Karen Bass steht im Kampf um eine zweite Amtszeit als Bürgermeisterin von Los Angeles vor einer Herausforderung, und ihre Gegnerin ist jemand, den sie vor nur zwei Jahren unterstützte. Die Stadträtin Nithya Raman trat Stunden vor Ablauf der Anmeldefrist ins Rennen und besiegte die Fernsehpersönlichkeit Spencer Pratt bei der Vorwahl. Mit etwa einem Monat bis zur Wahl zeigen mehrere Umfragen, dass Bass Raman hinterherhinkt, wenngleich einige Erhebungen nur geringe Unterschiede zeigen, während andere größere Ausfälle aufweisen.
Los Angeles ist eine tief blaue Stadt, und das Rennen stellt zwei progressive Kandidaten gegenüber, die gegensätzliche Flügel der Demokratischen Partei vertreten. Raman hat die Unterstützung der Los Angeleser Ortsgruppe der Democratic Socialists of America (DSA), deren langjähriges Mitglied sie ist. Ihre Kampagne stützt sich auf das große Freiwilligennetzwerk der DSA, das an Türen klopft, um eine multirassische Koalition von Arbeitnehmern und Mietern in Los Angeles zu erreichen.
Bass hat an sechs Kirchen an einem sonnigen Sonntag Ende September teilgenommen, sowie eine Veranstaltung zur Wertschätzung von Freiwilligen und vier weitere Treffen am Abend. An einem Picknicktisch im Ernest E Debs Regional Park sagte sie den Unterstützern: „Ich werde bis etwa neun Uhr dabei sein.“ Später sagte sie: „Ich habe keine Ahnung, was Langeweile bedeutet.“
Beide Kampagnen sind mit rund 2,5 Millionen Dollar Spendengelder gleichauf.
Wie Bass hierherkam
Bass’ Popularität begann Anfang 2026 wieder anzusteigen, nachdem die Trump-Regierung Razzien gegen Anti-ICE-Proteste und Massenmigration durchführte. Sie sprach sich entschieden gegen diese Operationen aus, lobte die Rolle von Einwanderern in Los Angeles und konfrontierte Grenzschutzbeamte, die in eine Einwanderergegend geschickt worden waren. Im Februar 2026 traten mehrere Konkurrenten, darunter der Milliardär Rick Caruso, aus dem Rennen aus, was Bass’ Weg zum Sieg erleichterte.
Raman ist seit 2020 Mitglied des Los Angeleser Stadtrats und besiegte 2020 einen amtierenden Demokraten, der von Nancy Pelosi und Hillary Clinton unterstützt wurde. Bass unterstützte Ramans Wahlkampffertigung 2024, und Raman unterstützte Bass’ Wiederwahl 2026 und bezeichnete sie als die fortschrittlichste Bürgermeisterin, die die Stadt jemals gesehen habe.
Stunden vor Ablauf der Anmeldefrist überraschte Raman Verbündete und Gegner, indem sie beschloss, gegen Bass zu kandidieren. Sie sagte einem Reporter, sie habe den „Ruf aus Los Angeles … nach Veränderung in der ganzen Stadt“ gespürt.
Der Kampf um die Vorwahl
Spencer Pratt, ein ehemaliger Reality-TV-Star und registrierter Republikaner, trat gegen Bass an, nachdem er sein Haus im Palisades-Feuer verloren hatte. Seine Anzeigen gingen viral und seine Debattenleistung schien seine Kampagne zu beflügeln, während Raman Schwierigkeiten hatte, Fuß zu fassen und kaum Sendezeit erhielt. Donald Trump unterstützte Pratt, eine Maßnahme, die politische Kommentatoren als schädlich in der tief demokratischen Stadt ansahen.
Bass entwickelte sich zur klaren Spitzenreiterin, und Raman erlangte knapp einen Sieg gegen Pratt mit etwa 3,5 %.
Der bisherige Wettlauf
Zev Yaroslavsky, Direktor der Los Angeles Initiative an der Luskin School of Public Affairs an der University of California, Los Angeles, merkte an, dass die Kampagne über den Sommer hinweg ruhig blieb. Er sagte: „Wir hatten einen ganzen Sommer, in dem es zumindest für den Durchschnittsbürger keine Kampagne gab. Erst in der letzten Woche begannen Anzeigen im Fernsehen zu erscheinen.“
Wahlscheine sind bereits auf dem Weg zu den Wählern, während sich die letzten Tage der Wahl nähern.
Eine schwierige Lage
Bass‘ Zustimmungswerte liegen auf dem Niveau von Donald Trumps angesichts einer weit verbreiteten Unzufriedenheit der Wähler mit der Richtung der Stadt. Das ist eine schwierige Lage für jeden Amtsinhaber.
Ramans Position ist anders. Sie tritt als Herausforderin mit der Unterstützung der DSA an, und ihre Wahlkampforganisation basiert auf einer Koalition von Arbeitnehmern und Mietern in Los Angeles. Die Frage ist, ob diese Koalition im November zur Wahl geht.
Wo die Zeitung steht
Die Zeitung unterstützt weder Karen Bass noch Nithya Raman und sagt, Wahlen sollten Kandidaten anhand einzelner Themen gegen individuelle Freiheit, Kleinunternehmen und keine Machtkonzentrationen beurteilen, nicht als ein Pferderennen zwischen zwei Maschinen, die Macht sammeln. Dies ist ein Wettlauf zwischen zwei progressiven Demokraten in einer tiefblauen Stadt, und die Zeitung lässt sich nicht aufgrund dessen eine Meinung diktieren.
Der Nordstern der Zeitung – die Maximierung der individuellen Freiheit, die Unterstützung von Kleinunternehmen und die Vermeidung von Machtkonzentrationen – bietet hier keine klare Präferenz. Die Plattform oder der Hintergrund keiner der Kandidaten wurden in diesem Artikel anhand dieser Standards geprüft.
Was die Zeitung von den Lesern erwartet, ist, darauf zu achten, wie die Kampagnen in den kommenden Wochen tatsächlich im Hinblick auf diese Prinzipien abschneiden.
Fakten auf einen Blick
| Wahlkampf | Unterstützererklärungen | Spendenaktionen |
|---|---|---|
| Karen Bass | Keine Angaben | ~$2.5m |
| Nithya Raman | DSA Los Angeles | ~$2.5m |
- Raman besiegte Pratt in der Vorwahl knapp um etwa 3,5 %.
- Beide Wahlkämpfe haben mit rund 2,5 Millionen Dollar jeweils ähnliche Spendenaktionen erzielt.
- Wahlscheine werden bereits an die Wähler verschickt.
- Mehrere Umfragen zeigen Bass, die Raman hinterherhinkt, wobei einige enge und andere größere Unterschiede ausweisen.
Der Wettkampf bleibt eng.
Quelle: „Der überraschende, erbitterte Wahlkampf um das Bürgermeisteramt von Los Angeles“, The Guardian.
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