Jede große Social-Media-Plattform hat die Schaltung von bezahlten Anzeigen für „Musk“ abgelehnt, den neuen Dokumentarfilm von Alex Gibney über Elon Musk, den reichsten Mann der Welt. Das ist die Schlagzeile des „Hollywood Reporter“, der berichtet, dass Quellen bei Bleeker Street, dem Distributor des Films, die Entscheidung bestätigt haben.
Die Ironie ist unverkennbar: Plattformen, die es ablehnen, Hassreden und CSAM (Child Sexual Abuse Material) zu überwachen, ziehen die Grenze bei der Schaltung von Anzeigen für einen Dokumentarfilm, der ihre eigenen milliardenschweren Eigentümer kritisiert.
Was das Verbot bedeutet
Das Verbot betrifft alle großen Plattformen. Facebook, YouTube, Instagram, TikTok und X, die „Everything App“, lehnten alle die Schaltung von bezahlten Anzeigen für den Film ab. Die Entscheidung verdichtet sich auf eine einfache Frage: Was gilt als akzeptabler Inhalt online, und wer entscheidet das?
„Offenbar werden sie Hassreden oder CSAM nicht moderieren, aber eine Anzeige für „Musk“ ist nicht akzeptabel.“
Dieser Satz fasst die ganze Situation zusammen. Die Plattformen werden Hassreden oder Material zum Schutz von Kindern nicht überwachen, lassen aber keine Anzeigen für einen Film über ihren Chef auf ihren Dienstleistungen schalten.
Der Dokumentarfilm selbst
„Musk“ ist von Alex Gibney gedreht. Der Film betrachtet Elon Musk, den Eigentümer von X, durch die Linse seines Reichtums und Einflusses. Bleeker Street ist für die Distribution des Projekts verantwortlich.
Die Ablehnung, Anzeigen zu schalten, ist kein technischer Fehler. Es ist eine bewusste Entscheidung der einzelnen Plattformen, dieser besondere Inhalt anders zu behandeln als alles andere.
Warum die Plattformen diesen Weg wählen
Die Ablehnung, Anzeigen für „Musk“ zu schalten, folgt einem bekannten Muster. Social-Media-Unternehmen haben jahrelang argumentiert, dass sie nicht gezwungen werden sollten, Reden zu moderieren, mit denen sie nicht einverstanden sind, während sie gleichzeitig Inhalte zensieren, die ihrer Marke schaden oder ihre Werbekunden verärgern könnten.
Das Ergebnis ist eine fragmentierte Landschaft, in der die Plattformen auswählen, welche Regeln gelten. Im einen Moment verteidigen sie die Freiheit, alles zu posten, was man möchte, im nächsten sperren sie Anzeigen für einen Film, der ihre eigene Führung kritisiert.
Hier ist die Funktionsweise:
- Plattformen verteidigen das Recht, zu posten, was man möchte.
- Plattformen kontrollieren Inhalte, die ihrer Marke schaden könnten.
- Plattformen sperren Anzeigen für Inhalte, die ihnen nicht gefallen.
Was das für Zuschauer bedeutet
Für Nutzer bedeutet die Verweigerung, Anzeigen zu schalten, dass der Dokumentarfilm ein kleineres Publikum erreichen wird, als es sonst der Fall gewesen wäre.
Die Verweigerung sendet auch ein Signal darüber, was diese Unternehmen als zu gefährlich erachten, um es zu fördern. Ein Film über einen reichen Mann ist anscheinend bedrohlicher als Beiträge voller Hassrede oder Material, das Kinder gefährden könnte.
Das Muster wiederholt sich.
Es ist nicht das erste Mal, dass Plattformen sich gegen Inhalte wehren, die ihnen nicht gefallen. Jedes Mal bestätigt sich das Muster: Sie werden sich und ihre Interessen schützen, während sie darauf bestehen, neutral zu sein.
Die Verweigerung, Anzeigen für Musk zu schalten, passt perfekt in dieses Muster. Die Plattformen sagen im Wesentlichen, dass Kritik an ihren eigenen Führungskräften tabu sei.
Die Position des Distributors
Bleeker Street, der Distributor des Films, hat die Verweigerung gegenüber THR bestätigt. Die Quellen des Distributors zufolge gilt die Entscheidung für jede große Plattform.
Der Standpunkt des Distributors ist, dass dies nun einmal so funktioniert. Plattformen werden Hassrede oder CSAM nicht moderieren, aber sie werden keine Werbung für eine Dokumentation über ihren Chef auf ihren Diensten schalten.
Das Gesamtbild
Die Ablehnung, Werbung für Musk zu schalten, ist eine kleine Geschichte mit großer Bedeutung. Sie zeigt, wie Social-Media-Unternehmen in der Praxis agieren, nicht nur in der Theorie. Sie sprechen von freier Meinungsäußerung und offenen Plattformen, aber ihre Taten erzählen eine andere Geschichte.
Die Ironie ist, dass die Plattformen, die es versagen, Hassrede und CSAM zu überwachen, dieselben sind, die es versagen, Werbung für eine Dokumentation über ihre eigene Führungskraft zu schalten. Das ist die Geschichte hier, und sie ist nicht schön.
Sehen Sie das Video, auf dem sich die Geschichte stützt, bei The A.V. Club.
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