L.A.’s Finest will ein Krimidrama über zwei Detektive, die in vielen Punkten nicht übereinstimmen, aber einen gemeinsamen Feind haben. Das gelingt meistens, aber der Weg dorthin ist holprig. Gabrielle Union spielt Syd Burnett, eine LAPD-Ermittlerin, die ihre komplizierte Vergangenheit hinter sich gelassen hat. Jessica Alba spielt Nancy McKenna, eine arbeitende Mutter mit einer ebenso komplexen Vergangenheit. Ihre Partnerschaft soll Syd dazu anregen, zu prüfen, ob ihr skrupelloser Lebensstil eine größere persönliche Intrige verbirgt. Die Prämisse ist solide. Die Umsetzung ist weniger überzeugend.
Trailer, via Spectrum Originals.
Syd und Nancy
Union und Alba tragen die Serie. Syd ist selbstbewusst, schlagfertig und verletzt. Nancy ist eine Mutter, die versucht, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bringen. Ihre Reibereien sind der Motor der Serie. Das Problem ist, dass die Autoren immer wieder auf ihre Meinungsverschiedenheiten als einzige Möglichkeit zurückgreifen, die Geschichte voranzutreiben. Episoden verbringen ganze Abschnitte damit, über Vertrauen und Kommunikation zu streiten, anstatt die beiden dabei zu zeigen, wie sie tatsächlich Fälle lösen.
Diese beiden Frauen sind in vielen Punkten nicht einer Meinung, aber sie finden Gemeinsamkeiten, wenn es darum geht, die gefährlichsten Kriminellen in Los Angeles zu stellen.
Dieser Satz ist das Versprechen der Serie. Zu oft liest er sich wie eine Leitlinie anstatt wie eine gelebte Wahrheit der Serie.
Der Fallbestand
Die Verbrechen, die L.A.’s Finest untersucht, sind Standardkost für das Genre. Drogenhändler, korrupte Beamte und gewalttätige Kriminelle füllen die Liste. Die Serie behandelt diese Fälle mit einer Mischung aus Action und Dialog, aber das Tempo leidet. Einige Episoden schleppen sich durch lange Expositionen, bevor es zur Action kommt. Andere hetzen über die Auflösung hinweg, so schnell, dass der Einsatz kaum ankommt.
Die Serie stützt sich auch stark auf Rückblenden, um Syds Vergangenheit zu erklären. Dies ist ein gängiger Schachzug, aber hier wirkt er überbeansprucht. Jede Episode scheint eine neue Erinnerung an ihre Zeit vor der LAPD zu bieten, und die Wiederholung beginnt, die Wirkung zu verwässern. Im zweiten Jahr ist die Hintergrundgeschichte zu einem wiederkehrenden Handlungselement geworden, anstatt einem Werkzeug zur Charakterentwicklung.
Nebendarsteller
Ernie Hudson spielt Joseph Vaughn, Syds Chef und Mentor. Seine Präsenz gibt der Serie Halt, indem er Syd jemanden bietet, an dem er sich orientieren kann, der nicht Nancy ist. Duane Martin spielt Ben Baines, einen Kollegenermittler, dessen Loyalität gegenüber Syd auf die Probe gestellt wird. Zach Gilford spielt Ben Walker, einen Kollegen, der gelegentlich für komische Einlagen sorgt. Ryan McPartlin spielt Patrick McKenna, Nancy’s Ehemann. Sophie Reynolds spielt Isabel McKenna, Nancy’s Tochter.
Der Nebendarsteller-Cast ist kompetent, aber sie bekommen selten die Möglichkeit, eigene Akzente zu setzen. Barry Sloane tritt in einer wiederkehrenden Rolle auf, und Jake Busey stößt später hinzu. Keiner der beiden hinterlässt genügend Eindruck, um wirklich in Erinnerung zu bleiben. Die Serie ist eindeutig auf Syd und Nancy aufgebaut, und alle anderen sind nur mit dabei.
Erste Staffel – Premiere
Die erste Staffel wurde am 13. Mai 2019 auf Spectrum uraufgeführt. Dieses Datum ist bemerkenswert, weil L.A.’s Finest die erste Premium-Content-Show wurde, die für den Kabelanbieter produziert wurde, und damit die Premiere des Spectrum Originals-Labels für exklusive Programmierung markierte. Die zweite Staffel folgte am 9. September 2020.
Die erste Staffel wurde später im US-amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt. Am 21. September 2020 lief die erste Staffel auf Fox. Diese doppelte Ausstrahlung ermöglichte es den Zuschauern, die Serie auf zwei Plattformen zu sehen, was eine intelligente Maßnahme war, um die Reichweite der Serie zu erhöhen.
Staffel Zwei und Absetzung
Im Oktober 2020 wurde die Absetzung der Serie durch Spectrum nach der zweiten Staffel offiziell angekündigt. Diese Entscheidung kam für Fans überraschend, besonders angesichts des Schwungs, den die Serie bei Spectrum und Fox zu haben schien.
Die Absetzung erfolgte schnell und ließ die Serie ohne einen ordentlichen Abschluss zurück.
Vergleich der beiden Staffeln
| Staffel | Ausstrahlungstermin | Sender | Status ( |
|---|---|---|---|
| 1 | 13. Mai 2019 | Spectrum | Abgesetzt |
| 2 | 9. September 2020 | Spectrum | Abgesetzt |
Die Tabelle zeigt ein Muster: Beide Staffeln begannen bei Spectrum und endeten mit dem Aus der Serie. Es gibt keine Hinweise auf ein Revival im Ausgangsmaterial.
Was funktioniert
Die Serie hat ihre Momente. Die Actionsequenzen sind gut choreografiert, und die Chemie zwischen Union und Alba ist echt. Wenn die Serie sich auf den Fall konzentriert und die beiden Hauptdarsteller zusammenarbeiten lässt, funktioniert es. Diese Szenen sind der Grund, warum die Serie überhaupt zusammenhält.
Die Serie profitiert außerdem von ihrem Spin-off-Status. Als Fortsetzung der Bad Boys-Reihe erbt sie ein eingebautes Publikum und eine gemeinsame Mythologie. Die Serie verweist direkt auf die früheren Filme, und Unions Rückkehr als Syd Burnett ist ein Anreiz für Fans der Reihe.
Was nicht funktioniert
Das größte Problem ist das Tempo. Episoden schleichen sich durch ausführliche Szenen, die die Handlung nicht voranbringen. Die Rückblenden, obwohl informativ, können wie Füllmaterial wirken. Die Serie hat auch Probleme mit dem Ton. Sie versucht, Action-Spannung mit emotionalem Drama auszugleichen, aber die beiden passen selten gut zusammen.
Die Charakterentwicklung ist dünn. Syd und Nancy entwickeln sich im Laufe der Serie leicht weiter, aber die Entwicklung ist inkrementell statt transformativ. Am Ende sind sie immer noch dieselben Menschen, die sie zu Beginn waren, nur mit ein paar mehr Narben.
Das Urteil
L.A.’s Finest ist eine Serie mit einer starken Idee und einer schwachen Umsetzung. Union und Alba sind gut genug, um die Serie zu tragen, aber das Schreiben gibt ihnen wenig Raum für mehr als ständige Meinungsverschiedenheiten. Die Spin-off-Identität der Serie hilft ihr, sich abzuheben, fängt sie aber auch in einer Formel ein, die ihre Bandbreite einschränkt.
Die Serie wurde nach zwei Staffeln abgesetzt, und dieses Ergebnis passt zu ihrer mittelmäßigen Qualität. Sie war nicht schlecht genug, um vergessen zu werden, aber nicht gut genug, um zu überleben. Die Serie hinterlässt ein Erbe halbfertiger Ideen und ein Paar Detektive, das nie die Chance hatte, Legenden zu werden.
Bewertung: 5 von 10.
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