Der Iran bietet an, die Straße von Hormuz wieder zu öffnen und die Atomgespräche innerhalb einer Woche wieder aufzunehmen – aber nur, wenn die USA Vermögenssperren aufheben, es dem Iran wieder ermöglichen, Öl zu exportieren und Benjamin Netanyahu anweisen, Hezbollah in Libanon nicht mehr anzugreifen. Der Plan würde die Straße vor den Zwischenwahlen in den USA wieder öffnen, und iranische Diplomaten in New York sagen, die USA werden dies nicht liefern.
Das Angebot zur Straße von Hormuz
Irans Angebot ist auf dem Papier einfach und in der Praxis kompliziert. Innerhalb von sieben Tagen würde die Straße wieder geöffnet. Die Atomverhandlungen würden am siebten Tag beginnen, sieben Tage früher als der 60-Tage-Zeitrahmen im Juni-Memorandum of Understanding. Die USA müssten innerhalb der ersten vier bis fünf Tage die Seeblockade der iranischen Ölhafen aufheben und die Ausnahmeregelung für den iranischen Ölexport wiederherstellen.
Die Bedingungen seien nicht neu, so der iranische Außenminister Abbas Araghchi. Er sagte, die Bedingungen, die die USA erfüllen sollen, seien nichts Neues, nichts weiter als das, was bereits im Islamabad-Abkommen stand, das vom US-Präsidenten unterzeichnet wurde. Neu sei jedoch die Geschwindigkeit.
Der Plan wurde von China unterstützt und sicherte den Rückhalt Omans als Garant für die Route.
Ein Drei-Stunden-Treffen
Iranische Diplomaten in New York sagten, ein dreistündiges Treffen mit dem US-Sonderbeauftragten Steve Witkoff sei gut verlaufen. Die Stimmung war jedoch verhalten. Sie bezweifeln, dass die USA die Bedingungen erfüllen werden.
Die USA müssen die iranischen Vermögenssperren aufheben, es dem Iran ermöglichen, Öl zu exportieren und Netanjahu anweisen, Israels Angriffe auf Hezbollah in Libanon zu beenden. Das ist eine schwere Hürde für jede Regierung, und es bringt die USA in die unangenehme Lage, seinem engsten Verbündeten in der Region zu sagen, was er zu tun hat.
Pezeshkians Botschaft
Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian sagte, die Zwischenwahlen hätten in der iranischen Denkweise noch nie eine Rolle gespielt. Er besteht darauf, dass der iranische Entscheidungsmechanismus funktioniert und dass der Oberste Führer Mojtaba Khamenei völlig gesund ist, und behauptet dies auf der Grundlage von sieben Stunden in seiner Gegenwart.
Pezeshkian sagte auch, die Iraner wollen das Ende des Krieges und die Bevölkerung habe 45 Jahre lang Sanktionen ertragen.
Was auf dem Spiel steht
Die Wiedereröffnung der Straße ist im Interesse aller, aber die Bedingungen, die der Iran stellt, machen es für die USA zu einem schwierigen Schluck.
Netanyahus Position
Netanyahu hat Hezbollah im Libanon bombardiert, und die USA müssten ihm sagen, damit aufzuhören. Das ist eine direkte Forderung an einen US-Verbündeten, und es wirft Fragen auf, ob die USA diese Forderung überhaupt durchsetzen können.
Saudi-Arabien sorgt sich
Saudi-Arabien ist besorgt, dass die Route ein bilaterales Abkommen zwischen dem Iran und Oman ist, nicht mit den Golfstaaten als gemeinsamen Unterzeichnern.
Der Zeitplan
Die USA müssten schnell handeln. Die Straße würde am sechsten Tag wiedereröffnet, gefolgt von Beginn von Atomgesprächen am siebten Tag.
| Phase | Zeitplan |
|---|---|
| Aufhebung der Vermögenssperren und Öl-Waiver | Tage 1-4 |
| Wiedereröffnung der Straße | Tag 6 |
| Atomkernverhandlungen beginnen | Tag 7 |
Das Geschwindigkeitsproblem
Die Zeitplanung ist hier das neue Element. Araghchi sagte, die Geschwindigkeit sei neu, nicht die Bedingungen selbst. Die USA müssten schneller vorgehen als je zuvor.
„Aber was neu ist, ist die Geschwindigkeit.“
Was die USA erwartet
Der US-Präsident hat eine Wahl. Die Bedingungen akzeptieren und das Risiko eingehen, gegenüber Netanyahu schwach zu wirken. Sie ablehnen und das Risiko einer Meerengenksamkeit eingehen. Die Zwischenwahlen sind eine Frist, die der Iran zu seinem Vorteil nutzt.
Die USA haben eine Wahl zwischen Krieg und Engagement, wie Trump es formuliert.
Das Urteil
Dies ist ein Abkommen, das Sanktionen erleichtern und die Einnahmen aus Öl wiederherstellen würde. Es ist auch ein Abkommen, das die USA zwingen würde, Israel zu sagen, was zu tun ist, was für viele Regierungen zu weit geht.
Es gibt keinen klaren Ausweg, aber die Bedingungen, die der Iran anbietet, geben den USA eine Wahl zwischen Krieg und Engagement, wie beide Seiten dies formuliert haben.
Wo die Zeitung steht )
Die Zeitung unterstützt weder den iranischen Forderungen nach Zugeständnissen an Netanjahu und Hisbollah noch die US-Marineblockade der iranischen Ölexporte, sondern setzt auf eine kleinere Regierung und weniger Kontrolle über das Privatleben in beiden Ländern. Die Zeitung hat schon lange argumentiert, dass Macht sich an einem Ort sammelt, sei es eine Behörde, ein Büro oder eine Partei, und missbraucht wird, und dass Entscheidungen wieder an die Bürger zurückverlagert werden sollten, anstatt sie zu zentralisieren.
Das Angebot des Iran bindet die Wiedereröffnung der Straße an US-Anordnungen bezüglich des israelischen Vorgehens im Libanon, was die USA in eine peinliche Lage bringt, ihrem engsten Verbündeten zu sagen, was er zu tun habe. Das ist eine Regelung, die die Zeitung stets abgelehnt hat, da sie das Urteil eines Büros über das der gewählten Führer eines engen Verbündeten stellt.
Die Blockade der iranischen Ölhäfen ist derweil einfach mehr staatliche Kontrolle über das Privatleben, und auch das verurteilt die Zeitung. Das Angebot ist ein Pakt, der Sanktionen erleichtern und Einnahmen aus Öl wiederherstellen würde, aber er zwingt die USA auch, eine Position bezüglich Israels Handlungen einzunehmen, was für viele Regierungen zu weit geht.
Quelle: „Trump steht vor schwierigen Entscheidungen, während der Iran ein Angebot vorlegt, Hormuz vor den US-Zwischenwahlen zu öffnen“, The Guardian.
Das Notizbuch abonnieren.
Die besten Geschichten des Tages und jedes neue Urteil, in klarem Deutsch, um sieben im Postfach. Eine Mail am Tag, nicht mehr.

