdem er seinen Kamelkarawanen an einen Banditen namens Jedediah und seinen Sohn verloren hat. Das Ergebnis ist ein Film, der sowohl eine Fortsetzung als auch eine Neuerfindung ist, der die offene Straße gegen eine geschlossene, klaustrophobische Welt eintauscht.
Trailer, via Warner Bros. Rewind.
Bartertown Und Seine Maschinen
Der Film beginnt damit, dass Max die australische Wüste in einer von Kamelen gezogenen Kutsche überquert. Er wird von Jedediah und seinem Sohn angegriffen, die ihm sein Fahrzeug und seine Tiere stehlen. Max verfolgt sie nach Bartertown, einem Handelsplatz, der von Aunty Entity, gespielt von Tina Turner, regiert wird. Sie ist die skrupellose, aber entschlossene Anführerin dieser Oase und bietet Max an, ihn mit Nachschub zu versorgen, wenn er eine Aufgabe für sie erledigt. Der Haken ist, dass Bartertowns Macht von Underworld ausgeht, einer unterirdischen Raffinerie, die Schweineurin in Methan umwandelt.
Die Stadtwirtschaft basiert vollständig auf Handel. The Collector, gespielt von Frank Thring, betreibt Bartertowns Handels- und Austauschnetzwerk. Die Konflikte der Stadt werden im Thunderdome gelöst, einer Gladiatorenspektakelarena, in der Kämpfe bis zum Tod Streitigkeiten schlichten. Max gerät in dieses System, als Master Blaster, ein Zwerg, der seinen riesigen Leibwächter Blaster reitet, Aunty herausfordert, um die Kontrolle über die Stadt zu übernehmen. Aunty will, dass Max Blaster tötet, damit sie Master ihrem Willen unterwerfen kann.
Master Blaster Und Die Unterwelt
Master, gespielt von Angelo Rossitto, ist ein kleinwüchsiger ehemaliger Ingenieur von Bartertowns Underworld. Er nutzte sein technisches Fachwissen, um den Methanextraktor zu bauen, der die Stadt betreibt. Sein Partner ist Blaster, der riesige, stumme Leibwächter, bei dem sich herausstellt, dass er eine geistige Behinderung hat. Gemeinsam bilden sie Master Blaster, ein Geschöpf von zwei Geistern, und sie betreiben die Raffinerie, die Bartertown am Leben erhält.
Wenn Max die Unterwelt infiltriert, freundet er sich mit Pig Killer an, einem Sträfling, der dafür verurteilt wurde, dort zu arbeiten, weil er ein Schwein schlachte, um seine Kinder zu ernähren. Master Blaster erfährt, dass Max’ neu erworbenes Fahrzeug ihm gehört hatte, und zwingt Max, dessen Sprengfalle entschärfen zu lassen. Dabei setzt Max seinen Alarm aus und entdeckt, dass Blaster überempfindlich auf hochfrequente Geräusche reagiert. Diese Entdeckung wird zum Schlüssel, um ihn in der Arena zu besiegen.
Die Arena und der Kampf
Thunderdome ist das Zentrum des Films. Konflikte in Bartertown werden durch einen Kampf auf Leben und Tod in dieser Gladiatorensarena ausgetragen. Max beschuldigt Master öffentlich des Diebstahls seines Fahrzeugs, und ein Kampf gegen Blaster wird angesetzt. Der Kampf ist brutal, aber Max nutzt seinen Pfeifton, um Blasters Zustand auszunutzen. Als der Riese sich schmerzhaft an den Kopf fasst, reißt Max ihm den Helm vom Kopf und bereitet sich vor, ihn zu töten. Er entsagt, als er sieht, dass Blaster eine geistige Behinderung hat.
“Auntys Plan”
Max enthüllt Auntys Plan Master, der droht, die Raffinerie stillzulegen. Aunty reagiert damit, Blaster töten zu lassen. Das moralische Gewicht des Films ruht auf diesem Moment, in dem das Überleben der Stadt von einer Maschine abhängt, die mit Abfall betrieben wird, und einem System, das abweichendes Verhalten mit dem Tod bestraft.
Die Besetzung und ihre Rollen
Die Besetzung besteht aus bekannten Gesichtern und Neulingen. Bruce Spence kehrt als Jedediah zurück, dem plündernden Piloten eines kleinen Flugzeugs, der in Bartertown gestohlene Waren handelt. In Mad Max 2 spielte er bereits “The Gyro Captain”. Sein Sohn, Jedediah Jr., wird von Adam Cockburn gespielt. Das Paar ist zwar das Böse im Film, aber ihr Angriff auf Max ist eher opportunistisch als bösartig.
Tina Turner ist der Ausnahnestern des Films. Sie spielt Aunty Entity, die skrupellose, aber entschlossene Herrscherin von Bartertown. Ihre Darstellung ist beeindruckend, und der Film stützt sich stark auf ihre Präsenz, um die Geschichte voranzutreiben. Frank Thring spielt The Collector, den Mann, der Bartertowns Handels- und Austauschnetzwerk betreibt. Angelo Rossitto ist The Master, der kleinwüchsige Ingenieur, der den Methanextraktor gebaut hat. Paul Larsson ist The Blaster, Masters riesiger, stummer Leibwächter. Angry Anderson spielt Ironbar Bassey, den Leiter der Sicherheitskräfte von Bartertown und Auntys obersten Handlanger. Robert Grubb ist Pig Killer, der Sträfling, der im Methanraffinerie von Underworld Schweinekot schaufeln muss. George Spartels ist Blackfinger, der Chefmechaniker in Underworld. Edwin Hodgeman ist Dr. Dealgood, Bartertowns extravagantes Auktionshaus und Richter, der als Meisterzeremonienmeister von Thunderdome fungiert. Bob Hornery ist Waterseller, ein Mann, der versucht, Max radioaktives Wasser in Bartertown zu verkaufen. Andrew Oh ist Ton Ton Tattoo, Auntys Saxophonspieler.
Der Ton und seine Grenzen
Der Ton des Films ist dunkler und zynischer als der seiner Vorgänger. Es ist eine Dystopie, die auf Abfall basiert, in der die Stadtbewohner von den Resten einer zusammengebrochenen Zivilisation leben. Die Gewalt ist im Vergleich zu früheren und späteren Filmen abgeschwächt, und genau deshalb ist Beyond Thunderdome der einzige Film der Reihe, der von der MPAA mit PG-13 bewertet wurde. Diese Bewertung spiegelt den Ansatz des Films wider: Er ist düster, vermeidet aber die grafische Brutalität, die die früheren Filme auszeichnete.
Der Filmhumor ist ebenfalls anders. Es gibt Momente der Absurdität, insbesondere in der Charakterisierung von Aunty Entity, aber die Witze kommen nicht immer gut an. Der Versuch des Films, sowohl eine ernste Dystopie als auch ein campiges Spektakel zu sein, kollidiert oft, und das Ergebnis ist ein Film, der tonal inkonsistent wirkt.
Wo es scheitert
Beyond Thunderdome ist ein Film, der in der Konzeption besser ist als in der Umsetzung. Die Idee einer Gesellschaft, die auf Abfall basiert, ist fesselnd, aber die Umsetzung zieht sich in der Mitte hin. Das Tempo leidet unter einer langsamen Phase im zweiten Akt, in der Max ziellos durch Bartertown wandert. Der Film wird zudem durch seinen eigenen Überfluss belastet. Das Spektakel von Thunderdome und die ausgeklügelte Mechanik der Unterwelt sind beeindruckend, aber sie sind teuer inszeniert und erfordern viel Vorbereitung.
Die Stärken des Films liegen in den Darbietungen und den Ideen. Tina Turner ist als Aunty Entity magnetisch, und ihre Präsenz verankert den zentralen Konflikt des Films. Mel Gibson liefert eine engagierte Leistung als Max, obwohl seine Rolle kleiner ist als in den vorherigen Filmen. Der Nebencast ist durchweg stark, und der Film profitiert von ihrer gemeinsamen Energie.
Das endgültige Urteil
Mad Max Beyond Thunderdome ist ein fehlerhafter, aber faszinierender Beitrag zur Mad-Max-Reihe. Es ist ein Film, der Risiken eingeht, sowohl narrativ als auch stilistisch, und gelingt öfter, als er scheitert. Die von ihm geschaffene Dystopie ist einprägsam, und sein zentraler Konflikt zwischen Max und Master Blaster wird gut dargestellt. Die Schwächen des Films sind struktureller Natur: eine langsame Mitte, eine tonale Inkonsistenz und ein Spektakel, das manchmal mehr Schein als Substanz ist.
Der Film ist eine würdige Ergänzung der Reihe, auch wenn er nicht ihr stärkster Beitrag ist. Es ist ein Film, der Aufmerksamkeit und mehrmaliges Ansehen belohnt. Sein Einfluss kann in Mad Max: Fury Road gesehen werden, der sein Arena-Konzept und seinen Fokus auf Spektakel entlehnt.
Faktenbox – Titel: Mad Max Beyond Thunderdome – Jahr: 1985 – Regie: George Miller, George Ogilvie – Drehbuch: Terry Hayes, George Miller – Laufzeit: 107 Minuten – MPAA-Rating: PG-13
Das Vermächtnis des Films ist gesichert. Es ist ein seltsamer, einzigartiger Beitrag in einer Reihe, die einige der einprägsamsten Actionfilme ihrer Ära hervorgebracht hat. Es ist nicht der beste Mad-Max-Film, aber er ist mutig, und diese Kühnheit verdient es, gefeiert zu werden.
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