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‚Painkiller‘ dokumentiert die Opioidkrise mit starken schauspielerischen Leistungen, aber einem fehlerhaften Drehbuch.

Ein düsteres, notwendiges Porträt von Geschäftigkeit ohne Skrupel: Netflix' Painkiller schildert die Rolle der Sackler-Familie und von Purdue Pharma in der Opioid-Krise Amerikas.

Von mitch·3 Min. Lesezeit
A shadowy office scene evoking corporate greed and pharmaceutical deception.

Netflix’ Painkiller“ will dokumentarisch die Entstehung der Opioid-Krise in den USA darstellen und gelingt dies meist als düsteres, notwendiges Porträt von Unternehmensgier. Die 6-teilige Miniserie folgt der Sackler-Familie und Purdue Pharma, deren aggressives Marketing von OxyContin dazu beitrug, eine nationale Sucht-Epidemie anzutreiben. Die Serie ist eine direkte Adaption des New Yorker Artikels von Patrick Radden Keefe und des Buches von Barry Meier und stützt sich stark auf historische Aufzeichnungen anstatt dramatische Erfindungen.

Trailer, über Rotten Tomatoes TV.

Die Besetzung trägt die Last.

Matthew Broderick spielt Richard Sackler, den Patriarchen, der Purdue in Richtung der Markteinführung von OxyContin drängte. Er ist das Drehkreuz der Serie, und Broderick liefert eine Leistung ab, die kalte Berechnung mit echter Bedrohungsgewalt verbindet. Uzo Aduba spielt Edie Flowers, eine Krankenschwester, die in die Krise gerät, und ihre Szenen verankern die weitläufige Erzählung in menschlichen Kosten. Taylor Kitsch ist als Glen Kryger zu sehen, ein Purdue-Manager, dessen Gewissen langsam unter dem Druck nachgibt. Das Ensemble ist insgesamt stark, mit Clark Gregg, Sam Anderson und Jack Mulhern, die das Porträt der Sackler-Familie vervollständigen.

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Purdue’s Marketing Machine

Die zentrale These der Serie ist einfach: Purdue verkaufte OxyContin als bahnbrechendes Schmerzmittel, während es Beweise für sein Suchtpotenzial unterdrückte. Die Serie dokumentiert die aggressiven Verkaufstaktiken des Unternehmens und die rechtlichen Drohungen gegen Whistleblower. Dies ist kein Thriller im traditionellen Sinne; es ist eine langsame, methodische Enthüllung. Das Tempo kann in den mittleren Episoden ins Stocken geraten, aber das kumulative Gewicht der Beweise ist wirksam.

Wo die Serie strauchelt.

Das Problem ist, dass „Painkiller“ seinem Ausgangsmaterial zu treu ist. Szenen wirken, als würden sie aus einer Forschungsakte vorgetragen anstatt dramatisiert. Es gibt Abschnitte, in denen die Serie einfach Namen, Daten und Unternehmensmanöver auflistet, ohne eine überzeugende visuelle Sprache zu finden. Die episodische Struktur bedeutet auch, dass einige Handlungsstränge mitten in der Serie fallen gelassen werden, was unerfüllte Fragen über bestimmte Charaktere und ihr Schicksal hinterlässt.

Das Erbe der Sackler-Familie.

Die Serie porträtiert die Sackler als die „schlimmsten Drogenhändler der Geschichte“, eine Charakterisierung, die zutreffend, aber plump wirkt. Die Serie bietet kaum Nuancen über dieses Etikett hinaus. Richard Sackler wird als ein berechnender Geschäftsmann ohne moralischen Kompass dargestellt, und der Rest der Familie wird ähnlich plakativ gemalt. Dieser Mangel an Komplexität ist sowohl eine Stärke als auch eine Schwäche. Er macht den Fall deutlich, riskiert aber, echte Menschen in Karikaturen zu verwandeln.

Das Fazit

Painkiller ist ein wertvolles Dokument einer nationalen Tragödie, aber kein großartiges Fernsehwerk. Die Leistungen sind stark, die Recherche ist gründlich, und das Thema ist dringend. Aber die Umsetzung scheitert oft daran, über ihre Ausgangsmaterialien hinauszugehen. Sie liest sich eher wie eine gut geschriebene Enthüllung als ein vollständig ausgearbeitetes Drama.

Die Serie verdient Anerkennung dafür, dass sie sich mit Ernsthaftigkeit einem schwierigen Thema widmet. Sie ist eine Erinnerung daran, dass unternehmerische Verfehlungen echte menschliche Kosten haben, und sie bringt diesen Punkt mit einem Cast rüber, der ihn liefern kann. Aber es ist kein perfektes Werk.

Fakten

  • Sender: Netflix
  • Staffeln: 1, 6 Episoden
  • Premiere: 10. August 2023
  • Basierend auf: Patrick Radden Keefes Artikel im New Yorker und Barry Meiers Buch
  • Hauptdarsteller: Matthew Broderick, Uzo Aduba, Taylor Kitsch

Besetzungsliste

Rolle Schauspieler
Richard Sackler Matthew Broderick
Edie Flowers Uzo Aduba
Glen Kryger Taylor Kitsch
Britt Hufford Dina Shihabi
Shannon Schaeffer West Duchovny
Mortimer Sackler John Rothman
Arthur Sackler Clark Gregg
US-Staatsanwalt John Brownlee Tyler Ritter

Produktionshinweise

  • Erstellt von Micah Fitzerman-Blue und Noah Harpster
  • Adaptiert aus dem Artikel von Patrick Radden Keefe in der New Yorker Zeitschrift
  • Adaptiert aus dem Buch von Barry Meier, „Pain Killer: An Empire of Deceit and the Origin of America’s Opioid Epidemic“

Die Ambitionen der Serie übersteigen ihre Umsetzung, aber ihre Botschaft kommt an.

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