Killing Floor stellt eine Frage und beantwortet sie gut: was passiert, wenn ein Klonexperiment schief geht und das Labor auseinanderbricht. Tripwire Interactive hat einen Shooter rund um eine Welle von Mutanten entwickelt, und das Spiel hält bis heute als eine der besten Koop-Erlebnisse seiner Zeit.
Der Einstieg ist simpel. Horzine Biotech betreibt ein geheimes Projekt für das Militär, und das Experiment scheitert. Das Ergebnis ist eine Welle von Kreaturen namens ZEDs, und das Spiel versetzt die Spieler in die Straßen von London, um sie aufzuhalten. Es ist ein Survival-Horror-Shooter, der sich als Militärmission tarnt, und die Spannung entsteht durch den ständigen Druck der nächsten Welle.
Trailer, via Tripwire Interactive.
Die Wellenstruktur
Der Kern des Spiels ist eine Reihe von Wellen. Jede Welle bringt mehr Gegner mit sich, und die letzte Welle endet mit einem Bosskampf gegen den Patriarch. Zwischen den Wellen besuchen die Spieler einen Händler, um neue Ausrüstung zu kaufen, und diese Pause ist unerlässlich. Das Spiel belohnt Teamwork: das Teilen von Munition, den Tausch von Waffen und das Verschließen von Türen, um Gegner in enge Räume zu lenken.
Zu Beginn eines Spiels wählen die Spieler einen von sieben Perks, und jeder Perk bietet einen anderen Weg. Sharpshooter verstärkt Zielfernwaffen, während ein Feldmedic Teamkollegen heilt. Perks können unabhängig voneinander verbessert werden, sodass ein Spieler einen Perk verbessern kann, den er gerade nicht benutzt. Dieses Design bedeutet, dass jeder im Team auf etwas Nützliches hinarbeiten kann, ohne sich gegenseitig behindert zu werden.
Das Perk-System ist die cleverste Schachzug des Spiels. Es gibt jedem Spieler eine ausgeprägte Rolle, ohne ihn in eine starre Klasse zu zwingen.
London unter Beschuss
Der Schauplatz ist London, und das Spiel nutzt ihn gut. Straßen, Parks und Gebäude werden zu Ausgangspunkten für die Wellen. Die Umgebung ist dicht genug, um Gegner zu verstecken, aber offen genug, um den Spielern zu ermöglichen, sich darin zu bewegen. Die Spielwelt ist im Vergleich zu modernen Shootern klein, aber sie wirkt lebendig.
Die Geschichte folgt der Ausbreitung des Ausbruchs von Horzines Hauptquartier in die Straßen. Die ersten Wellen brechen während eines Friedensprotests aus, und die Polizei wird schnell überwältigt. Die britische Regierung reagiert, indem sie verbliebene Soldaten und Polizisten entsendet, um zurückzuschlagen.
„Überlebe lange genug, um das Gebiet von den gescheiterten Experimenten zu befreien!“
Diese Zeile fasst die gesamte Erfahrung zusammen. Es geht nicht darum, Zivilisten zu retten oder die Ausbreitung zu stoppen. Es geht darum, eine Position zu halten, bis die nächste Welle ankommt.
Kampf und Ausrüstung
Der Kampf ist unkompliziert. Spieler haben Zugang zu Katanas, Pfeifröhrenbomben, Flammenwerfern und Schrotflinten, und die Waffen fühlen sich zufriedenstellend an. Heilung ist bei anderen Spielern besser als bei sich selbst, was das Team dazu anregt, sich umeinander zu kümmern.
Das Spiel fördert die Kommunikation. Spieler, die Geld fallen lassen oder Gegenstände tauschen, helfen dem gesamten Team, länger zu überleben. Diese gemeinsame Wirtschaft ist es, die Killing Floor als Koop-Erfahrung funktionieren lässt.
Das Spiel beinhaltet auch einen Objective-Modus, in dem Spieler Geld verdienen, indem sie verschiedene Herausforderungen meistern. Dieser Modus fügt der Standard-Wellenstruktur Abwechslung hinzu, obwohl der Kernreiz im wellenbasierenden Überlebensspiel liegt.
Wo es nicht überzeugt
Killing Floor ist nicht perfekt. Die Grafik ist veraltet, und die Framerate kann auf älterer Hardware abfallen. Einige Wellen wirken repetitiv, besonders nachdem das Spiel schon Stunden läuft. Das Spiel ist auch in Bezug auf den Umfang im Vergleich zu modernen Shootern eingeschränkt, obwohl diese Einschränkung Teil dessen ist, was es so einfach macht, einzusteigen.
Das Sounddesign des Spiels ist stark. Die Zeds stöhnen und schreien, und das Gewehrfeuer hat Gewicht. Die Musik baut sich während der letzten Welle auf, und die Belohnung des Überlebens ist real.
Ein solides Koop-Stapelsystem
Killing Floor gelingt, weil es weiß, was es sein will. Es ist ein Koop-Shooter, der Teamwork belohnt und Isolation bestraft. Die Wellenstruktur gibt ihm ein klares Ziel, und das Perk-System gibt den Spielern einen Grund, weiterzuspielen.
Das Spiel ist auf Linux, PC und Mac verfügbar, und seine Langlebigkeit spricht für sein Design. Es ist ein Spiel, das wiederholtes Spielen belohnt, und der Schwierigkeitsgrad skaliert mit jeder Welle.
Wesentliche Fakten – Entwickler und Publisher: Tripwire Interactive – Plattformen: Linux, PC (Microsoft Windows), Mac – Erscheinungsdaten: 14. Mai 2009 (Windows), 5. Mai 2010 (OS X), November 2012 (Linux über Steam) – Genres: Shooter – Modi: Einzelspieler, Mehrspieler, Kooperativ
Killing Floor ist kein revolutionäres Spiel, aber es ist ein zuverlässiges. Es hält sein Versprechen eines angespannten, kooperativen Shooters ein, der die Zusammenarbeit belohnt. Die Schwächen des Spiels sind gering im Vergleich zu seinen Stärken, und das Koop-Erlebnis bleibt auch Jahre nach der Veröffentlichung angenehm.
Wertung: 8,1/10.
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