Midterms 2026Wer nach unseren Maßstäben Ihre Stimme verdientZum Leitfaden →
GESCHRIEBEN IN KLAREM DEUTSCH.
CLAY TRIBUNE.
Anzeige

Tom & Jerry Kritik: Kaylas Verzweiflung übertrifft die Verfolgungsjagd

Eine Katze und eine Maus betreten ein großes Hotel; eine Dienstmädchens Angst wächst unaufhörlich. Eine Geschichte von Hetzjagden, Stimmen und einem viel zu raschen Schicksal.

Von mitch·6 Min. Lesezeit
A cat and a tiny mouse flee a maid through a grand hotel hall.

Tom & Jerry ist ein Film über eine Katze, die eine Maus nicht fangen kann, und eine Hotelangestellte, die nicht gefeuert werden kann. Das ist die ganze Idee, und es ist auch das Problem. Tim Story inszeniert, Kevin Costello schreibt, und der Film läuft 101 Minuten. Das Ergebnis ist eine Realverfilmung, die größtenteils vergisst, warum überhaupt jemand die Original-Cartoons mochte.

Die Ausgangssituation ist einfach. Tom, die Katze, und Jerry, die Maus, werden aus ihrem Zuhause geworfen und ziehen in ein schickes New Yorker Hotel ein. Kayla Forrester, gespielt von Chloë Grace Moretz, ist eine kämpferische Mitarbeiterin, die ihren Job verlieren wird, wenn sie Jerry nicht vor einer Hochzeit in dem Hotel rauswirft. Ihre Lösung ist es, Tom anzuheuern, um die lästige Maus loszuwerden. Das ist die Prämisse, und sie sollte funktionieren. Es tut es nicht.

Trailer, über Warner Bros..

Anzeige

Kaylas Problem

Kayla ist der menschliche rote Faden, und Moretz verkörpert ihre Verzweiflung gut genug. Sie ist eine Arbeitnehmerin in einer Sackgasse, die versucht, ihren Job zu retten, indem sie etwas tut, das sie eindeutig nicht tun sollte. Der Film will, dass man für sie mitfiebert, und das gelingt ihm meistens. Aber der Einsatz verschiebt sich ständig. Eine Minute ist sie verzweifelt, in der nächsten selbstbewusst, dann wieder verängstigt. Das Drehbuch kann nicht entscheiden, ob sie eine Heldin oder eine Torpedin ist.

Michael Peña spielt Terence Mendoza, einen Charakter, dessen Zweck unklar ist. Er ist präsent, er ist an manchen Stellen witzig, aber meistens ist er nur da, um neben Kayla zu stehen und besorgt auszusehen. Colin Jost taucht als Ben auf, und Rob Delaney erscheint als Henry Dubros. Keiner von beiden bekommt mehr als die Möglichkeit, präsent zu sein. Ken Jeong spielt Küchenchef Jackie, Pallavi Sharda spielt Preeta, Jordan Bolger spielt Cameron, und Patsy Ferran spielt Joy, das Zimmermädchen. Das sind alles talentierte Schauspieler in einem schlechten Drehbuch, und das ist das Traurigste an diesem Film.

Die Stimmen

Die Stimmen sind ein Wechselbad der Gefühle. Spike wird von Bobby Cannavale gesprochen, Butch von Nicky Jam, Angel / Devil Tom von Lil Rel Howery, und Lightning von Joey Wells. Cannavale und Howery bringen beide Energie in ihre Rollen ein, aber die Animation um sie herum ist oft so dünn, dass ihre Stimmen so klingen, als würden sie in die Luft sprechen. Jam und Wells kommen nicht so gut weg. Ihre Charaktere sind Nebenrollen, und ihre Zeilen noch kleiner.

Der Slogan verspricht „Beste Feinde. Schlechteste Freunde.“ Das trifft auf Tom und Jerry zu, aber nicht auf die Geschichte, die dieser Film erzählt. Die Geschichte handelt von Kayla und ihrem Job. Tom und Jerry sind lediglich die Werkzeuge, die sie benutzt, um ihr Problem zu lösen. Die Original-Kurzfilme handelten von einer Katze, die eine Maus jagt, weil das Katzen tun. Diese Version handelt von einer Dienstmädchen, die eine Katze anheuert, um eine Maus zu jagen, weil es ihr Chef gesagt hat.

Wo der Film scheitert

Das größte Problem ist das Tempo. Die erste Hälfte ist langsam, und die Witze kommen uneinheitlich an. Die zweite Hälfte nimmt zwar etwas Tempo auf, aber der Höhepunkt ist gehetzt. Der Film verbringt zu viel Zeit mit Kaylas Hintergrundgeschichte und zu wenig mit der eigentlichen Verfolgungsjagd. Die Verfolgungsjagden selbst sind in Ordnung, aber es gibt einfach zu wenige davon. Ein Tom & Jerry-Film sollte eine Reihe von Verfolgungsjagden sein. Das ist dieser nicht.

Der Humor stützt sich stark auf körperliche Komik, was für einen Zeichentrickfilm in Ordnung ist. Für einen Live-Action-Film mit animierten Charakteren ist es weniger in Ordnung. Die Witze über Kaylas Job sind die besten im Film. Die Witze über Tom und Jerry sind die schlechtesten. Der Film versucht immer wieder, die Katze und die Maus menschlich darzustellen, und scheitert jedes Mal.

Die Musik

Christopher Lennertz komponierte den Soundtrack, und er ist brauchbar. Er fügt nicht viel hinzu, aber er nimmt auch nichts weg. Der Soundtrack wurde am 12. Februar 2021 von WaterTower Music veröffentlicht. Es ist ein vergessliches Hörvergnügen, was zu einem vergesslichen Film passt.

Was funktioniert

Der Film ist kein Totalausfall. Es gibt ein paar Momente, die funktionieren. Die Chemie zwischen Kayla und Tom ist besser als erwartet. Moretz und der Kätzekünstler harmonierten gut miteinander, selbst wenn das Schreiben ihnen nicht hilft. Die Hochzeitssequenz ist ein Highlight, und die letzte Verfolgungsjagd ist die beste Sequenz im Film. Es ist schade, dass es die letzten zehn Minuten eines Films sind, der zu lange braucht, um dorthin zu gelangen.

Der Film ist am besten, wenn er aufhört, sich selbst zu erklären, und anfangen, uns die Verfolgungsjagd zu zeigen. Die schlechtesten Momente kommen, wenn der Film erklärt, was passiert, anstatt uns einfach zusehen zu lassen, wie es passiert. Ein Tom & Jerry-Film sollte eine Reihe von Verfolgungsjagden sein, und dieser ist es nicht.

Bewertung der Elemente

  1. Die Verfolgungsjagden – die besten Teile des Films.
  2. Kaylas Leistung – Moretz ist die herausragende Darstellerin.
  3. Die Hochzeitssequenz – der emotionale Höhepunkt des Films.
  4. Der Sprechercast – Cannavale und Howery stechen heraus.
  5. Die Musik – kompetent, aber unspektakulär.
  6. Der Nebencast – verschwendetes Talent.
  7. Die Prämisse – eine gute Idee, schlecht umgesetzt.
  8. Der Gesamtton – inkonsistent und unkonzentriert.

Wo es scheitert

Der Film ist eine Mischung aus guten Absichten und schlechter Umsetzung. Er will die Charaktere ehren und sie gleichzeitig für eine neue Generation modernisieren. Dabei gelingt ihm beides nicht. Die Katz-und-Maus-Spiele fühlen sich an, als wären sie in einem anderen Film als Kaylas, und der Film kann nicht entscheiden, welche Geschichte er erzählen will. Das Ergebnis ist ein Film, der stellenweise angenehm anzusehen ist, aber letztendlich in Vergessenheit gerät.

Die größte Sünde des Films ist, dass er dem Publikum nicht vertraut. Er erklärt die Regeln, er erklärt den Einsatz, er erklärt die Witze. Ein Tom & Jerry-Film sollte eine Reihe von Verfolgungsjagden sein, und dieser ist es nicht. Es ist ein Realfilm, der immer wieder anhalten muss, um Sie daran zu erinnern, dass es sich um einen Zeichentrickfilm handelt.

Das Urteil

Tom & Jerry ist ein Scheitern der Ambition. Es wollte ein klassischer Zeichentrickfilm für eine neue Ära sein, und es landete als ein mittelmäßiger Comedy-Film mit einer Zeichentrick-Maus. Die Verfolgungsjagden machen Spaß, der Sprechercast ist mit von der Partie, und die Hochzeitssequenz kommt gut an. Aber der Film ist zu langsam, zu unkonzentriert und zu unsicher. Es ist ein Film, der weiß, was er sein will, aber nicht herausfindet, wie er dorthin gelangen kann.

Der Film ist enttäuschend, aber kein Desaster. Es ist ein Film, der großartig hätte werden können, es aber nicht wollte. Das Talent ist da. Die Prämisse ist da. Das Potenzial ist da. Die Umsetzung nicht.

Wertung: 6,7/10

Das Notizbuch

Das Notizbuch abonnieren.

Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

Wir schicken eine Bestätigungsmail. Jede Ausgabe hat einen Abmeldelink, ein Klick genügt.

Film reviews
Anzeige

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Als Amazon-Partner verdient Clay Tribune an qualifizierten Verkäufen.