Alejandro G. Iñárritus neuer Klimasatirfilm „Digger“ mit Tom Cruise in der Rolle eines ahnungslosen Ölbaronen, der in eine grönländische Gletscher bohrt und eine globale Katastrophe auslöst, spaltet die Kritik. (1)
Die Kritiken für „Digger“ reichen von einer Bewertung von 5/5 („terrific fun“) bis zu einer Ablehnung mit 1/2 („schlechtestes Werk ihrer Karriere“). Auf Rotten Tomatoes liegt der Film von Warner Bros. bei einem etwa gleich hohen Wert. (2)
Die Positive Seite der Spaltung (3)
Nicht jeder flieht. Der London Evening Standard gab „Digger“ eine Bewertung von 5/5 und nannte ihn „audacious, risky, terrific fun“. Deadline lobte den Film als eine Rückkehr zu dem abenteuerlichen Zeitalter des Kinos der 1970er Jahre und wies auf Cruises Leistung in einem eindrucksvollen 10-minütigen Monolog hin, der zwar Schuld gesteht, aber die Verantwortung kollektiv auf uns alle schiebt. Laut der Kritik hat Iñárritu erneut bewiesen, dass er einer der originellsten und faszinierendsten Filmemacher ist, die derzeit arbeiten. (4)
Die Kritik hebt die Kameraarbeit und das Produktionsdesign hervor. „Emmanuel Lubezkis Kameraarbeit und Dennis Gassners Produktionsdesign erreichen die kubricksche Größe, die Iñárritu eindeutig anstrebt“, heißt es. Selbst wenn der Film als Ganzes scheitert, gelingen einzelne Elemente, und Cruise geht als Gewinner hervor und erinnert uns daran, wie fesselnd er als Schauspieler sein kann, nicht nur als Filmstar. (5)
Auch die BBC war begeistert, räumte jedoch einige Ausreißer ein. „Ich habe ihn persönlich geliebt“, schreibt der Rezensent. „Einige seiner Ausreißer sind nun gut und gerne etwas zu extrem, und die meisten Zuschauer werden sich wünschen, er wäre kürzer.“ Der Rezensent lobt Cruises gigantische Leistung, die Überzeugung der düsteren Umweltbotschaft des Drehbuchs und Iñárritus schelmischen Stil. (6)
Die Negative Seite der Spaltung (7)
Die negativen Kritiken sind ebenso scharf. The Hollywood Reporter war unnachgiebig: „Eine Klimakrise-Satire, so selbstgefällig und bombastisch, dass sie Adam McKays Don’t Look Up fast harmlos erscheinen lässt.“
Die Rezension beschreibt den Film als „im Grunde das, was passiert, wenn man zwei überdimensionierte Egos zusammenbringt, ohne jemanden, der die Zügel in der Hand hält, um ihre selbstsüchtigsten Impulse im Schach zu halten.“ Sie fügt hinzu, dass die Satire so weit von menschlicher Wahrheit entfernt sei, dass ihre glaubwürdigste Figur eine einäugige animatronische Katze namens Maggie sei, eine VistaVision-Satire mit so hohem Konzept, dass ihre Laufzeit in Höhen gemessen werden sollte, nicht in Minuten. „Es ist schwer vorstellbar, dass Mainstream-Publikum jemals Teil dieses blutigen Unterfangens sein möchte“, schließt The Hollywood Reporter.
IndieWire ging noch weiter. Die Kritik warnt, dass Digger, falls er so schlecht einschlägt, wie befürchtet, ein verurteilenderes Bild von Selbsttäuschung sein könnte, als Iñárritu je beabsichtigt habe. The Wrap nannte Digger „das, was passiert, wenn man der schlechtesten Samstagabend-Show der Woche unerklärlich viel Budget und Größenwahn gibt.“ Der Film wird als die Art von Film über böse Milliardäre beschrieben, die böse Milliardäre genießen würden – was ihn zu der schlechtesten Art von Film über böse Milliardäre macht.
Der Cruise-Faktor
Cruises Leistung steht im Mittelpunkt der Debatte. The New York Post argumentiert, dass dies sein erster wirklich schlechte Film in fast 10 Jahren sei. „Das Publikum wird dringend nach fünf Minuten gehen wollen“, so die Rezension. „Es ist nicht einfach nur ein Fall von armem Tom, der in einem schlechten Film gefangen ist. Er ist einfach nicht gut, selbst als eine cartoonartige Karikatur ohne Tiefe.“
Die Rezension argumentiert, dass Cruise hinter Nicholas Cage oder Woody Harrelson zurückbleibt und impliziert, dass ein überzeugenderer Darsteller stattdessen in die Rolle hätte schlüpfen können. Empire widerspricht jedoch und sagt, Cruise gehe als Sieger hervor und weist darauf hin, wie fesselnd er als Schauspieler sein kann. The Wrap bezeichnet seine Interpretation des bösartigen Foghorn Leghorn als eine bezaubernde, verwirrende Präsenz, die die Szene dominiert.
Was die Kritiken gemeinsam haben
Es gibt noch einige Gemeinsamkeiten trotz der Meinungsverschiedenheiten. Beide Kritiker sind sich einig, dass Digger eine Klimasatirische Komödie mit großem Studiobudget ist, und vermerken ihren ehrgeizigen Umfang. Die Botschaft des Films – dass der Planet stirbt und wir mitschuldig sind – wird laut Empire in fast belehrenden Worten vermittelt, oft in lauten Monologen. Die Los Angeles Times beschreibt den Film als einen bizarren Trick, der mit großem Studiobudget gedreht wurde, eine Klimawandel-Satire, die ein selbstreflexiver Hybrid aus Stanley Kubrick und Bertolt Brecht ist.
Die Los Angeles Times weist darauf hin, dass die schrecklichen Streiche in Digger der Realität so nahe kommen, dass der Ausstieg aus dem Film die Zuschauer weniger sicher als je zuvor werden lässt, dass die Menschheit überhaupt noch existieren wird. Der Film bietet keine Hoffnung, sondern nur einen betörenden, bösartigen Charme, der nach Absicht so schnell verpufft, sobald die Abspannrollen beginnen.
Die Oscar-Frage
Die Reaktion des Publikums ist ein weiteres Thema, das die Kritiker ansprechen. The Wrap schlägt vor, dass Digger unter den Zuschauern spaltend wirken könnte, was verhindern könnte, dass ein verdienter Cruise in einem extrem wettbewerbsorientierten Oscar-Rennen Erfolg hat. Die Los Angeles Times räumt ein, dass sie diese seltsame Komödie nicht unbedingt lieben, ist aber begeistert, dass sie überhaupt erst entstanden ist.
Alle sind sich einig, dass der Film zu weit geht. Der BBC-Rezensent weist darauf hin, dass der Zuschauer etwa 90 Minuten lang müde wird, Nahaufnahmen zu sehen, die Goodman zeigen, der mit schlangenartigen Adern, die aus seiner Stirn quellen, schreit. IndieWires Warnung ist noch drastischer: Der Film sei so sehr auf sich selbst bezogen, dass das Ansehen schmerzhaft werde, und man merkt zur Hälfte des Films, dass noch eine Stunde ohrenbetäubenden Lärms vor einem liegt.
Das Urteil
Hier gibt es kein Entweder-Oder. Digger ist entweder eine mutige, unterhaltsame Satire oder eine stumpfe Tortur, die scheitern sollte. Sein Ehrgeiz ist offensichtlich, ebenso wie sein Exzess. Wer ihn unterstützt, findet ein gewagtes Werk, das das Publikum dazu zwingt, sich selbst zu konfrontieren. Wer ihn ablehnt, sieht ein selbstgefälliges Durcheinander, das eine talentierte Besetzung verschwendet.
Der London Evening Standard und Deadline loben den abenteuerlichen Geist des Films und seine Bereitschaft, Risiken einzugehen. The Hollywood Reporter und IndieWire warnen, dass die Exzesse selbst für eine Satire zu viel sind. Die Warnung von The Wrap, dass Digger für das Publikum spaltend wirken könnte, spiegelt eine größere Sorge wider, ob der Film überhaupt die richtige Zielgruppe erreicht.
Eine Zusammenfassung der Kritiken gibt eine klare Wegbeschreibung für alle, die abwägen, ob sie sich ein Ticket kaufen sollen. Wer schwierige Fragen über Pflichten stellen möchte, wird Digger für seine Zeit als lohnend erachten. Wer einfach nur ein leichtes Vergnügen sucht, sollte seine Plätze für den nächsten Film freihalten. Die Aufteilung auf Rotten Tomatoes zeigt einen Film, der das Publikum wirklich spaltet.
| Kritik ( | Urteil ( |
|---|---|
| Der London Evening Standard ( | Terrific fun ( |
| The Hollywood Reporter ( | Bludgeoning ordeal ( |
| Deadline ( | Adventurous satire ( |
| IndieWire ( | Self-indulgent mess ( |
Faktenbox
- Film: Digger, unter der Regie von Alejandro G. Iñárritu
- Mitwirkende: Tom Cruise, Riz Ahmed, Sandra Hüller, John Goodman, Michael Stuhlbarg, Jesse Plemons
- Studio: Warner Bros.
- Rotten Tomatoes: ca. 50-prozent-Aufteilung
- Positive Bewertung: 5/5 („herrlich unterhaltsam“)
- Negative Bewertung: 1/2 („schlechtestes Werk ihrer Karriere“)
Diggers Kluft zwischen „herrlich“ und „unerträglich“ ist real. Es ist eine Klima-Satire, die so gewagt ist, dass Kritiker sie entweder lieben oder vor ihr fliehen, und beide Reaktionen scheinen gerechtfertigt. Der Film ist polarisierend, gewagt und wird es wahrscheinlich noch lange bleiben.
Quelle: „Tom Cruise ‘Digger’ Reviews Are Brutally Split: From “Insufferable” to “Terrific”,“ The Hollywood Reporter.
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