Arthur Jafa ist einer der wichtigsten lebenden Künstler Amerikas, und seine bisher größte Ausstellung ist derzeit zu sehen. „I Am Tony“, im New Museum in Lower Manhattan, erstreckt sich über zwei Stockwerke und berührt eine breite Palette von Themen – Black Music, Religion, amerikanische Kinematografie, politische Gewalt, Populärkultur und das Internet, alles gleichzeitig. Die Ausstellung ist überfüllt, und im Großen und Ganzen ist sie erfolgreich.
Die Zwei Großen Werke
Das Zentrum der Ausstellung bildet „Allegiance“ (2026), ein raumfüllendes Schwarz-Weiß-Bild von afroamerikanischen Schulkindern des 19. Jahrhunderts, die einen „Sieg Heil“-Gruß abgeben. Der Boden öffnet sich zu diesem passend betitelten Werk, das eine körnige, geisterhafte Qualität besitzt und durch die düsteren Motive im Rahmen einen melancholischen Effekt hervorruft.
Der Wandtext erklärt, dass dieser Gruß einst eine übliche, patriotische Art war, die Flagge zu ehren. Es ist das, was dieselbe Geste im Kontext des 20. Jahrhunderts in Europa bedeutete, das dem Werk seine Kraft verleiht – Schock, Kontrast und neue Assoziationen, die aus dem Kontext heraus klar werden.
Das andere Hauptwerk ist „Rwanda, 1999“ (2026), ein Foto, das Jafa am Murambi-Völkermorddenkmal in Ruanda aufnahm, fünf Jahre nach dem Völkermord, den es darstellt. Die blutverschmierten Kleidungsstücke der Opfer der Massenerschießung sind über die gesamte Museumsfläche verteilt.
Der Wandtext nennt Palästina nicht explizit, doch beim Anblick dieses Werkes kann man unweigerlich an den Völkermord im Gazastreifen denken, und man vermutet, dass Jafas Darstellung bewusst war.
Der Umfang der Ausstellung
Jafas Ausstellung ist voll des Künstlers typischen Galgenhumors, der selbst die makabertesten Bilder ironisiert und die Solemnität der Klein- und Populärkultur an die Oberfläche bringt. Die Ambitionen der Ausstellung scheinen darin zu bestehen, dieselben Themen zu behandeln, die Jafa immer wieder bearbeitet hat, diesmal auf noch viel idiosynkrati sche und dreistere Weise.
Die Ausstellung hebt Assemblage und Collage hervor. Jafas Referenzen sind breit gefächert, und sein instinktiver Umgang mit Memes und Viralität hebt ihn von anderen Künstlern ab. Die Ausstellung ist voll von Ideen und greift nach großen Themen – denselben Themen, zu denen Jafa immer wieder zurückgekehrt ist – aber diesmal in seltsameren und kraftvolleren Begriffen.
Unser Fazit
Die Ausstellung ist ungleichmäßig, und erreicht nicht immer das, was sie zu erreichen versucht. Aber die großen Teile funktionieren. „Allegiance“ ist ein raumbedeutendes Bild von afroamerikanischen Schulkindern des 19. Jahrhunderts, die den „Sieg Heil“-Gruß ausführen – ein Stück Galgenhumor, das die Ernsthaftigkeit der Populärkultur an die Oberfläche bringt. „Ruanda, 1999“ ist ein Foto blutverschmierter Kleidungsstücke an einem Völkermemorial, und es lässt einen an Gaza denken, obwohl der Wandtext Palästina nicht erwähnt.
Die Ausstellung ist vollgepackt, und funktioniert meistens.
| Thema | Schlüsseldetail | „Allegiance“ (2026) |
|---|---|---|
| Amerikanische Geschichte und der Schock des Kontexts | Afroamerikanische Schulkindern des 19. Jahrhunderts, die den „Sieg Heil“-Gruß ausführen | Schwarze Schulkinder des 19. Jahrhunderts führen die „Sieg Heil“-Salutation durch. ) |
| Massen Gewalt und aktueller Konflikt | Blutverschmierte Kleidungsstücke am Murambi-Memorial | Blutschmierte Kleidung im Murambi-Gedenkstätte ( |
Hier ist, wie die beiden Hauptwerke der Ausstellung nach ihrer Bedeutung für die Ausstellung geordnet sind:
- „Allegiance“ — die raumfüllende Huldigung, die den Boden eröffnet und den düsteren Ton anschlägt.
- „Rwanda, 1999“ — das Foto blutverschmierter Kleidung, das an Gaza erinnert, obwohl der Text an der Wand Palästina nie nennt.
Quelle: “Arthur Jafa, King of Pop,” Hyperallergic.
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