„The Butler“ möchte die Geschichte eines Mannes sein, der die Geschichte aus der Seitenlinie miterlebt hat, und fast die gesamte Laufzeit gelingt es ihm dabei beinahe. Lee Daniels inszeniert Danny Strongs Drehbuch über Cecil Gaines, den Sohn eines Kleinbauern, der im Laufe von drei Jahrzehnten amerikanischer Präsidenten zum Butler des Weißen Hauses aufsteigt. Der Film stützt sich auf Forest Whitakers Darstellung von Cecil, unterstützt von einem Sternbesetzung, zu der Oprah Winfrey, David Oyelowo, Cuba Gooding Jr., Jane Fonda, Lenny Kravitz und Robin Williams gehören. Es ist ein Drama, das auf ruhiger Beobachtung basiert, aber es kann den Blick nicht ganz auf den kleinen Rahmen richten, den es verspricht.
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Cecil Gaines und der stille Zeuge
Cecil Gaines wächst auf einer Baumwollplantage in Macon, Georgia, auf, wo sein Vater, Earl, von dem weißen Grundbesitzer Thomas Westfall getötet wird, nachdem Westfall Cecil’s Mutter, Hattie, vergewaltigt hat. Cecil wird von Westfalls alter Mutter, Annabeth, aufgenommen, die ihn zum Hausbediensteten ausbildet. 1937, im Alter von 18 Jahren, verlässt Cecil die Plantage und nimmt eine Stelle in einer Hotel-Konditorei an, wo der ältere Dienstvorgesetzte Maynard Mitleid mit ihm hat und ihm einen Job gibt. Maynard unterrichtet Cecil in fortgeschrittenen Serviertechniken und empfiehlt ihm später eine Position in einem Hotel in Washington, D.C.
1957 wird Cecil von der Weißen Haus während der Amtszeit von Dwight D. Eisenhower eingestellt. Er dient im Laufe der Jahrzehnte zahlreichen Präsidenten und ist Zeuge von Ereignissen wie Eisenhowers Zögern, Truppen zum Durchsetzen der Schulintegration einzusetzen, und seinem späteren Entschluss, die Little Rock Central High School in Arkansas zu integrieren. Cecils Rolle ist es, zu beobachten, ohne einzugreifen, eine Haltung, die sein gesamtes Erwachsenenleben definiert.
„Eine leise Stimme kann eine Revolution entfachen.“
Der Film-Slogan ist ein Versprechen, das die Geschichte nur wenig einlöst. Cecils Familienprobleme – seine Frau Glorias Alkoholismus, der Widerstand seines ältesten Sohnes Louis – existieren größtenteils als Hintergrundgeräusch zum Präsidenten-Panorama. Der Film möchte, dass beide Geschichten gleichermaßen wichtig sind, aber er schafft es nie ganz, sie auszugleichen.
Der Cast trägt die Last
Whitaker spielt Cecil mit einer ruhigen Präsenz, die die Passivität des Charakters wie bewusst erscheinen lässt, anstatt träge. Er ist der Anker des Films, und seine Leistung verankert die weite Leinwand um ihn herum. Oprah Winfrey spielt Gloria, Cecil’s Frau, deren Alkoholproblem als Reaktion auf die Abwesenheit ihres Mannes dargestellt wird. David Oyelowo spielt Louis, den älteren Sohn, der dem Aktivistenprogramm der Southern Christian Leadership Conference beitritt und bei einem Protest in einem segregierten Diner verhaftet wird, obwohl die Anklage fallen gelassen und er freigelassen wird. Die Chemie zwischen den drei Schauspielern verleiht dem Familiendrama seinen emotionalen Kern.
Der Nebencast ist eine Parade bekannter Gesichter, und die meisten von ihnen bekommen eine oder zwei Szenen, um darauf herumzukauen. Cuba Gooding Jr. spielt Carter Wilson, den schnell redenden Oberbutler, der eine enge Freundschaft mit Cecil schließt. Lenny Kravitz spielt James Holloway, einen Mitbutler. Jane Fonda spielt Nancy Reagan. Robin Williams spielt Eisenhower. Das Casting ist ein Gewinn, aber der Film gibt diesen Figuren selten Raum, über ihre Funktionen hinaus zu atmen.
Historische Genauigkeit und ihre Grenzen
Der Film basiert lose auf dem realen Leben von Eugene Allen, der jahrzehntelang im Weißen Haus arbeitete. Er ist auch inspiriert von Wil Haygoods Artikel in der Washington Post „A Butler Well Served by This Election“. Diese Distanz zwischen der realen Figur und dem fiktionalisierten Cecil Gaines ist ein strukturelles Problem. Der Film-Cecil ist weniger ein Mann von Subtanz und mehr ein Gefäß für die Ereignisse der Ära, was die Geschichte weniger wie ein Porträt eines Lebens und mehr wie eine Tour durch eine Epoche erscheinen lässt.
Die historischen Figuren sind wiedererkennbar, aber ihre Interaktionen mit Cecil sind oft dünn. Eisenhowers Zögerlichkeit und Entschlossenheit, Kennedys Präsidentschaft, Nixons Ankunft — diese Momente werden skizziert, anstatt wiedergegeben. Der Film ist am besten, wenn er sich auf Cecil’s Beziehung zu seiner Familie konzentriert, und am schwächsten, wenn er versucht, Jahrzehnte amerikanischer Geschichte auf die Perspektive einer einzelnen Person zu komprimieren.
Was funktioniert und was nicht
„The Butler“ ist ein gut gemeinter Film, der jedoch zu lang und zu fragmentiert ist, um seine Ambitionen vollends zu verwirklichen. Daniels inszeniert mit ruhiger Hand, aber das Drehbuch ist über zu viele Charaktere und zu viele Jahrzehnte verteilt zu dünn geraten. Die besten Szenen des Films sind diejenigen zwischen Cecil, Gloria und Louis, wo die persönlichen Einsätze am deutlichsten werden. Die schlechtesten Szenen sind jene, die versuchen, Geschichte durch die Augen eines Butlers zu dramatisieren, und sie scheitern daran.
Der Film wurde am 16. August 2013 von The Weinstein Company veröffentlicht und erwirtschaftete weltweit mehr als 177 Millionen Dollar bei einem Budget von 30 Millionen Dollar. Er war der letzte Film, der von Laura Ziskin produziert wurde, die am 12. Juni 2011 verstarb, und zugleich der letzte Filmauftritt von Clarence Williams III, der 2018 von der Schauspielerei zurücktrat und am 4. Juni 2021 verstarb.
Ein solider Cast, ein wackeliges Drehbuch
„The Butler“ ist ein Film der Gegensätze. Whitakers Darstellung ist stark genug, um das Gewicht eines schwachen Drehbuchs zu tragen, und die Besetzung liefert durchweg gute Leistungen in ihren kurzen Auftritten ab. Aber das Drehbuch selbst ist das Problem. Es versucht zu viel zu leisten – eine Familiengeschichte, ein Bürgerrechts-Epos, eine Chronik der Präsidentschaft – und gelingt es letztendlich, keines davon gerecht zu tun.
Der Film ist sehenswert wegen der Besetzung und der Ambitionen, die dahinter stecken, erreicht aber nicht die Größe. Es ist ein solides, ungleichmäßiges Drama, das gelegentlich die Höhen seiner Prämisse erreicht und ebenso oft in eine komfortable, vertraute Struktur zurückfällt.
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