Am Donnerstag erklärte die Präsidentin der Federal Reserve Bank von Philadelphia, Anna Paulson, sie und ihre Kollegen könnten die Zinsen erneut erhöhen müssen, um die Inflation auf ihr Zielniveau zurückzuführen.
Eine Woche nach der Erhöhung der Referenzzinssätze durch den Federal Open Market Committee (FOMC) um einen Viertelpunkt sagte Paulson, die Inflationsentwicklungen bleiben besorgniserregend. Die Erhöhung der Zielspanne für die Gelder auf 3,75 % – 4 % „bringt die Geldpolitik näher an das, was ich für notwendig halte, um die Inflation auf 2 % zurückzuführen und gleichzeitig Risiken für den Arbeitsmarkt auszugleichen.“
„Mit Blick auf die Zukunft könnte eine gewisse weitere moderate Straffung erforderlich sein, wenn sich die Bedingungen wie erwartet entwickeln.“
Sie sagte, der Sommer habe zu einer gewissen Entspannung des Preisdrucks geführt, aber die zugrunde liegende Inflation liege immer noch zwischen 2,5 % und 3 %. In vorbereiteten Anmerkungen für eine Fintech-Konferenz in ihrem Heimatbezirk erklärte sie: „Deutlich über unserem 2-%-Ziel, und die Lücke hat kaum Anzeichen einer Schließung gezeigt.“ „Das Beste, was ich über die zugrunde liegende Inflation dieses Jahres sagen kann, ist, dass sie nicht schlimmer geworden ist“, so Paulson. Sie wies auch darauf hin, dass die Inflation auch über die durch den Iran-Krieg und Zölle verursachten Ölversorgungsschocks hinaus hoch geblieben sei.
Was Paulson sagte
Eine Woche nach der Erhöhung des Zinsesatzes durch den FOMC um einen Viertelpunkt hat Paulson gesprochen. Diese Erhöhung brachte den wichtigsten Gelderzinssatz in eine Zielspanne von 3 % – 3,75 %.
Paulson räumte die Änderung als einen Schritt ein, um die Geldpolitik mit dem abzustimmen, was sie für notwendig hält, um die Inflation wieder auf 2 % zu senken. Sie wies auch darauf hin, dass das Tempo der Maßnahmen so bemessen werden sollte, dass es das Ziel der Inflationskontrolle mit der Gefahr für den Arbeitsmarkt in Einklang bringt.
Die Rednerin wies darauf hin, dass die zugrunde liegende Inflation hoch geblieben ist. Sie schätzte, dass die Kerninflation immer noch in einer Spanne von etwa 2,5 % bis 3 % liege, „deutlich über unserem 2-%-Ziel, und die Lücke hat kaum Anzeichen einer Schließung gezeigt.“
Abgesehen von der Inflation sagte Paulson, die Wirtschaftsleistung „sei solide“ und der Arbeitsmarkt „halte sich stabil.“
Märkte rechnen mit weiteren Zinsanhebungen
Die Märkte haben ihre Erwartungen an eine straffere Geldpolitik der Federal Reserve deutlich erhöht, was zu Kursen für langfristige Staatsanleihen geführt hat, die seit 2004 nicht mehr gesehen wurden, und diese Woche weiter gestiegen sind.
Das Tool „FedWatch“ der CME Group zeigt, dass Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 64 % einpreisen, dass der FOMC die Zinsen im Oktober erneut anheben wird, gefolgt von einer weiteren erwarteten Erhöhung im Januar. Fed-Funds-Futures-Kontrakte implizieren einen Leitzins von 4,8 % bis Ende 2027, was auf die Erwartung von bis zu vier Viertelpunkt-Erhöhungen hindeutet.
New York Fed’s Williams stimmt zu
New York Fed-Präsident John Williams sagte am Donnerstag, er halte es für „angemessen“, zu erwarten, dass es vor Ende des Jahres noch eine weitere Erhöhung geben wird.
Die Argumente für weitere Straffung
Zwei Argumente stützen Paulsons Argumentation: Erstens liegt die zugrunde liegende Inflation weiterhin über dem Zielwert; zweitens ist die Differenz zwischen der tatsächlichen Inflation und dem Zielwert nicht geschrumpft.
Abgesehen von den Ölpreisschocks durch den Iran-Krieg und Zölle sagte Paulson, die Inflation habe einen höheren Wert beibehalten, was er als Beweis dafür ansieht, dass der Druck nicht auf diese spezifischen Ereignisse beschränkt ist.
Was kommt als Nächstes
Der weitere Weg ist nicht vollständig definiert. Wenn sich die Dinge wie erwartet entwickeln, sagte Paulson, eine geringfügige zusätzliche Straffung der Geldpolitik könnte erforderlich sein.
Der Markt weist einer weiteren Erhöhung bei der FOMC-Sitzung im Oktober eine Wahrscheinlichkeit von 64 % zu, wobei für Januar ein zweiter Schritt erwartet wird.
Die allgemeine Markterwartung stimmt mit dem überein, was Paulson sagt, aber seine Beschreibung betrifft eine Wahl und nicht eine Prognose.
- Paulson sagt, eine moderate weitere Straffung könnte gerechtfertigt sein.
- Händler rechnen mit einer Wahrscheinlichkeit von 64 %, dass es im Oktober zu einer Erhöhung kommt.
- Futures deuten auf eine Rate von 4,8 % bis Ende 2027 hin.
- Williams geht davon aus, dass man vernünftigerweise mit einer weiteren Erhöhung vor Jahresende rechnen kann.
Laut Paulson scheint sie bereit zu sein, einer weiteren Erhöhung zuzustimmen, sollten die Zahlen ihren Anforderungen entsprechen, wie sie diese beschrieben hat.
Die Wirtschaft wächst in starkem Tempo und der Arbeitsmarkt bleibt stabil. Paulsons Vorsicht bezüglich der Inflation deutet auf eine Präferenz für eine straffere Politik gegenüber einer lockeren hin.
Ihre Äußerungen folgen einem bestimmten Muster: Sie beobachtet die Inflation genau und hat deutlich gemacht, dass sie bereit ist, Maßnahmen zu ergreifen, falls diese nicht sinkt.
Eine Erhöhung im Oktober und ein weiterer Schritt im Januar sind bereits in der Preisgestaltung des Marktes enthalten. Laut Paulsons Äußerungen bleibt dieser Kurs in Betracht gezogen.
Quelle: „Philadelphia Fed’s Anna Paulson says ‘modest’ rate moves likely ahead to tame inflation“, CNBC.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

