Drop Dead Diva lief von 2009 bis 2014 auf Lifetime und gehört bis heute zu den skurrilsten Comedyserien, die es auf Kabelfernsehen geschafft haben. Die von Josh Berman entwickelte Serie begleitet ein oberflächliches Model, dessen Seele in den Körper einer kürzlich verstorbenen Anwältin zurückkehrt – eine Konstellation, die wie ein gescheiterter Pitch klingt. Die Serie ist eine Fantasy-Sitcom, ein Rechtsdrama und eine Body-Swap-Komödie, die auf eine Weise miteinander vermischt sind, sodass sie nie ganz entscheiden kann, was sie sein will. Sie ist außerdem überraschend süß, selbst in ihren absurdesten Momenten.
Die Prämisse ist einfach. Deborah „Deb“ Dobkins, ein oberflächliches Model, gespielt von Brooke D’Orsay, stirbt bei einem Autounfall auf dem Weg zu einem Casting für The Price Is Right. Ihre Seele gelangt an Himmlestor und wird von einem Torhüter namens Fred, gespielt von Ben Feldman, beurteilt. Fred erklärt sie zu einer „Null-Null“, da sie während ihrer Zeit auf Erden weder gute noch schlechte Taten vollbracht hat. Bevor Fred sie wegschickt, drückt Deb die „Rückkehr“-Taste und wird wieder zum Leben erweckt im Körper von Jane Bingum, einer kürzlich verstorbenen Anwältin, die ihren Chef Jay Parker vor einem Schützen beschützte.
Jane ist das komplette Gegenteil von Deb. Sie ist brillant, fleißig, wohltätig und großgewachsen. Deb stellt fest, dass Jane in derselben Anwaltskanzlei, Harrison-Parker, arbeitet wie Debs Verlobter Grayson Kent, gespielt von Jackson Hurst. Nachdem sie ihrer besten Freundin Stacy Barrett, gespielt von April Bowlby, von ihrem Schicksal erzählt hat, bereitet sich Deb darauf vor, Grayson die Wahrheit über ihren neuen Körper zu erzählen. Fred wird unterdessen als Debs Schutzengel eingesetzt, eine Strafe dafür, sie aus dem Himmel entweichen zu lassen. Seine Aufgabe ist es, zu verhindern, dass Deb Grayson die Wahrheit sagt und darauf besteht, dass niemand wissen darf, dass sie wirklich Deb in Janes Körper ist.
Trailer, über Sony Pics at Home.
Brooke Elliotts Doppelperformance
Das gesamte Fundament der Serie beruht darauf, dass Brooke Elliott beide Rollen spielt. Sie ist die eitle, oberflächliche Deb, die nicht versteht, warum alle sie wie ein Genie behandeln, und sie ist die brillante, selbstlose Jane, die nicht versteht, warum alle sie wie einen Betrüger behandeln. Elliott trägt beide Darstellungen mühelos aus, und der Erfolg der Serie hängt vollständig von ihrer Fähigkeit ab, zwischen ihnen zu wechseln.
Der Kontrast zwischen den beiden Persönlichkeiten ist der Hauptwitz der Sendung. Deb ist so eingebildet, dass sie die Welt jenseits ihres eigenen Spiegelbildes nicht sehen kann, während Jane so selbstlos ist, dass sie nicht versteht, warum sich jemand überhaupt für sie interessiert. Die Sendung stützt sich stark auf dieses dynamische Zusammenspiel, und es funktioniert am besten, wenn die beiden Seiten in derselben Szene aufeinanderprallen dürfen. Wenn Deb versucht, Janes juristische Fähigkeiten zu nutzen, um einen Fall zu gewinnen, scheitert sie oft, weil sie nicht aufhören kann, über ihr Outfit oder ihre Haare nachzudenken. Wenn Jane versucht, gesellig zu sein, scheitert sie oft, weil sie nicht aufhören kann, über die Akte in ihren Händen nachzudenken.
Der Nebencast
Der Nebencast hilft, die Lächerlichkeit der Sendung zu verankern. Jackson Hurst spielt Grayson Kent, Debs Verlobten und Janes Kollegen, der den größten Teil der Serie damit verbringt, zu entscheiden, ob er die Frau liebt, die er kannte, oder die Frau, die jetzt ihren Körper trägt. April Bowlby spielt Stacy Barrett, Debs beste Freundin, die die Wahrheit von Anfang an kennt und als Debs Gewissen fungiert. Kate Levering spielt Kim Kaswell, die andere Anwältin der Kanzlei, die abwechselnd Debs Rivalin und ihre Verbündete ist. Margaret Cho spielt Teri Lee, die Empfangsmitarbeiterin der Kanzlei, die mit ihrer ungeschliffenen Ehrlichkeit für komische Einlagen sorgt.
Lex Medlin spielt Owen French, einen jungen Anwalt, der zu Janes Mentee wird und schließlich in Deb verliebt. Die romantische Nebenhandlung der Sendung dreht sich um Deb und Owen, die erst am Ende realisieren, dass Deb tatsächlich Deb in Janes Körper ist. Dies schafft eine klassische Sitcom-Situation, in der zwei Charaktere sich ineinander verlieben, ohne zu wissen, in wen sie sich wirklich verlieben.
Die Rechtssachen
Die Sendung spielt in einer Anwaltskanzlei und zeigt einen stetigen Strom von Fällen, die Deb und Jane die Möglichkeit geben, zu agieren. Die Fälle sind meist Standardkost im juristischen Bereich, mit Mandanten, die Unrecht erfahren haben, Zeugen, die lügen, und Richtern, die unvernünftig sind. Die Sendung erklärt das Gesetz selten im Detail und erwartet nie vom Publikum, dass es die Feinheiten des Vertragsrechts oder des Schadenshafts verfolgt. Stattdessen konzentriert sie sich auf den emotionalen Einsatz jedes Falls, was es der Sendung ermöglicht, das Rechtssystem als Hintergrund und nicht als Thema zu behandeln.
Die Fälle haben einen doppelten Zweck. Sie bieten Deb und Jane einen Grund, miteinander zu interagieren, da Deb oft versucht, Janes Arbeit zu sabotieren oder sich ihre Leistung anzueignen. Sie bieten Deb auch einen Grund, Lektionen über Selbstwertgefühl und persönliche Akzeptanz zu lernen, da die Fälle oft Klienten betreffen, die aufgrund ihres Aussehens und nicht aufgrund ihrer Taten beurteilt werden. Dies verleiht der Show einen moralischen Kern unter ihrer Oberfläche, selbst wenn die Witze auf ihrem oberflächlichsten Niveau sind.
Die Körpertausch-Prämisse
Die Körpertausch-Prämisse ist das grösste Kapital und die grösste Schwäche der Serie. Sie ermöglicht es der Serie, Themen von Identität und Akzeptanz auf eine Weise zu untersuchen, die eine konventionelle Sitcom nicht könnte. Deb lernt, ihren neuen Körper und ihre neue Persönlichkeit zu akzeptieren, während Jane lernt, die Eitelkeit zu akzeptieren, die sie einst verachtete. Die Botschaft der Serie ist, dass man nicht durch seinen Körper, sondern durch seine Taten und Entscheidungen definiert wird.
Gleichzeitig schränkt die Prämisse den Umfang der Serie ein. Sobald Deb in Janes Körper ist, gibt es keinen Ausweg, und die Serie muss neue Wege finden, die Situation über sechs Staffeln aufrechtzuerhalten. Die Serie führt schliesslich einen zweiten Körpertausch ein, bei dem die echte Jane Bingum, gespielt von Natalie Hall, nach dem ebenfalls Drücken der Eingabetaste in dem Körper einer anderen Person wieder auftaucht. Dies ermöglicht es Deb, endlich die Wahrheit Grayson zu offenbaren, der zu Janes engsten Freunden geworden ist.
Die Absetzung und Verlängerung
Die Geschichte der Serie bei Lifetime ist Teil ihres Mythos. Im Januar 2013 sagte Lifetime die Serie nach ihrer vierten Staffel ab. Im März revidierte der Sender seine Entscheidung und verlängerte die Serie für eine fünfte Staffel, die im Juni 2013 Premiere feierte. Im Oktober 2013 verlängerte Lifetime die Serie für eine sechste und letzte Staffel. Die Serie endete 2014, nachdem sie ihre Laufzeit von 78 Episoden über sechs Staffeln abgeschlossen hatte.
Der Zyklus von Annullierung und Verlängerung zeigt, wie knapp die Serie dem frühen Ende entgangen ist. Die Schöpfer der Serie mussten kämpfen, um sie am Leben zu erhalten, und die Fans der Serie mussten warten, um herauszufinden, was passierte. Die finale Staffel der Serie löste den zentralen Konflikt, indem Deb es ermöglichte, die Wahrheit Grayson zu offenbaren und ihren neuen Körper zu akzeptieren. Die Serie endete mit einem Gefühl der Auflösung, obwohl der Weg dorthin voller Wendungen und Drehungen war.
Die sechste Staffel
Die sechste Staffel ist der Moment, in dem die Serie ihren Ruf als süßes Finale verdient. Deb erzählt Grayson endlich die Wahrheit über ihren Körper, und Grayson akzeptiert sie trotz allem, was sie ihn durchmachen ließ. Die Serie endet mit Deb in Janes Körper, umgeben von ihren Freunden, und das letzte Bild der Serie ist eines der Akzeptanz und Glückseligkeit. Es ist ein seltenes Ende für eine Serie, die einen Großteil ihrer Laufzeit mit Konflikten und Spannungen verbrachte.
Die finale Staffel der Serie löst auch die Owen-Nebenhandlung, wobei Deb und Owen feststellen, dass sie sich tatsächlich ineinander verlieben. Die letzte Episode der Serie bringt alle Fäden zusammen, wobei Deb, Grayson, Owen, Stacy, Kim und Teri alle anwesend sind, um sich gegenseitig zu unterstützen. Es ist ein warmherziges Ende für eine Serie, die oft warmherzig, aber auch albern war.
Das Urteil
Drop Dead Diva ist eine Serie, die besser ist als ihre Prämisse vermuten lässt. Es ist eine Körpertausch-Komödie, die als juristisches Drama verkleidet ist, aber es ist auch eine Serie über Akzeptanz, Identität und den Wert eines gut gelebten Lebens. Die Stärke der Serie liegt in ihrem Cast, insbesondere Brooke Elliott, und in der Bereitschaft, ernste Themen durch humorvolle Komödie zu erkunden. Es ist keine perfekte Serie, und es ist keine Serie, die jeden ansprechen wird, aber es ist eine Serie, die Geduld und Aufmerksamkeit belohnt.
Die Schwächen der Serie sind vorhersehbar. Die Fälle sind formelhaft, die Witze sind oft offensichtlich, und die Prämisse ist über sechs Staffeln hinweg stark gedehnt. Die Serie verlässt sich außerdem zu stark auf ihr zentrales Trickspiel, und sie erforscht die Implikationen einer Seele in dem falschen Körper nie vollständig. Diese Fehler sind nicht tödlich, aber sie sind bemerkbar.
Die Stärken der Serie überwiegen ihre Schwächen. Die Serie ist stets sehenswert und oft aufrichtig witzig. Das Herz der Serie ist am rechten Platz, selbst wenn die Umsetzung nicht perfekt ist. Die Serie ist ein Produkt ihrer Zeit und spiegelt die Werte ihrer Ära wider, ist aber auch eine Serie, die anmutig gealtert ist.
Drop Dead Diva ist eine Serie, die ihren Platz im Pantheon der Kultklassiker verdient hat. Es ist eine Serie, die mehrmaliges Anschauen belohnt, und eine Serie, die sich ihren Ruf verdient hat. Es ist kein Meisterwerk, aber es ist eine Serie, die Ihre Zeit wert ist. Wenn Sie sie noch nicht gesehen haben, sollten Sie das tun. Wenn Sie sie gesehen haben, werden Sie sich erinnern, warum Sie sie mochten.
Das finale Bild der Serie zeigt Deb, in Janes Körper, umgeben von ihren Freunden, und es ist ein passendes Ende für eine Serie, die immer darum ging, Ihren Platz in der Welt zu finden. Die Botschaft der Serie ist einfach: Sie werden nicht durch Ihren Körper definiert, sondern durch Ihre Entscheidungen. Es ist eine Botschaft, die man leicht abtun kann, aber es ist eine Botschaft, die es wert ist, gehört zu werden.
6 von 10.
Kennzahlen-Box
- Sender: Lifetime
- Erschaffer: Josh Berman
- Premiere: 12. Juli 2009
- Finale: 22. Juni 2014
- Staffeln: 6
- Episoden: 78
- Besetzung: Brooke Elliott, April Bowlby, Jackson Hurst, Kate Levering, Margaret Cho, Lex Medlin
Ranking der Staffeln (
- Staffel 6 – das Finale, das den zentralen Konflikt löst und ein zufriedenstellendes Ende liefert
- Staffel 5 – die Fortsetzungsstaffel, die dort anknüpft, wo die Absetzung endete
- Staffel 4 – die abgesetzte Staffel, die die Zukunft der Serie aufsetzt
- Staffel 3 – die Mittlerzeit, die die zentralen Themen der Serie erkundet
- Staffel 2 – der frühe Zeitraum, der die Prämisse der Serie etabliert
- Staffel 1 – die Pilotstaffel, die die Charaktere und die Regeln einführt
Die Bewertung basiert auf der Gesamtqualität der Serie und ihrem Beitrag zur größeren Geschichte. Das Finale ist am stärksten, weil es den zentralen Konflikt der Serie löst. Die Fortsetzungsstaffel ist stark, weil sie dort anknüpft, wo die Absetzung endete. Die anderen Staffeln sind schwächer, weil sie zu stark auf dem zentralen Trick der Serie basieren.
Drop Dead Diva ist eine Serie, die Ihre Zeit wert ist, auch wenn es nicht eine Serie ist, die Ihr Leben verändert. Es ist eine Serie, die Spaß macht, und es ist eine Serie, die liebenswert ist. Es ist eine Serie, die albern ist, und es ist eine Serie, die aufrichtig ist. Es ist eine Serie, die fehlerhaft ist, und es ist eine Serie, die unvergesslich ist. Es ist eine Serie, die ihren Platz im Pantheon der Kultklassiker verdient, und es ist eine Serie, die Sie sich ansehen sollten, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben.
Das letzte Bild der Serie zeigt Deb, in Janes Körper, umgeben von ihren Freunden, und es ist ein passendes Ende für eine Serie, die immer darum ging, Ihren Platz in der Welt zu finden. Die Botschaft der Serie ist einfach: Sie werden nicht durch Ihren Körper definiert, sondern durch Ihre Entscheidungen. Es ist eine Botschaft, die man leicht abtun kann, aber es ist eine Botschaft, die es wert ist, gehört zu werden.
6 von 10.
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