Die US-Notenbank Federal Reserve hat zwei Vorschläge zur Umsetzung des GENIUS Act für Stablecoins vorgelegt und am Donnerstag für eine 60-tägige öffentliche Kommentierungsphase freigegeben. Die Maßnahme katapultiert die Zentralbank ins Zentrum der Bemühungen, digitale Token zu regulieren, die an Dollar, Euro, Pfund oder andere Währungen gebunden sind.
Der GENIUS Act, der im vergangenen Jahr verabschiedet wurde, verpflichtet die Aufsichtsbehörden im Bankwesen und das Finanzministerium, bis Juli 2026 Vorschriften zu erlassen. Die Vorschläge der Fed umfassen Kapital- und Reserveanforderungen sowie die Verfahren für von der Fed regulierte Banken bei der Ausgabe von Stablecoins. Ein Vorschlag befasst sich zudem mit Stablecoin-Belohnungen und Drittanbietervereinbarungen, von denen angenommen wird, dass sie verbotene Zins- oder Erträgezahlungen darstellen.
Zeitplan des GENIUS Act
| Datum | Maßnahme |
|---|---|
| Letztes Jahr | GENIUS Act verabschiedet |
| Donnerstag | Fed schlägt zwei Regeln vor |
| Juli 2026 | Frist für Vorschriften |
Was der GENIUS Act bewirkt
Das GENIUS Act verpflichtet die Aufsichtsbehörden für Banken und das Finanzministerium, bis Juli 2026 Vorschriften zu erlassen. Die Vorschläge der Fed sind Teil dieser Bemühungen.
Die Vorschläge umfassen Kapital- und Reserveanforderungen, die bestimmen, wie viel Geld Banken gegen die Stablecoins vorhalten müssen, die sie ausgeben. Sie umfassen auch die Verfahren für von der Fed regulierte Banken, die Stablecoins ausgeben, was bedeutet, dass Banken bestimmte Schritte befolgen müssen, wenn sie diese Token erstellen oder lösen.
Ein Vorschlag befasst sich speziell mit Stablecoin-Belohnungen und Vereinbarungen mit Drittanbietern. Belohnungen sind Zahlungen für das Halten von Stablecoins. Vereinbarungen mit Drittanbietern sind Vereinbarungen zwischen einem Stablecoin-Emittenten und einer anderen Partei.
Der Vorschlag zu den Belohnungen
Der Vorschlag zu den Belohnungen ist bemerkenswert, weil er sich mit Zahlungen befasst, die als Zinsen oder Rendite angesehen werden könnten. Der Ansatz der Fed stimmt demnach mit dem Vorschlag der OCC überein.
Fed-Vorstand Michael Barr sagte: „Stablecoins werden nur dann stabil sein, wenn sie unter einer Reihe von Bedingungen zuverlässig und umgehend zum Nennwert eingelöst werden können.“
Das Digital Asset Market Clarity Act scheiterte, sodass das GENIUS Act zum primären Gesetz wird, das Stablecoin-Belohnungen regelt. Das bedeutet, dass der Vorschlag der OCC weiterhin die Schlüsselregel für Belohnungen ist, obwohl der Ansatz der Fed damit übereinstimmt.
Wie die Belohnungsregelung funktioniert
Der Vorschlag der OCC behandelt bestimmte Vereinbarungen mit Drittanbietern als mutmaßlich verbotene Zins- oder Renditezahlungen. Der Ansatz der Fed stimmt mit diesem Vorschlag überein, was darauf hindeutet, dass kleinere Banken und Krypto-Unternehmen Belohnungen weiterhin über Vereinbarungen mit Drittanbietern anbieten können.
Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der Vorschlag der OCC für nationale Banken gilt, während der der Fed für von der Fed regulierte Banken gilt. Die Überschneidung bedeutet, dass beide Regelsets wahrscheinlich konvergieren werden, obwohl die endgültigen Vorschriften bestimmen werden, ob dies geschieht.
Andere Aufsichtsbehörden werden aktiv
Das Finanzministerium schlug letzten Monat seinen Teil der GENIUS-Umsetzung vor. Die FDIC leitete den Prozess im Dezember ein und war damit die erste Behörde, die ihren Teil des Gesetzes in Vorschriften umsetzte.
Mehrere Behörden schlugen im Juni Nutzeridentifikationsanforderungen vor, die denen anderer regulierter Finanzinstitute ähneln. Diese Anforderungen gelten für Emittenten von Stablecoins, Börsen und Verwahrungsunternehmen.
| Behörde (Agence) | Maßnahme (Action) |
|---|---|
| Fed (Federal Reserve) | Schlug zwei Regeln vor |
| OCC (Office of the Comptroller of the Currency) | Schlug Belohnungsregeln vor |
| Treasury (Finanzministerium) | Schlug seinen Teil vor |
| FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) | Begann im Dezember |
| Andere Behörden | Vorgeschlagene Ausweispflichten () |
Die öffentliche Kommentarfrist ()
Die 60-tägige Kommentarfrist gibt den Beteiligten Zeit, auf die Vorschläge zu reagieren. Banken, Krypto-Firmen und Verbrauchergruppen werden voraussichtlich die Details prüfen. ()
Die Kommentare werden dazu beitragen, die endgültigen Regeln zu gestalten, die die Fed voraussichtlich nach mehreren Monaten der Überprüfung veröffentlichen wird. ()
Was als Nächstes geschieht ()
Die Fed wird die Kommentare prüfen und die Regeln endgültig fassen. Auch die OCC wird ihre Regeln zur Belohnung endgültig fassen. Die endgültigen Vorschriften werden bestimmen, ob die beiden Regelsets zusammenwachsen. ()
Banken müssen beide Regelsets einhalten, was zu Spannungen führen könnte. Die Regeln der Fed gelten für von der Fed regulierte Banken, während die der OCC für nationale Banken gelten. ()
Das Gesamtbild ()
Der GENIUS Act ist Teil einer umfassenderen Anstrengung zur Regulierung digitaler Vermögenswerte. Das Gesetz gilt für Stablecoins. ()
Das Gesetz schreibt vor, dass bis Juli 2026 Vorschriften erlassen werden müssen. Die Vorschläge der Fed sind Teil dieser Bemühungen und werden wahrscheinlich die Zukunft der digitalen Finanzwirtschaft in den Vereinigten Staaten prägen. ()
Die Position der Zeitung ()
Die Zeitung unterstützt kleine Banken und Stablecoin-Emittenten gegen die vorgeschlagenen Regeln der Fed und steht gegen die großen Banken und Unternehmen, die diese Regeln mitgestaltet haben. Die Zeitung spricht sich gegen Regeln aus, die die Eintrittskosten für kleine Unternehmen erhöhen und die größten Akteure schützen, und unterstützt eine Aufsicht, die sich gezielt auf tatsächlichen Schaden und nicht auf umfassende neue Regelwerke konzentriert. ()
Das Vorschlagsverfahren der OCC behandelt bestimmte Vereinbarungen mit Drittanbietern als mutmaßlich verbotene Zins- oder Ertragszahlungen, und der Ansatz der Fed stimmt damit überein. Der Digital Asset Market Clarity Act scheiterte, sodass der GENIUS Act zum primären Gesetz für Stablecoin-Belohnungen wird. Das lässt das Vorschlagsverfahren der OCC als die Schlüsselregelung für Belohnungen bestehen, selbst wenn die Fed eigene Regeln entwickelt.
Die Regeln der Fed gelten für von der Fed regulierte Banken, während die der OCC für nationale Banken gelten. Beide Regelungen werden sich voraussichtlich angleichen, aber die endgültigen Vorschriften werden bestimmen, ob dies geschieht. Kleinere Banken und Krypto-Firmen könnten sich zwischen zwei sich überschneidenden Regelwerken gefangen sehen, mit Compliance-Kosten, die am stärksten diejenigen treffen, die sie am wenigsten tragen können.
Wesentliche Fakten
- Der GENIUS Act wurde im vergangenen Jahr verabschiedet
- Vorschriften sind bis Juli 2026 erforderlich
- Die Fed schlug am Donnerstag zwei Regeln vor
- Kommentare können für 60 Tage eingereicht werden
- Der Ansatz der OCC stimmt mit dem der Fed überein
- Der Digital Asset Market Clarity Act scheiterte
Der GENIUS Act verpflichtet die Aufsichtsbehörden für Banken und das Finanzministerium, bis Juli 2026 Vorschriften zu erlassen. Die Vorschläge der Fed sind Teil dieser Bemühungen und werden wahrscheinlich die Zukunft der digitalen Finanzierung in den Vereinigten Staaten prägen.
Quellenmaterial: „U.S. Federal Reserve moves on proposals to implement GENIUS Act for stablecoins“, CoinDesk.
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