Capcom hat Pläne angekündigt, seinen RE Engine in eine „KI-generierungsfähige Spiel-Engine“ zu verwandeln. Programmierer Satoshi Ishida erläuterte die Details während einer Tech-Konferenz namens „Capcom Open Conference RE: 2026“, bei der er einen sechs-Punkte-Plan vorstellte, der maschinelles Lernen in die Engine einbringt, auf der alle Werke des Unternehmens laufen.
Capcom hat erklärt, dass es keine Assets erstellen werde, die durch KI generiert wurden, in seinen Spielinhalten. Stattdessen plant es, KI zu nutzen, um die Effizienz zu verbessern und die Leistung innerhalb seines Entwicklungsprozesses zu steigern. Dieser Unterschied ist wichtig, da der Begriff „KI-generierungsfähige Spiel-Engine“ als eine Zusage verstanden werden könnte, dass die nächste Resident Evil-Version ihre Kreaturen aus einem Prompt beziehen werde. Das ist nicht das, was Capcom damit meint.
Der REX-Plan
Ishida von Capcom detaillierte sechs unterschiedliche Programme, die jeweils für eine bestimmte Aufgabe konzipiert sind. Diese Tools verwalten Daten, Animationen und Arbeitsabläufe, anstatt fertige Inhalte zu erstellen. Dies unterscheidet das Unternehmen von anderen Studios, die einen völlig anderen Ansatz verfolgen.
Re:Dox ist ein Datenverarbeitungsprogramm, das verschiedene Arten von Daten in einen gemeinsamen Satz von Regeln übersetzt, was die Verarbeitung innerhalb der Engine beschleunigt. RE:UI wurde entwickelt, um die Entwicklungswerkzeuge des RE Engine mit KI-gestützter Optimierung zu versehen, ein wenig wie das Hinzufügen von DLSS-Unterstützung zu Blender. Diese beiden Programme bilden die Basis der Struktur und befassen sich mit den Rohmaterialien der Entwicklung.
Von den verbleibenden vier Tools sind drei darauf ausgelegt, den eigentlichen Aufbau eines Spiels zu beschleunigen. RE:Runtime handhabt die Animation vieler Objekte und Charaktere zusammen, anstatt jede Animation separat zu verarbeiten. RE:Flows sticht als das vielversprechendste Werkzeug der Reihe hervor. Sein Zweck ist es, es einfacher zu machen, Spielmechanik-Ideen in die Tat umzusetzen und diese Ideen dann in eine standardisierte Programmiersprache zu übersetzen. Die Beschreibung weist eine auffällige Ähnlichkeit mit Vibe-Coding auf, obwohl Ishida diesen Begriff nicht selbst verwendete.
Warum Capcom das tut
Capcoms angegebenen Gründe für die Umstellung sind pragmatisch. Moderne Spiele sind so massiv und technisch komplex, dass die Verwaltung der zugehörigen Daten eine enorme Herausforderung darstellt. Änderungen an diesen Daten dauern lange. Das Unternehmen weist außerdem darauf hin, dass mittlerweile mehr als 2.000 Personen das RE Engine nutzen, darunter Menschen aus vielen verschiedenen Nationen. Capcom möchte ein System, das jeder verstehen kann.
Capcom hat auf den raschen Fortschritt der KI-Technologie als dritten Grund für seine Entscheidung hingewiesen und betrachtet sie als entscheidend, um die Spielentwicklung zu beschleunigen. Der Bericht beschreibt diese Begründung als eher willkürlich, und es ist schwierig, ihren Wert zu beurteilen, ohne die Werkzeuge tatsächlich in der Praxis zu sehen.
Capcom hat bereits erklärt, dass es keine von KI generierten Assets in den Spielinhalten verwenden wird, sondern KI nutzen möchte, um die Effizienz zu steigern und die Produktivität in seinem Entwicklungsprozess zu verbessern. Keine der REX-Tools scheint dazu bestimmt zu sein, Kunst oder Charaktermodelle zu erstellen. Einige von ihnen erfordern KI-generierten oder KI-unterstützten Code, um zu funktionieren, aber das Endergebnis bleibt fest in den Händen von Menschen.
Was das für Spieler bedeutet
Die Spiele werden weiterhin wie zuvor erscheinen und funktionieren, zumindest für die Spieler. Das ist das Ziel, und es ist ein vernünftiges Ziel. Capcom verfolgt kein modisches Etikett; es geht auf ein tatsächliches Problem ein.
Die größere Frage ist, ob diese Art von inkrementellen Verbesserung notwendig ist. Capoms Entwicklungsansatz hat dem Unternehmen in den letzten zehn Jahren gutgetan und ihm einen Ruf als einer der zuverlässigsten Entwickler eingebracht. Der alte Spruch gilt: Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht.
Capcom erlebt eine historische Erfolgsserie. In einer Zeit, in der viele andere Publisher Schwierigkeiten haben, über Wasser zu bleiben, liefert das Unternehmen Hit um Hit. Allein dieses Jahr hat Capcom Resident Evil: Requiem, Pragmata und Onimusha: Way of the Sword veröffentlicht, wobei jeder Titel sowohl von Kritikern als auch kommerziell erfolgreich war. Das sind viele Spiele, und das ist eine Menge Daten, die es zu verwalten gilt.
Der skeptische Blick
Der Bericht wirft Zweifel an dem dritten Grund für die Änderung auf – nämlich der Behauptung, dass KI-Technologie sich rasch weiterentwickelt und für die Rationalisierung der Entwicklung unerlässlich ist. Er bezeichnet diese Erklärung als etwas willkürlich. Diese Einschätzung ist stichhaltig. KI entwickelt sich zwar schnell, aber es ist unklar, welche Aspekte der Spieleentwicklung sie zuerst verändern wird.
Die Zahlen
- RE Engine: Betreibt alle modernen Spiele von Capcom
- REX: Sechs-Programmpläne aus Ishidas Rede
- Re:Dox: Datenverwaltungsprogramm
- RE:UI: KI-gestützte Optimierung für Entwicklungswerkzeuge
- RE:Runtime: Animiert große Mengen von Objekten und Charakteren gleichzeitig
- RE:Flows: Vereinfacht Spielmechanikideen und konvertiert sie in Standardcode
- 2.000+ Nutzer: Personen, die jetzt RE Engine verwenden, darunter viele Nationalitäten
| Programm | Job | Vergleich |
|---|---|---|
| Re:Dox | Übersetzt Daten in gemeinsame Regeln | Datenverwaltung |
| RE:UI | Fügt KI-gestützte Optimierung hinzu | DLSS für Blender |
| RE:Runtime | Animiert Gruppen von Objekten | Gruppenanimation |
| RE:Flows | Implementiert Spielmechaniken | Vibe-Coding-ähnlich |
Ein vernünftiger Schritt )
Die erklärten Ziele des Unternehmens sind, keine durch KI erzeugten Assets in seine Spielinhalte zu integrieren, sondern es stattdessen für eine effizientere Entwicklung und eine höhere Produktivität einzusetzen. Dieser Ansatz stimmt mit dem überein, was Capcom bereits über seine Absichten in Bezug auf KI gesagt hat. Keine der REX-Tools scheint dazu bestimmt, Kunstwerke oder Charaktermodelle zu erstellen.
Die Methoden des Unternehmens haben ihm in den letzten zehn Jahren gut gedient und ihm einen Ruf als einer der zuverlässigsten Entwickler in der Branche eingebracht. Der Wunsch, die Spieleentwicklung zu beschleunigen und zu rationalisieren, ist leicht zu verstehen, doch die bewährte Weisheit gilt weiterhin: Wenn es nicht kaputt ist, repariere es nicht.
Capcom korrigiert keinen Fehler. Stattdessen bereitet es sich auf das nächste Kapitel vor. Das Problem der Handhabung von Informationen ist real und verschärft sich. Eine klare Vorgehensweise ist ein vernünftiger Plan.
Die Ankündigung eines gewagten Plans ist an den REX-Plan angehängt, der eigentlich ein vernünftiger technischer Schritt ist. Gut so. Schlagzeilen werden mit Kühnheit verkauft, während Spiele mit Kompetenz verkauft werden.
Quelle: „Capcom kündigt Pläne zur Umwandlung seines RE Engine in eine ‚KI-generierende Spiele-Engine‘ an“, PC Gamer. )
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